NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Freitag wenig verändert. Nur zeitweise konnten die Notierungen im Vormittagshandel deutlich zulegen, mussten die Gewinne dann aber wieder abgeben. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober kostete zuletzt 87,08 US-Dollar und damit etwa so viel wie am Vortag.
Auf Wochensicht ist Rohöl aus der Nordsee der Sorte Brent allerdings deutlich teurer geworden. Seit Montag ist der Preis um mehr als zwei Dollar je Barrel gestiegen, nachdem weiterhin kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht ist.
Kurz vor dem Wochenende bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. In der Nacht wurden in der Meerenge zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc angegriffen. Bei dem Vorfall in der Meerenge sei niemand verletzt worden, berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM. Über mögliche Schäden an den Schiffen gab es zunächst keine Angaben.
Am Samstag wird eine formell noch gültige 60-tägige Waffenruhe ablaufen. Der seit Ende Februar andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte den Schiffsverkehr in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Dies führte weltweit zu höheren Preisen für Öl, Gas und Düngemittel. Die Kriegsparteien ringen schon länger um eine vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Meerenge - bislang ohne Erfolg.
"Die Lage im Nahen Osten bleibt der entscheidende Treiber bei den Energierohstoffen", heißt es in einer Analyse der Commerzbank. Selbst wenn es zu einer Einigung zwischen dem Iran und dem Oman bezüglich einer Durchfahrtregel durch die Straße von Hormus kommen sollte, blieben wesentliche Faktoren nach wie vor ungeklärt./jkr/jsl/he
