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MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne leicht aus - Unternehmenszahlen überzeugen

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne leicht aus - Unternehmenszahlen überzeugen

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte bauen bis Donnerstagmittag die Gewinne leicht aus. Die Hoffnung nimmt zu, dass bald eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielt werden könnte. Iran und Oman finalisierten einen Vertragsentwurf zur Wiedereröffnung des für den Öltransport wichtigen Seeweges, der Teheran die Aufsicht über Schiffe, die in den Persischen Golf einfahren, gewährte, jedoch keine Erhebung von Maut- oder Servicegebühren erlaubte, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Brent-Ölpreis zieht etwas an auf 80,47 Dollar das Fass, notiert damit aber auf einem entspannten Niveau. Während der Euro-Stoxx-50 um 0,6 Prozent zulegt, steigt der DAX um 0,3 Prozent auf 26.196 Punkte.

Die Auftragseingänge für die deutsche Industrie sind im Juni überraschend kräftig gestiegen, liefern jedoch kaum positive Impulse für den Markt. Denn der Zuwachs erweise sich nur auf den ersten Blick als erfreulich, da die Aufträge ohne schwankungsanfällige Großaufträge gesunken seien, kommentiert Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. Zudem seien die Daten für Mai deutlich nach unten korrigiert worden. All das spreche lediglich für eine moderate Erholung der deutschen Industrie in diesem Jahr.

Klar im Fokus steht weiter aber die Zahlenflut der Unternehmen, die insgesamt positive Akzente setzt. Mit Aufschlägen von 7 Prozent führen Deutsche Telekom die Gewinnerliste im DAX mit großem Abstand an. Hintergrund sind weniger die guten Geschäftszahlen, sondern das um bis zu 3 Milliarden Euro aufgestockte Aktienrückkaufprogramm. Aus Sicht von Berenberg ist dies ein klares Signal für die Kapitalallokation. "Aus unserer Sicht könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass ein Schritt hin zu einer Übernahme der Minderheitsanteile an T-Mobile US weniger wahrscheinlich wird, obwohl es dazu keine direkte Stellungnahme gibt", heißt es.

Bei Siemens liefen das Industrie- und das Infrastrukturgeschäft besser als gedacht. Allerdings fällt der Kurs um 5,3 Prozent. Der Enthusiasmus der Anleger für Siemens dürfte kurzfristig aufgrund des langsamen Zeitplans für die Abspaltung von Healthineers, der Unsicherheit bezüglich der makroökonomischen Nachfrage und der Risiken im Zusammenhang mit Software für künstliche Intelligenz weiterhin begrenzt sein, erläutern die Analysten von RBC. Zudem scheine die Prognoseanhebung des deutschen Industriekonzerns weniger ausgeprägt zu sein als die der Wettbewerber.

Auch von Merck KGaA (+1,3%) und Qiagen (+0,8%) kommen gute Geschäftszahlen. Rheinmetall klettern um 0,2 Prozent - trotz einer gesenkten Umsatzprognose. Dies sei aber hinlänglich bekannt gewesen, heißt es im Handel. Besser als erwartet sind die Geschäftszahlen der Commerzbank (+0,2%) ausgefallen. Vor allem die Gewinnstärke sei überraschend, sagt ein Händler, der aber gleich wieder relativiert: "Irgendwo muss das Interesse der Unicredit ja hergekommen sein."

Kursgewinne von 2,8 Prozent verbuchen Henkel. Nach den schwachen Daten von Beiersdorf seien Anleger generell skeptischer gegenüber defensiven Werten geworden und hätten dieses Segment untergewichtet. Im Bereich Konsumprodukte sei es bei Henkel auch geringer als erwartet nach oben gegangen, "das Klebstoffgeschäft reißt aber alles raus", sagt ein Händler. Auch hier schienen die Erwartungen angesichts der schleppenden deutschen Konjunktur zu zaghaft gewesen zu sein.

Scout24 stürzen um 4,7 Prozent ab, Händler sprechen von einer leichten Enttäuschung über die operative Marge durch den jüngsten Zukauf in Spanien. Metzler attestiert hingegen solide Ergebnisse. Die Analysten sind der Meinung, dass die vom Unternehmen in Aussicht gestellte jährliche Wachstumsrate des EBITDA eine Bewertungsprämie gegenüber dem europäischen Classifieds-Sektor rechtfertige, die sich derzeit nicht im Aktienkurs zeige.

Die Aktien der Werbeagentur-Holding WPP notieren nun über 26 Prozent höher. "Die meisten Fonds dürften hier völlig untergewichtet gewesen sein", sagt ein Händler. Die Aktien-Gewichtungen bei den Fonds dominierten derzeit die Kursrichtung. Bei WPP dürften sie nach Jahren schlechter Nachrichten auf einem Minimum gewesen sein, daher der Sprung. Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal von WPP waren durchweg besser.

Zurich Insurance fallen nach Zahlenausweis um 3 Prozent, obwohl die Kommentare zu den Geschäftszahlen durchaus wohlwollend ausfallen. Dies betrifft insbesondere das Segment Leben. Allerdings gibt es kritische Stimmen zur Entwicklung des US-Geschäfts.

Die Aktien des Getränkeherstellers Diageo bauen ihre Gewinne am Donnerstagmittag weiter aus und notieren 6,4 Prozent höher. Ein Händler spricht von weiter andauerndem Kaufdruck. Auch hier treibt eine nur minimale Verbesserung von erwartet schlechten Daten, "denn die Zeichen stehen auf Turnaround". So gingen die Verkäufe organisch zwar um 2,0 Prozent zurück, Analysten hatten aber mit bis zu 2,2 Prozent gerechnet. Als überraschend positiv unterstreicht ein Händler das Wachstum in Afrika und Europa, das einen Teil der Schwäche in Nordamerika und Asien aufgefangen habe. Überdies legte die operative Marge um 116 Basispunkte zu, entsprechend stieg der organische Gewinn um 2,0 Prozent. Zusammen mit 1 Milliarde Dollar an Einsparungen reiche das für die Kursgewinne, so der Händler.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.513,74  +0,6   36,76    6.476,98    12,5 
Stoxx-50        5.515,65  +0,3   15,48    5.500,17    12,2 
DAX          26.196,37  +0,3   70,07    26.126,30    7,0 
MDAX          32.465,80  +0,1   39,47    27.039,42    6,0 
TecDAX         3.993,14  +1,2   46,41    3.091,28    10,2 
SDAX          18.587,44  +0,2   33,53    13.062,07    8,2 
FTSE          10.898,12  +0,1    9,82    10.888,30    9,8 
CAC           8.719,44  +0,6   50,14    8.669,29    7,0 
SMI          14.568,74  +0,1   17,18    14.551,56    9,8 
ATX           6.745,32  +0,6   41,42    6.703,90    26,6 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:15 
EUR/USD          1,1544  -0,1  -0,0007     1,1551   1,1548 
EUR/JPY          182,31  +0,0   0,0700     182,24  181,9800 
EUR/CHF          0,9347  +0,3   0,0024     0,9323   0,9320 
EUR/GBP          0,8573  -0,1  -0,0005     0,8578   0,8572 
USD/JPY          157,91  +0,1   0,1700     157,74  157,5400 
GBP/USD          1,3461  -0,0  -0,0005     1,3466   1,3467 
USD/CNY          6,7488  -0,0  -0,0009     6,7497   6,7497 
USD/CNH          6,7489  +0,0   0,0008     6,7481   6,7476 
AUS/USD          0,704  -0,2  -0,0017     0,7057   0,7057 
Bitcoin/USD      64.549,81  -0,4  -252,48    64.802,29 64.575,91 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         75,93  +0,9    0,71      75,22 
Brent/ICE         80,32  +1,1    0,87      79,45 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.260,91  +0,4   15,51    4.245,40 
Silber           61,66  -0,7   -0,42      62,08 
Platin         1.751,63  +1,0   16,77    1.734,86 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 06, 2026 07:27 ET (11:27 GMT)

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