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MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert - Fokus auf Berichtssaison vor US-Inflation

DJ MÄRKTE EUROPA/Wenig verändert - Fokus auf Berichtssaison vor US-Inflation

DOW JONES--Mit einem verhaltenen Handelsbeginn zur Wochenmitte zeigen sich die europäischen Aktienmärkte. Im Fokus stehen zunächst ausschließlich Einzelunternehmen mit ihren Quartalszahlen. Die entscheidende Kennzahl des Tages sind dann die US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Davor dürften sich nur die wenigsten Anleger aus dem Fenster lehnen wollen, heißt es. Dies zeigte sich bereits in extrem geringen Umsätzen: Thomas Altmann von QC Partners betont, "noch weniger DAX-Aktien als gestern wurden bislang nur an zwei Tagen in diesem Jahr gehandelt". Der DAX legt um 0,1 Prozent zu auf 26.415 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt ebenfalls um 0,1 Prozent auf 6.556 Punkte.

Kein klares Bild ergibt die Nachrichtenlage rund um die Straße von Hormus. Sie ändert sich ständig und ist damit zu widersprüchlich, um darauf noch längerfristige Anlageentscheidungen aufzubauen, heißt es. Dazu hat nun auch das US-Militär ein Handelsschiff aus Panama in der Passage angegriffen. Die Hoffnung auf eine schnelle Einigung schwindet damit weiter, entsprechend steigen Risikoprämien wie beim Ölpreis. Ein Barrel der Sorte Brent notiert nur noch knapp unter der Marke von 90 Dollar.

Dazu kommt die Unzufriedenheit mit der Kommunikationspolitik der US-Notenbank. Da der neue Vorsitzende Kevin Warsh keine klaren Aussagen machen möchte, muss der Markt die Aufgabe der Risikoabwägung übernehmen. Entsprechend notieren die 10-jährigen US-Renditen mit 4,69 Prozent wieder nur knapp unter ihren Rekordhochs.

Entscheidend seien daher die US-Verbraucherpreise, sagt Michael Wan von der MUFG Bank: "Während die schwächer als erwarteten Zahlen zu den neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in der vergangenen Woche helfen, sind die heutigen Verbraucherpreise wohl noch wichtiger".

Für einen Freudensprung von 14,2 Prozent sorgen die Zahlen von Windrad-Hersteller Vestas. Vor allem die Profitabilität überrascht. Analysten wie von JP Morgan betonen, der Konsens sei nicht nur um 100 Prozent übertroffen worden, auch habe es sich um den ersten erhöhten Margen-Ausblick in einem ersten Halbjahr in zehn Jahren gehandelt. Im Windschatten steigen Nordex um 4,5 Prozent.

Bei TKMS geht es um 11,1 Prozent nach oben. Nach starken Zahlen wurde auch die Jahresprognose erhöht. Von Bernstein heißt es, die Ergebnisse seien stark angesicht einer Schwäche im Bereich Elektronik. Der Umsatz habe 16 Prozent höher als die Erwartungen gelegen. Besser sind auch die Quartalszahlen von Jenoptik (-0,7%) und K+S (+2,4%) ausgefallen.

Auch bei der ABN Amro Bank läuft es rund. Die Niederländer haben ihre Prognose für die Zinserträge für das Gesamtjahr angehoben und ihren Kostenausblick gesenkt. Die Aktien klettern um 5 Prozent.

Beim Versorger Eon lagen die Ergebnisse im erwarteten Rahmen, die Aktien geben 1,5 Prozent ab. Bei Brenntag gibt es nach erwartet starken Zahlen Gewinnmitnahmen mit 1,3 Prozent Minus. Der Chemiekalien-Händler hatte schon in der Vorwoche die Prognose erhöht.

Für Enttäuschung sorgen indes Thyssenkrupp Nucera (-3,9%) und Bilfinger (-5,8%) mit schwachen Auftragseingängen.

Tui erholen sich nach kräftigeren Abschlägen auf 2,1 Prozent Minus. Hier fiel der Gewinn deutlich zurück, belastet vom kräftigen Anstieg der Kerosinpreise. Wegen der geopolitischen Unsicherheit setzt der Reisekonzern zudem seine Umsatzprognose aus.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.556,03  +0,1    4,81    6.551,22      13,2 
Stoxx-50        5.546,97  -0,0   -1,20    5.548,17      12,8 
DAX          26.414,81  +0,1   23,39    26.391,42      7,9 
MDAX          32.261,44  +0,1   36,55    27.039,42      5,4 
TecDAX         4.085,36  -0,1   -4,82    3.091,28      12,8 
SDAX          18.511,79  -0,3   -59,35    13.062,07      7,8 
FTSE          10.831,39  -0,1   -12,80    10.844,19      9,1 
CAC           8.697,70  -0,2   -17,24    8.714,94      6,7 
SMI          14.504,43  -0,5   -70,82    14.575,25      9,3 
ATX           6.681,56  +0,1    8,60    6.672,96      25,5 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:25 Uhr 
EUR/USD          1,1537  -0,0  -0,0003     1,1540     1,1540 
EUR/JPY          183,86  +0,0   0,0300     183,83    183,7600 
EUR/CHF          0,9368  +0,1   0,0012     0,9356     0,9359 
EUR/GBP          0,8539  -0,1  -0,0005     0,8544     0,8541 
USD/JPY          159,35  +0,1   0,0800     159,27    159,2300 
GBP/USD          1,3506  +0,0   0,0002     1,3504     1,3508 
USD/CNY          6,7456  +0,0   0,0006     6,7450     6,7450 
USD/CNH          6,7476  +0,0   0,0014     6,7462     6,7461 
AUS/USD          0,7059  -0,0  -0,0001      0,706     0,7059 
Bitcoin/USD      63.695,77  -0,0   -4,36    63.700,13   63.785,32 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         83,78  +0,7    0,58      83,2 
Brent/ICE         89,71  +0,9    0,80      88,91 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.400,20  +0,8   33,36    4.366,84 
Silber           65,91  +1,9    1,23      64,68 
Platin         1.750,98  +0,4    6,73    1.744,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 12, 2026 03:42 ET (07:42 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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