MAGDEBURG (dpa-AFX) - Nur noch 42 Zentimeter: Am Elbe-Pegel Magdeburg-Strombrücke ist der Wasserstand auf einen Wert gesunken, der noch drei Zentimeter unter dem bisherigen Niedrigwasserrekord aus dem Sommer 2019 liegt. Experten werten nun aus, ob der Wasserstand im statistischen Mittel auch über den Tag so geblieben oder ob er zwischenzeitlich gestiegen ist. Erst dann wird der neue Rekordtiefstand offiziell im Informationsportal ELWIS der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vermerkt.
Kein Regen in Sicht
Die aktuell bis Montag reichenden Vorhersagen in dem Portal gehen bei weiter anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen von einem Wasserstand von 40 oder gar 39 Zentimeter an dem Elbe-Pegel in der Magdeburger Innenstadt aus. Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Sonntag landesweit Temperaturen von bis zu 34 Grad Celsius und höchstens einzelne lokale Regenschauer.
Schifffahrten auf der Elbe sind seit längerem nicht mehr möglich - nur noch Freizeitwassersportler sind auf der Wasserstraße unterwegs. Die Weiße Flotte hat ihre Ausflugsfahrten zum Schiffshebewerk Rothensee verlegt, weil die Schiffe nicht mehr vom Petriförder abfahren können. Die Fähre Magdeburg-Westerhüsen setze seit 31. Juli nicht mehr über, teilte die Weiße Flotte mit.
Magdeburger Hafen nutzt Mittellandkanal
Für den Magdeburger Hafen bedeute das extreme Niedrigwasser keine Einschränkungen. "Wie sind an 365 Tagen wasserstandsunabhängig", sagte Geschäftsführer Heiko Maly. Der nach eigenen Angaben größte Binnenhafen Mitteldeutschlands wickelt die Güterschifffahrt momentan über den Mittellandkanal ab, wie es hieß.
Im Industriehafen Roßlau hat schon seit März kein Schiff mehr angelegt, sagt Disponent Jens Seyffert. "Die Situation mit dem Niedrigwasser ist für uns nichts Neues. Wir konzentrieren uns auf Straße und Schiene." Güter werden in dem Industriehafen in der Regel zwischen Schiff, Bahn und Lkw umgeschlagen. Seyffert zufolge beträgt die Fahrrinnentiefe der Elbe am Hafen aktuell etwa 50 Zentimeter. "Da bewegt sich kein Schiff mehr durch."
Lkw rollen weiter an Sonntagen nicht
Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) schließt derzeit eine generelle Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lkw für zusätzlich anfallende Transporte von Waren aus. Sonntage und gesetzliche Feiertage stehen unter einem besonderen verfassungsrechtlichen Schutz, wie es hieß. "Das Fahrverbot kann nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen - ich denke da an die Corona-Pandemie - oder bei vergleichbaren dringenden Einzelfällen aufgehoben werden", sagte Hüskens.
Ob und in welchem Umfang davon Gebrauch gemacht werde, richte sich nach den jeweiligen regionalen Erfordernissen, hieß es. Und: "Zusätzliche Lkw-Verkehre würden gerade in der Hauptreisezeit die Straßen weiter belasten", so Hüskens. "Gleichzeitig ist fraglich, ob überhaupt ausreichend Fahrpersonal zur Verfügung stünde. Hinzu kämen höhere Lärm- und Verkehrsbelastungen für die Bevölkerung." Für besonders dringende Transporte erteilten Behörden im Einzelfall ohnehin Ausnahmegenehmigungen, hieß es./gor/DP/mis
