DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IAB: Höhere Kreditkosten belasten Beschäftigung in der Industrie
Die seit 2024 deutlich schrumpfende Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist nach Aussage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auch auf einen starken Anstieg der Kreditkosten zurückzuführen. Besonders betroffen sind kapitalintensive Branchen mit hohem Verschuldungsgrad. Nach Aussage des IAB hatte sich die Beschäftigung mit dem Abflauen der Corona-Pandemie im verarbeitenden Gewerbe zunächst stabilisiert. 2024, als die Kreditkosten mit über 5 Prozent ihren Höhepunkt erreichten, setzte demnach ein bis heute andauernder Rückgang der Beschäftigtenzahlen ein.
Britische Wirtschaft widerstandsfähiger als bisher erwartet
Jüngst veröffentlichte Daten deuten darauf hin, dass die britische Wirtschaft widerstandsfähiger ist als erwartet, schreibt Dean Turner von UBS Global Wealth Management in einer Research Note. Die BIP-Daten der vergangenen Woche haben gezeigt, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4 Prozent gewachsen ist, nach einem Wachstum von 0,6 Prozent im ersten Quartal. Obwohl die Daten ein langsames Wachstum zeigen, "ist es eine bemerkenswerte Leistung angesichts eines erneuten Energieschocks, erhöhter Zinsen und einer Wiederbelebung der Inflationssorgen", meint Turner. Die Daten zeigen, dass die britische Wirtschaft stetig expandiere, anstatt vor einer drohenden Rezession zu stehen, meint er.
Sorgen um britische Fiskalpolitik halten vor Haushalt an
Die fiskalische Unsicherheit in Großbritannien belastet vor dem Haushalt im Oktober weiterhin die Stimmung der Anleger, schreibt Evelyne Gomez-Liechti von Mizuho in einem Kommentar. Es wird erwartet, dass die Regierung im Rahmen des Haushalts am 28. Oktober sowohl einnahmengenerierende Maßnahmen als auch Ausgabenpläne bekannt geben wird. Möglicherweise schwächere Daten zum britischen Arbeitsmarkt und zur Inflation in dieser Woche könnten Gilts stützen, obwohl die fiskalischen Sorgen bestehen bleiben, meint Gomez-Liechti. Die Renditen zehnjähriger Gilts steigen um 0,6 Basispunkte auf zuletzt 5,022 Prozent, wie aus Daten von Tradeweb hervorgeht.
Chinas Wirtschaftsaktivität schwächte sich im Juli ab
Die chinesische Wirtschaft hat sich im Juli abgekühlt. Zuvor hatte die Konjunktur im zweiten Quartal das schwächste Wachstum seit mehr als drei Jahren verzeichnet. Stark gestiegene Exporte, angetrieben vom Boom bei künstlicher Intelligenz, konnten die schwache Inlandsnachfrage nicht ausgleichen. Die Industrieproduktion stieg im Juli um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verlangsamte sich damit gegenüber dem Anstieg von 5,3 Prozent im Juni, wie das Nationale Statistikamt am Montag mitteilte. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten für den vergangenen Monat ein Wachstum der Industrieproduktion von 4,8 Prozent erwartet.
Chinas Immobilienflaute hat sich im Juli verschärft
Chinas Immobilienmarkt zeigte sich im Juli weiterhin schwach und ohne nennenswerte Anzeichen einer Besserung. Dies belastete den Konsum und die Investitionen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Laut Berechnungen von The Wall Street Journal auf Basis von Daten, die das Nationale Statistikamt am Montag veröffentlichte, fielen die Immobilienpreise in den 70 größten Städten Chinas im Juli um 0,18 Prozent. Im Juni waren sie um 0,15 Prozent gesunken. In 47 Städten fielen die Preise gegenüber dem Vormonat. Im Juni war dies noch in 49 Städten der Fall.
Chinas schwache Daten unterstreichen Bedarf an besserer Politikreaktion
Die chinesische Wirtschaftsaktivität habe sich im Juli auf breiter Front verlangsamt, was darauf hindeute, dass die Wirtschaft weiteren Abwärtsrisiken ausgesetzt sei, die eine wirksamere politische Reaktion erforderten, meint Zhiwei Zhang, Chefvolkswirt bei Pinpoint Asset Management. Die Führung habe auf der Sitzung des Politbüros Ende Juli stärkere fiskalische Ausgaben zugesagt, aber die Umsetzung und Weitergabe solcher Impulse werde Zeit in Anspruch nehmen.
Chinas Wirtschaftswachstum zunehmend politikgetrieben
Chinas jüngste Wirtschaftsdaten deuten darauf hin, dass das Wachstum immer deutlicher von der Politik angetrieben wird, meint Yuhan Zhang, Chefökonomin beim TCB China Center. Die Zahlen hatten zuvor ein langsameres, aber anhaltendes Wachstum bei den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion sowie einen stärkeren Rückgang der Anlageinvestitionen gezeigt. Das sich abzeichnende Muster sei eines von selektiver Stärke inmitten einer allgemeinen Schwäche: Die Politik bestimme zunehmend, wo Wachstum stattfinde, während die zugrunde liegende private Nachfrage gedämpft bleibe", so Zhang. Das bedeute, die Frage sei nicht einfach nur, ob China die wirtschaftliche Dynamik aufrechterhalten könne, sondern ob die von der Politik gestützten Aktivitätsbereiche letztendlich eine breitere Erholung der Haushaltsausgaben und der privaten Investitionen bewirken könnten.
Chinas Wirtschaft verliert erneut an Schwung - Belebung im 2. Halbjahr erwartet
Chinas Wirtschaft hat im vergangenen Monat erneut an Dynamik verloren. Capital Economics rechnet jedoch für den Rest des Jahres weiterhin mit einem leichten Wachstumsschub, der durch eine lockerere Fiskalpolitik gestützt wird. Der Lichtblick sei, dass der Schub für die Produktionstätigkeit durch KI-Investitionen am Ende des zweiten Quartals weiter zugenommen habe und die allgemeinere Schwäche teilweise auf vorübergehende Störungen durch Taifune zurückzuführen sei, schreibt Julian Evans-Pritchard. Die Investitionstätigkeit sei von den extremen Wetterbedingungen am stärksten betroffen gewesen, was den Immobilien- und Infrastruktursektor durch vorübergehende Baustopps beeinträchtigt habe. Das Wachstum der Industrieproduktion habe weiterhin unter den Folgen des Iran-Krieges gelitten, KI sei aber ein Rückenwind geblieben.
Ölpreise behalten Risikoaufschlag - Iran und Oman kommen bei Gesprächen voran
Die Ölpreise beinhalten weiterhin einen erheblichen Risikoaufschlag, da sich der Iran und der Oman einer Einigung über die Verwaltung der Straße von Hormus annähern, schreibt Soojin Kim von MUFG. Die USA seien an diesen Gesprächen nicht beteiligt und bestünden weiterhin auf einer uneingeschränkten Durchfahrt durch die Wasserstraße, fügt sie hinzu. Die USA bereiteten zudem weitere wirtschaftliche Instrumente gegen den Iran vor, der seinerseits Berichten zufolge seine militärischen Fähigkeiten und regionalen Bündnisse stärke, so Kim weiter. Insgesamt sorgten die anhaltende geopolitische Unsicherheit und die Risiken für wichtige Routen dafür, dass in den Rohölpreisen ein erheblicher Risikoaufschlag enthalten bleibe, meint sie. Am Vormittag im europäischen Handel steigen die Brent-Rohöl-Futures um 0,4 Prozent auf 88,86 US-Dollar pro Barrel, während WTI um 0,1 Prozent auf 78,60 US-Dollar pro Barrel zulegt.
DJG/DJN/apo
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August 17, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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