
© Foto: Deutsche Telekom, Foto: Norbert Ittermann
Bei der Deutschen Telekom knallen heute die Sektkorken. Der Bonner Konzern stockt sein Aktienrückkaufprogramm kräftig auf. 5 Milliarden Euro sollen bis Jahresende an die Aktionäre zurückfließen. Der Markt honoriert das mit einem kräftigen Kursanstieg. Auch operativ läuft es solide, allen voran dank der starken US-Tochter T-Mobile US. Zwar ist eine große Fusion vorerst geplatzt, doch das scheint die Anleger heute kaum zu kümmern. Wir schauen uns an, was hinter dem Kursfeuerwerk steckt und wie es charttechnisch weitergehen könnte.
Milliarden-Rückkauf als Kurstreiber
Der Vorstand hat beschlossen, das laufende Rückkaufprogramm für 2026 um bis zu 3 Milliarden Euro aufzustocken. Zusammen mit dem bereits laufenden Programm ergibt das ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro, die in eigene Aktien fließen sollen. Begründet wird der Schritt unter anderem mit der aus Sicht des Managements zu niedrigen Bewertung sowie der hohen Kursvolatilität der vergangenen Monate, die man gezielt nutzen will. Auch operativ zeigt sich der Konzern robust. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 4,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, wenn auch knapp unter den Analystenschätzungen. Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt die US-Tochter T-Mobile US, dank ihrer starken Entwicklung hob der Vorstand die Prognose für den freien Cashflow auf rund 20 Milliarden Euro an. Zwar ist eine milliardenschwere Fusion zur vollständigen Integration von T-Mobile US laut Medienberichten vorerst am Widerstand institutioneller Minderheitsaktionäre gescheitert, dennoch bleibt die US-Sparte der verlässliche Wachstumsmotor im Konzern. Auch hierzulande läuft es etwas besser als gedacht: Der deutsche Heimatmarkt wuchs um 3,5 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Und das trotz des intensiven Wettbewerbs unter den vier heimischen Netzbetreibern.

Charttechnik
Der Chart sieht ansprechend aus. Die Deutsche-Telekom-Aktie hat sich sowohl über den 50-Tage- als auch über den 200-Tage-Durchschnitt geschoben. Das ist ein klares charttechnisches Kaufsignal und bedeutet, dass die Aktie in den verschiedensten Zeitebenen in einem Aufwärtstrend notiert. Damit könnte es jetzt auch zügig weiter in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 30 Euro gehen. Der RSI notiert bei rund 60 und lässt damit noch Luft nach oben. Von einer überkauften Situation kann derzeit noch keine Rede sein. Gelingt der Sprung über 30 Euro, rücken sogar die Marken von 32 bis 33 Euro in den Fokus.
Was tun?
Operativ liefert die Telekom ansprechende Zahlen, allen voran dank T-Mobile US, auch wenn die große Fusion vorerst auf Eis liegt. Das aufgestockte Rückkaufprogramm signalisiert zusätzlich, dass das Management selbst von der eigenen Unterbewertung überzeugt ist und dadurch auch den Kurs stützen möchte. Charttechnisch untermauert die Rückeroberung beider gleitender Durchschnitte das positive Bild, auch wenn die gescheiterten Fusionspläne als Unsicherheitsfaktor im Hinterkopf bleiben sollten. Wer von der Kombination aus Kapitalrückführung und stabilem US-Geschäft überzeugt ist, findet hier eine interessante Aktie mit Potenzial in Richtung 32 bis 33 Euro.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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