GERA (dpa-AFX) - Gute Nachricht für alle Simson-Fans: Auch reimportierte Simson-Mopeds sollen künftig mit Tempo 60 auf deutschen Straßen knattern dürfen. Der Bund habe nach erneuter Prüfung der Rechtslage entschieden, dass auch Reimporte künftig unter die Sonderregelung für die in der DDR gebauten Motorräder fallen, sofern sie bis zum 28. Februar 1992 in Verkehr gebracht wurden, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, nach einem Arbeitstreffen der ostdeutschen Verkehrsminister in Gera. "Wir ändern nicht die Rechtslage, sondern habe unsere nach nochmaliger Prüfung nur nachgeschärft."
Die in der DDR-Zeit gebauten Gefährte mit Namen wie Schwalbe, Star, Sperber oder S50/51 können mit Tempo 60 fahren, weil eine Sonderregelung im deutschen Einigungsvertrag das ermöglicht. Das gilt für Zweitakter, die bereits in der DDR zugelassen waren. Bei aus dem Ausland zurückgeführten Simsons war bislang umstritten, ob sie auch unter diesen Sonderstatus fallen. Sie durften wie andere Mopeds nur 45 Kilometer pro Stunde fahren. Mit der nun getroffenen Entscheidung des Bundes werde die rechtliche Gleichbehandlung tausender Halterinnen und Halter geschaffen, hieß es.
Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) sprach von einem großen Erfolg für alle Simson-Freunde. Thüringen und andere ostdeutsche Länder hatten sich seit geraumer Zeit dafür eingesetzt, dass die Ungleichbehandlung beendet wird. Die jetzige Entscheidung würdige die Bedeutung der Marke Simson im Osten. "Wir werden schnell alles Weitere veranlassen, damit die neue Regelung durch die Zulassungsbehörden umgesetzt wird", betonte Schütz.
Zehntausende Simson-Mopeds sind vor allem in Ostdeutschland noch unterwegs. Ihre Ersatzteilversorgung ist nach Angaben verschiedener Anbieter auf Jahre gesichert. Viele Jugendliche vor allem in ländlichen Regionen fahren die Zweitakter - nicht nur wegen ihrer Vergangenheit in der DDR und ihres Designs, sondern weil sie Mobilität ermöglichen./geh/DP/mis
