DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche HVPI-Inflation steigt im Juli auf 2,8 Prozent
Der Inflationsdruck in Deutschland hat sich im Juli verstärkt, was vor allem an den durch den Iran-Krieg getriebenen höheren Energiepreisen lag. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte sich die Jahresrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auf 2,8 (Vormonat: 2,4) Prozent. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre vorläufige Schätzung vom 30. Juli. Gegenüber dem Vormonat stieg der HVPI um 0,9 Prozent, womit die vorläufigen Daten ebenfalls bestätigt wurden. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
Bank of Japan dürfte Zinsen eher früher als später anheben
Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte durch die Bank of Japan auf ihrer September-Sitzung sind nach der jüngsten Runde von Yen-Kaufinterventionen durch die japanischen und US-amerikanischen Behörden stark gestiegen, meint Carol Kong, Währungsstrategin bei der CBA. Es gebe Spekulationen, dass die US-Beteiligung an der Intervention mit der Erwartung einhergegangen sei, dass eine Normalisierung der Politik der Bank of Japan folgen würde, fügt sie hinzu. Das Risiko, dass die Bank of Japan die Zinsen früher als in der aktuellen Prognose der CBA für Dezember anheben werde, sei gestiegen, sagt sie. Da eine Zinserhöhung im September nun zu etwa 80 Prozent eingepreist sei, würde eine Beibehaltung des Leitzinses die Markterwartungen enttäuschen und eine erneute Yen-Schwäche anheizen, meint Kong.
RBA-Kommunikation bietet für jeden etwas - Ruf steht auf dem Spiel
Dow Jones Nachrichten auf Deutsch, 12 Aug 2026, 06:55 CEST
Die Reserve Bank of Australia hat in dieser Woche im Grunde alle geldpolitischen Optionen abgedeckt. Sie beließ die Zinsen unverändert, gab aber gleichzeitig "dovish" Prognosen für eine niedrigere Inflation ab. Um sicherzustellen, dass für jeden etwas dabei ist, gab es während der Pressekonferenz auch ausdrückliche Warnungen, dass eine weitere Zinserhöhung durchaus möglich bleibe. Die hawkish gehaltene Pressekonferenz von Gouverneurin Michele Bullock dürfte die Sorge der Zentralbank widerspiegeln, dass die Inflation zu lange zu hoch geblieben ist. Ein weiteres Scheitern, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen, würde dem Ansehen der RBA erheblich schaden. Bullock wird das wirklich nicht riskieren.
Revidierter Ausblick der RBA deutet auf hohe Hürde für Zinserhöhungen hin
Die revidierten Prognosen der Reserve Bank of Australia deuten auf eine relativ hohe Hürde für eine Wiederaufnahme der Straffung durch die Zentralbank hin, schreiben die Ökonomen der BofA in einem Kommentar. Die RBA hat am Dienstag die Zinsen bei 4,35 Prozent stabil gehalten. Ihre Erklärung und die Pressekonferenz wurden als hawkish eingeschätzt. Die Zentralbank erwarte, dass die durchschnittliche Inflation im vierten Quartal auf 3,3 Prozent nachlassen und bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 in ihr Zielband von 2 bis 3 Prozent fallen werde, merken die Ökonomen an. Die Schätzungen für das BIP-Wachstum seien zwar leicht nach oben korrigiert worden, dürften aber über den Prognosezeitraum unter dem Potenzial bleiben und die Produktionslücke schließen, fügt die BofA hinzu. "Die Prognosen basieren auf einem Leitzins, der 10 Basispunkte über dem aktuellen Satz liegt, was faktisch eine unveränderte Politik impliziert."
Ölpreise steigen - Volatilität wegen Nahost-Entwicklungen erwartet
Die Ölpreise steigen im asiatischen Handel. Die Rohölpreise bleiben volatil, da die Märkte auf die Entwicklungen im Nahen Osten reagieren, schreibt Thadeu Dos Santos von Infinox in einem Kommentar. Das US-Militär teilte mit, seine Streitkräfte hätten am frühen Dienstag auf ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff geschossen, das versucht habe, die amerikanische Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Volatilität der Rohölpreise dürfte ohne einen konkreten diplomatischen Durchbruch in der Region hoch bleiben, meint der Regionaldirektor von Infinox. Der Terminkontrakt auf WTI zur Lieferung im nächsten Monat steigt um 0,55 Prozent auf 83,66 US-Dollar je Barrel; Brent legt um 0,5 Prozent auf 89,36 US-Dollar je Barrel zu.
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August 12, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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