DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Bank: Rhein-Niedrigwasser könnte Wachstum mindern
Das anhaltende Niedrigwasser am Rhein könnte das deutsche Wirtschaftswachstum nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg etwas mindern. "Die seit Mitte Juli anhaltende Niedrigwasserperiode auf dem Rhein, deren Ende noch nicht in Sicht ist, lässt Schätzungen über eine Belastung des Bruttoinlandsprodukts von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten immer plausibler erscheinen", schreibt er in einem Kommentar, schränkt aber ein: "Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen dürften sich in den Wirtschaftsstatistiken möglicherweise erst mit einiger Verzögerung niederschlagen. Im direkten Vergleich zur Dürre von 2018 gilt es zudem zu beachten, dass sich die Industrielandschaft entlang des Rheins verändert hat."
Britische Wirtschaft setzt robuste Entwicklung im zweiten Quartal fort
Die britische Wirtschaft hat ihren widerstandsfähigen Jahresauftakt im zweiten Quartal fortgesetzt. Sie wuchs trotz des sprunghaften Anstiegs der Energiepreise und der erhöhten Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten schneller als die US-Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den drei Monaten bis Juni um 0,4 Prozent, wie die britische Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte. Dies entsprach dem Konsens von Ökonomen, die vom Wall Street Journal befragt worden waren. Dies folgt auf einen Anstieg von 0,6 Prozent im ersten Quartal - dem schnellsten unter den G7-Staaten. Wie auch andernorts verlangsamte jedoch die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran die Aktivität, da die Kraftstoffpreise in die Höhe schnellten. Dies veranlasste Ökonomen dazu, ihre Wachstumserwartungen für das Jahr zu senken.
Britische BIP-Daten zeigen Bedarf an staatlicher Wachstumsförderung
Die BIP-Daten für das zweite Quartal in Großbritannien hätten ein langsameres Wachstumstempo im Vergleich zum ersten Quartal gezeigt, was die Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte unterstreiche, schreibt Joaquin Thul von EFG Asset Management in einer Research Note. Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,4 Prozent gewachsen, nach 0,6 Prozent im ersten Quartal, und entsprach damit der Konsensprognose von Ökonomen in einer Umfrage des WSJ.
Britisches BIP-Wachstum dürfte sich verlangsamen - Inflation steigt weiter
Da die Inflation in Großbritannien in diesem Jahr ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe, dürfte die Stärke des Wirtschaftswachstums zu Beginn dieses Jahres nicht von Dauer sein, schreibt Ruth Gregory von Capital Economics in einem Kommentar. Der monatliche BIP-Anstieg von 0,3 Prozent im Juni sei zwar unerwartet stark gewesen, dies sei jedoch auf temporäre Faktoren wie die Fußball-Weltmeisterschaft und das warme Wetter zurückzuführen. Angesichts der voraussichtlich steigenden Inflation, möglicherweise auf 3,7 Prozent von 2,6 Prozent im Juni, werde die Widerstandsfähigkeit im zweiten Quartal nicht anhalten, meint Gregory.
Goldman Sachs: EZB erhöht Leitzins im September
Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins im aktuellen Zyklus noch einmal - im September - um 25 Basispunkte auf dann 2,50 Prozent anheben wird. "Allerdings besteht das Risiko weiterer Zinserhöhungen", schreiben sie in einem Kommentar. Sie rechnen damit, dass die Kerninflation im Euroraum im ersten Quartal 2027 einen Hochpunkt von 2,7 Prozent erreichen und bis Ende 2028 auf 2,0 Prozent sinken wird. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums dürfte im vierten Quartal 2026 um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresniveaus liegen. Im zweiten Quartal waren es 1,0 Prozent gewesen. Die US-Notenbank wird ihren Leitzins nach Einschätzung der Goldman-Ökonomen bis Jahresende unverändert lassen.
Norwegens Zentralbank hält Zinsen stabil, lässt aber Tür für Anhebung offen
Norwegens Zentralbank hat die Zinsen erneut unverändert gelassen. Eine nachlassende Kerninflation und die anhaltende Unsicherheit im Nahost-Konflikt sprachen dafür, weitere Daten abzuwarten, bevor die Geldpolitik weiter gestrafft wird. Die Norges Bank beließ ihren Leitzins am Donnerstag bei 4,25 Prozent und entsprach damit den Erwartungen von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Zentralbanken weltweit die sich verändernden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Bemühungen um eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus genau beobachten. Die wichtige Schifffahrtsroute für Öl ist durch die Kämpfe blockiert, was die Energiepreise in die Höhe treibt und einen breiteren Inflationsschock droht.
BoE-Zinserhöhung im September unwahrscheinlich
Eine Zinserhöhung der Bank of England im September sei unwahrscheinlich, da das robuste Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf temporäre Faktoren zurückzuführen gewesen sei, meint Suren Thiru, Chefökonom bei ICAEW. Dazu hätten Vorratskäufe zu Beginn des Iran-Krieges, das ungewöhnlich warme Wetter und die Fußball-Weltmeisterschaft gezählt, aber keine echte Eigendynamik, sagt er. Tatsächlich dürfte auf den Anstieg des BIP um 0,4 Prozent im zweiten Quartal eine schmerzhaftere Verlangsamung im dritten Quartal folgen. Der Druck auf die Haushaltseinkommen durch höhere Inflation und Energiekosten bremse das Wachstum zunehmend, so Thiru. "Die Chancen auf eine Zinserhöhung im September bleiben gering, da erwartet wird, dass eine schwächere Wirtschaftsaktivität in den kommenden Monaten letztendlich dazu beitragen wird, die Inflation einzudämmen."
DJG/DJN/apo
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August 13, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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