DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
KOHLEAUSSTIEG - Dass Nordrhein-Westfalen im Jahr 2030 vorzeitig aus dem Abbau und der Verstromung von Braunkohle aussteigen wird, gilt zunehmend als unrealistisch. Im Jahr 2022 hatte die schwarz-grüne Landesregierung zusammen mit dem Bund und dem Energiekonzern RWE festgelegt, den geplanten Ausstieg 2038 um acht Jahre vorzuziehen. Bis zum 15. August kann die Bundesregierung die Zielmarke 2030 noch um drei Jahre nach hinten verschieben. Nun hat das Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass sich der entscheidende Prüfbericht verzögern wird. Die Erarbeitung werde "weitere Zeit in Anspruch nehmen", schrieb ein Sprecher. Das Problem: Neue Gaskraftwerke sollten in langen Phasen ohne Sonne und Wind die Stromversorgung sicherstellen. Doch der Bau neuer Kraftwerke hinkt dem Zeitplan hinterher. Erst in diesem September läuft eine erste Ausschreibung aus, Zuschläge werden frühestens im November erteilt. Der Bau solcher Gaskraftwerke dauert in der Regel mehrere Jahre. (Spiegel)
VERFASSUNGSSCHUTZ - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will dem Bundesamt für Verfassungsschutz weitreichende neue Befugnisse geben und spricht von einem grundlegenden Kurswechsel für die deutschen Nachrichtendienste. Zu Bild sagte Dobrindt: "Die hybride Bedrohungslage, die Versuche der Destabilisierung durch Sabotage, Spionage, Cyberangriffen und verdeckten Aktionen fremder Mächte bekommen eine neue Antwort." Nach den Plänen des Ministers soll der Verfassungsschutz künftig nicht mehr nur Informationen sammeln und auswerten, sondern erstmals auch über operative Eingriffsmöglichkeiten verfügen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Gesetzentwurfs würden die neuen Befugnisse deutlich über die bisherige Rolle des Dienstes hinausgehen. Dobrindt sagte zu Bild: "Wir machen aus unseren Nachrichtendiensten echte Geheimdienste. Es ist höchste Zeit, dass wir uns wettbewerbsfähig und auf Augenhöhe mit unseren Partnerdiensten in der Welt aufstellen. Dazu braucht es operative Fähigkeiten und aktive Befugnisse, um gegen den modernen Staatsterrorismus und extremistische Gruppen effektiver vorzugehen." (Bild)
BUNDESBANK - Die Bundesbank verschärft ihren Sparkurs und sorgt in der Belegschaft für Frust. Sie kündigt allen Beschäftigten und Pensionären die kostenlosen Girokonten und Depots. Eine intern vom Vorstand eingeschaltete Einigungsstelle unter dem Vorsitz des Präsidenten des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, Dirk Schönstädt, hat die beschlossenen Massenkündigungen gebilligt. Entsprechende Informationen aus Bundesbankkreisen bestätigte eine Sprecherin dem Handelsblatt. Im Intranet kritisieren Personalvertreter den Alleingang des Vorstands "aufs heftigste". Die Bundesbank-Spitze habe "Gespräche zur Suche nach einer einvernehmlichen und selbstbestimmten Lösung" zu den Personalkonten verweigert. Fassungslos, entsetzt, enttäuscht - so fallen weitere Reaktionen in der Belegschaft aus. (Handelsblatt)
- Alle Angaben ohne Gewähr.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/sha/brb
(END) Dow Jones Newswires
August 12, 2026 00:14 ET (04:14 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
