Genf (ots) -
Weltweite Umfrage zeigt: Kürzungen der internationalen Hilfe treffen Menschen mit Behinderungen schwer
Eine von Handicap International (HI) in über 35 Ländern durchgeführte Umfrage zeigt die verheerenden Folgen der Kürzungen bei der internationalen Hilfe für Menschen mit Behinderungen: zunehmende Ausgrenzung, eingeschränkter Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und existenzielle Bedrohung. Der Bericht bezeichnet die Situation als "drastischsten Rückgang der Hilfe in der modernen Geschichte".
Hinweis an die Redaktion:
- Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden. (https://www.handicap-international.ch/sn_uploads/document/factsheet_aid_cuts_impacts_on_disability_inclusion_1.pdf)
- Daniel Suda-Lang steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
- Unterzeichnen Sie die Petition von HI Schweiz (https://www.handicap-international.ch/de/petition-menschen-mit-behinderungen-in-die-humanitaere-hilfe-der-schweiz-integrieren) für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die humanitäre Hilfe der Schweiz.
Folgen der Mittelkürzungen für Menschen mit Behinderungen
Dem Bericht zufolge war 2025 das Jahr mit dem stärksten jährlichen Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe, der je verzeichnet wurde. Demnach sank die weltweite Hilfe um 23,1 Prozent. Erstmals haben im selben Jahr die fünf grössten Geberländer der Welt ihre Hilfsbudgets gekürzt.
Der Bericht warnt davor, dass die aktuellen Kürzungen der Hilfe die Inklusion von Menschen mit Behinderungen noch stärker an den Rand der internationalen Zusammenarbeit drängen könnten.
Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von HI Schweiz, erklärt:
"Jede Budgetkürzung hat auch menschliche Folgen. Sie kann Menschen den Zugang zu Rehabilitation, Bildung, Gesundheitsversorgung oder zu anderen Unterstützungsleistungen, die für ihre Selbstständigkeit unverzichtbar sind, nehmen. [...] Die internationale Gemeinschaft muss reagieren und diese Entwicklung umkehren, bevor ihre Folgen irreversibel werden."
Behindertenorganisationen befinden sich in einer beispiellosen Finanzierungskrise
Die Umfrage zeigte, dass 79 Prozent der Organisationen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen, in den vergangenen 18 Monaten von schweren oder sehr schweren Finanzierungskürzungen betroffen waren. Dies betraf Organisationen in allen Regionen und auf allen organisatorischen Ebenen.
Die Folgen waren unmittelbar:
- 72 Prozent der Organisationen haben mindestens ein Programm oder eine Aktivität gestrichen oder ausgesetzt.
- 43 Prozent geben an, ihren Auftrag nur noch in geringem oder sehr geringem Umfang erfüllen zu können.
- 14 Prozent erklären, dass ihnen die endgültige Schliessung droht, wenn sich die aktuellen Entwicklungen fortsetzen.
- Die USA haben ihr Engagement im Bereich der internationalen Hilfe stark zurückgefahren. Dazu haben sie die USAID aufgelöst und Tausende Programme beendet oder ausgesetzt. Das Ergebnis ist ein doppelter Rückschlag: Sowohl die finanzielle Unterstützung als auch das institutionelle Engagement für Inklusion haben abgenommen.
In der Schweiz verschärfen Kürzungen in der internationalen Zusammenarbeit diese Krise zusätzlich. Der Bundesrat plant, die Mittel für die bilaterale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit drastisch zu reduzieren, unter anderem zugunsten der humanitären Hilfe und nationaler Interessen. Diese Neuausrichtung gefährdet die langfristige Finanzierung, die für Organisationen von Menschen mit Behinderungen und für Programme zur Förderung ihrer Inklusion unerlässlich ist.
Besonders betroffen: Frauen, Kinder, Geflüchtete und die ländliche Bevölkerung
Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Kürzungen der internationalen Hilfe Menschen mit Behinderungen, die ohnehin schon vielfältigen Formen der Ausgrenzung ausgesetzt sind, unverhältnismässig stark treffen.
Die befragten Organisationen nannten folgende Gruppen als besonders betroffen:
- Kinder mit Behinderungen (85 Prozent),
- Frauen und Mädchen mit Behinderungen (84 Prozent),
- ältere Menschen mit Behinderungen (83 Prozent).
Frauen und Mädchen mit Behinderungen haben nur eingeschränkten Zugang zu spezialisierten Unterstützungsleistungen und sind einem erhöhten Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Kinder und Jugendliche sind von Unterbrechungen bei Rehabilitations-, Ernährungs- und Bildungsangeboten betroffen, was das Risiko von Schulabbruch, Mangelernährung und irreversiblen Entwicklungsverzögerungen mit sich bringt.
Angesichts dieser Erkenntnisse fordert HI Schweiz den Bundesrat zum Handeln auf. In einer Petition fordert die Organisation, dass die Schweiz Menschen mit Behinderungen umfassender in ihre humanitäre Hilfe einbezieht. Im Winter 2026 wird sie beim Bundesrat eine entsprechende Motion einreichen. Jede Unterschrift erhöht die Chancen, dass diese Motion angenommen wird. Die Petition kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:
www.handicap-international.ch/petition (https://www.handicap-international.ch/de/petition-menschen-mit-behinderungen-in-die-humanitaere-hilfe-der-schweiz-integrieren)
Pressekontakt:
Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
Kommunikationsbeauftragte
Avenue de la Paix 11 - 1202 Genéve
p.wilhelm@hi.org
022 710 93 36
https://www.handicap-international.ch/de
Original-Content von: Handicap International, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100052779/100941641
Weltweite Umfrage zeigt: Kürzungen der internationalen Hilfe treffen Menschen mit Behinderungen schwer
Eine von Handicap International (HI) in über 35 Ländern durchgeführte Umfrage zeigt die verheerenden Folgen der Kürzungen bei der internationalen Hilfe für Menschen mit Behinderungen: zunehmende Ausgrenzung, eingeschränkter Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und existenzielle Bedrohung. Der Bericht bezeichnet die Situation als "drastischsten Rückgang der Hilfe in der modernen Geschichte".
Hinweis an die Redaktion:
- Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden. (https://www.handicap-international.ch/sn_uploads/document/factsheet_aid_cuts_impacts_on_disability_inclusion_1.pdf)
- Daniel Suda-Lang steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
- Unterzeichnen Sie die Petition von HI Schweiz (https://www.handicap-international.ch/de/petition-menschen-mit-behinderungen-in-die-humanitaere-hilfe-der-schweiz-integrieren) für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die humanitäre Hilfe der Schweiz.
Folgen der Mittelkürzungen für Menschen mit Behinderungen
Dem Bericht zufolge war 2025 das Jahr mit dem stärksten jährlichen Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe, der je verzeichnet wurde. Demnach sank die weltweite Hilfe um 23,1 Prozent. Erstmals haben im selben Jahr die fünf grössten Geberländer der Welt ihre Hilfsbudgets gekürzt.
Der Bericht warnt davor, dass die aktuellen Kürzungen der Hilfe die Inklusion von Menschen mit Behinderungen noch stärker an den Rand der internationalen Zusammenarbeit drängen könnten.
Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von HI Schweiz, erklärt:
"Jede Budgetkürzung hat auch menschliche Folgen. Sie kann Menschen den Zugang zu Rehabilitation, Bildung, Gesundheitsversorgung oder zu anderen Unterstützungsleistungen, die für ihre Selbstständigkeit unverzichtbar sind, nehmen. [...] Die internationale Gemeinschaft muss reagieren und diese Entwicklung umkehren, bevor ihre Folgen irreversibel werden."
Behindertenorganisationen befinden sich in einer beispiellosen Finanzierungskrise
Die Umfrage zeigte, dass 79 Prozent der Organisationen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen, in den vergangenen 18 Monaten von schweren oder sehr schweren Finanzierungskürzungen betroffen waren. Dies betraf Organisationen in allen Regionen und auf allen organisatorischen Ebenen.
Die Folgen waren unmittelbar:
- 72 Prozent der Organisationen haben mindestens ein Programm oder eine Aktivität gestrichen oder ausgesetzt.
- 43 Prozent geben an, ihren Auftrag nur noch in geringem oder sehr geringem Umfang erfüllen zu können.
- 14 Prozent erklären, dass ihnen die endgültige Schliessung droht, wenn sich die aktuellen Entwicklungen fortsetzen.
- Die USA haben ihr Engagement im Bereich der internationalen Hilfe stark zurückgefahren. Dazu haben sie die USAID aufgelöst und Tausende Programme beendet oder ausgesetzt. Das Ergebnis ist ein doppelter Rückschlag: Sowohl die finanzielle Unterstützung als auch das institutionelle Engagement für Inklusion haben abgenommen.
In der Schweiz verschärfen Kürzungen in der internationalen Zusammenarbeit diese Krise zusätzlich. Der Bundesrat plant, die Mittel für die bilaterale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit drastisch zu reduzieren, unter anderem zugunsten der humanitären Hilfe und nationaler Interessen. Diese Neuausrichtung gefährdet die langfristige Finanzierung, die für Organisationen von Menschen mit Behinderungen und für Programme zur Förderung ihrer Inklusion unerlässlich ist.
Besonders betroffen: Frauen, Kinder, Geflüchtete und die ländliche Bevölkerung
Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Kürzungen der internationalen Hilfe Menschen mit Behinderungen, die ohnehin schon vielfältigen Formen der Ausgrenzung ausgesetzt sind, unverhältnismässig stark treffen.
Die befragten Organisationen nannten folgende Gruppen als besonders betroffen:
- Kinder mit Behinderungen (85 Prozent),
- Frauen und Mädchen mit Behinderungen (84 Prozent),
- ältere Menschen mit Behinderungen (83 Prozent).
Frauen und Mädchen mit Behinderungen haben nur eingeschränkten Zugang zu spezialisierten Unterstützungsleistungen und sind einem erhöhten Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Kinder und Jugendliche sind von Unterbrechungen bei Rehabilitations-, Ernährungs- und Bildungsangeboten betroffen, was das Risiko von Schulabbruch, Mangelernährung und irreversiblen Entwicklungsverzögerungen mit sich bringt.
Angesichts dieser Erkenntnisse fordert HI Schweiz den Bundesrat zum Handeln auf. In einer Petition fordert die Organisation, dass die Schweiz Menschen mit Behinderungen umfassender in ihre humanitäre Hilfe einbezieht. Im Winter 2026 wird sie beim Bundesrat eine entsprechende Motion einreichen. Jede Unterschrift erhöht die Chancen, dass diese Motion angenommen wird. Die Petition kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:
www.handicap-international.ch/petition (https://www.handicap-international.ch/de/petition-menschen-mit-behinderungen-in-die-humanitaere-hilfe-der-schweiz-integrieren)
Pressekontakt:
Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
Kommunikationsbeauftragte
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