Gaza/N'Djamena/Kyiv (ots) -
Die Finanzierung der internationalen humanitären Hilfe ist in den letzten zwei Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen. Demzufolge müssen Millionen Menschen in Krisengebieten ohne Unterstützung auskommen, wobei laut UN-Schätzungen 239 Millionen Menschen Nothilfe benötigen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August hin. Aufgrund massiver Einsparungen von Geberländern wie den USA befindet sich die globale Finanzierung auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Das hat unter anderem die Schließung hunderter Gesundheitszentren, Kürzungen von Lebensmittelrationen und die Einstellung von Ernährungsprogrammen und Wasserlieferungen zur Konsequenz. Zudem hat sich die Sicherheitslage für humanitäre Helfer und Helferinnen extrem verschlechtert. Die Zahlen der getöteten, verletzten und entführten Einsatzkräfte waren noch nie so hoch wie 2024 und 2025. Die gefährlichsten Arbeitsbedingungen haben humanitäre Helfende in Gaza.
Humanitäre Brennpunkte 2026
- In Gaza hält die humanitäre Krise auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand weiter an. Rund 1,9 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Mehrheit lebt in Notunterkünften, die medizinische Versorgung ist unzureichend, es fehlt an Lebensmitteln und Trinkwasser. Ghada Hirzallah, Nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer Palästina, sagt: "Zurzeit leisten 82 Mitarbeitende der SOS-Kinderdörfer in Gaza humanitäre Hilfe, unter lebensbedrohlichen Umständen. Die Sicherheitslage kann sich innerhalb von Minuten ändern. Wir sind tagtäglich mit plötzlichen Luftangriffen und Evakuierungsbefehlen konfrontiert. Dazu kommt die Gefahr, auf Blindgänger zu treffen. Oft erreichen unsere mobilen Teams die notleidenden Familien viel zu spät, weil kein Kraftstoff zum Tanken da ist, weil uns Motoröl und Autoersatzteile fehlen."
- Der Tschad steckt in einer komplexen Krise: Im östlichen Teil müssen hunderttausende sudanesische Geflüchtete mit dem Notwendigsten versorgt werden. Im Westen, nahe des Tschadsees, ist es aufgrund bewaffneter Konflikte allein bis Juli zur Binnenvertreibung von rund 220.000 Menschen gekommen. Cyrille Roassoum, Koordinator für Humanitäre Hilfe der SOS-Kinderdörfer Tschad, sagt: "Die humanitäre Hilfe ist extrem unterfinanziert: Es sind hier rund 4,6 Millionen Menschen in Not, die UN-Bedarfsanalyse für 2026 ist aber von 3,4 Millionen ausgegangen. Uns fehlen die Ressourcen für Lebensmittelvergaben und Bargeldtransfers, es mangelt an Logistik und Sicherheit. Der humanitäre Zugang ist wegen der maroden Straßeninfrastruktur und, vor allem im Westen, wegen Raubüberfällen und Entführungen von humanitären Helfern äußerst gefährlich."
- In der Ukraine benötigen aufgrund des russischen Angriffskriegs laut UN in diesem Jahr 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, es gibt über 3,7 Millionen Binnenvertriebene. Dass sich die geografische Reichweite der Angriffe inzwischen erheblich ausgeweitet hat, erschwert den humanitären Zugang. Serhii Lukashov, nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, sagt: "Die Risiken für humanitäre Helfer sind vor allem in den Frontgebieten erheblich. Allein bis Juni sind sechs Einsatzkräfte ums Leben gekommen, 36 wurden verletzt. Seit Juli hat sich die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung und für humanitäre Helfende nochmal verschlechtert, zum Beispiel weil sich die Angriffe auf Cherson, Saporischschja und Sumy verdoppelt haben. In den Frontgebieten sind mobile Teams und lokal ansässige humanitäre Helfende aber unerlässlich, weil den Familien dort sonst jegliche Unterstützung fehlt. Um die Präsenz aufrechtzuerhalten, brauchen wir dringend mehr internationale Solidarität und eine flexible, nachhaltige Finanzierung."
Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit in Notsituationen
Die SOS-Kinderdörfer leisten humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten weltweit. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Präsenz in über 130 Ländern weltweit sind sie in der Lage, Kinder und Familien in Katastrophen- und Notsituationen schnell und effizient zu unterstützen. Häufig geht die Soforthilfe später in langfristige Projekte über.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de
Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/1658/6335173
Die Finanzierung der internationalen humanitären Hilfe ist in den letzten zwei Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen. Demzufolge müssen Millionen Menschen in Krisengebieten ohne Unterstützung auskommen, wobei laut UN-Schätzungen 239 Millionen Menschen Nothilfe benötigen. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August hin. Aufgrund massiver Einsparungen von Geberländern wie den USA befindet sich die globale Finanzierung auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Das hat unter anderem die Schließung hunderter Gesundheitszentren, Kürzungen von Lebensmittelrationen und die Einstellung von Ernährungsprogrammen und Wasserlieferungen zur Konsequenz. Zudem hat sich die Sicherheitslage für humanitäre Helfer und Helferinnen extrem verschlechtert. Die Zahlen der getöteten, verletzten und entführten Einsatzkräfte waren noch nie so hoch wie 2024 und 2025. Die gefährlichsten Arbeitsbedingungen haben humanitäre Helfende in Gaza.
Humanitäre Brennpunkte 2026
- In Gaza hält die humanitäre Krise auch nach dem vereinbarten Waffenstillstand weiter an. Rund 1,9 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Mehrheit lebt in Notunterkünften, die medizinische Versorgung ist unzureichend, es fehlt an Lebensmitteln und Trinkwasser. Ghada Hirzallah, Nationale Leiterin der SOS-Kinderdörfer Palästina, sagt: "Zurzeit leisten 82 Mitarbeitende der SOS-Kinderdörfer in Gaza humanitäre Hilfe, unter lebensbedrohlichen Umständen. Die Sicherheitslage kann sich innerhalb von Minuten ändern. Wir sind tagtäglich mit plötzlichen Luftangriffen und Evakuierungsbefehlen konfrontiert. Dazu kommt die Gefahr, auf Blindgänger zu treffen. Oft erreichen unsere mobilen Teams die notleidenden Familien viel zu spät, weil kein Kraftstoff zum Tanken da ist, weil uns Motoröl und Autoersatzteile fehlen."
- Der Tschad steckt in einer komplexen Krise: Im östlichen Teil müssen hunderttausende sudanesische Geflüchtete mit dem Notwendigsten versorgt werden. Im Westen, nahe des Tschadsees, ist es aufgrund bewaffneter Konflikte allein bis Juli zur Binnenvertreibung von rund 220.000 Menschen gekommen. Cyrille Roassoum, Koordinator für Humanitäre Hilfe der SOS-Kinderdörfer Tschad, sagt: "Die humanitäre Hilfe ist extrem unterfinanziert: Es sind hier rund 4,6 Millionen Menschen in Not, die UN-Bedarfsanalyse für 2026 ist aber von 3,4 Millionen ausgegangen. Uns fehlen die Ressourcen für Lebensmittelvergaben und Bargeldtransfers, es mangelt an Logistik und Sicherheit. Der humanitäre Zugang ist wegen der maroden Straßeninfrastruktur und, vor allem im Westen, wegen Raubüberfällen und Entführungen von humanitären Helfern äußerst gefährlich."
- In der Ukraine benötigen aufgrund des russischen Angriffskriegs laut UN in diesem Jahr 10,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, es gibt über 3,7 Millionen Binnenvertriebene. Dass sich die geografische Reichweite der Angriffe inzwischen erheblich ausgeweitet hat, erschwert den humanitären Zugang. Serhii Lukashov, nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer Ukraine, sagt: "Die Risiken für humanitäre Helfer sind vor allem in den Frontgebieten erheblich. Allein bis Juni sind sechs Einsatzkräfte ums Leben gekommen, 36 wurden verletzt. Seit Juli hat sich die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung und für humanitäre Helfende nochmal verschlechtert, zum Beispiel weil sich die Angriffe auf Cherson, Saporischschja und Sumy verdoppelt haben. In den Frontgebieten sind mobile Teams und lokal ansässige humanitäre Helfende aber unerlässlich, weil den Familien dort sonst jegliche Unterstützung fehlt. Um die Präsenz aufrechtzuerhalten, brauchen wir dringend mehr internationale Solidarität und eine flexible, nachhaltige Finanzierung."
Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien weltweit in Notsituationen
Die SOS-Kinderdörfer leisten humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten weltweit. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Präsenz in über 130 Ländern weltweit sind sie in der Lage, Kinder und Familien in Katastrophen- und Notsituationen schnell und effizient zu unterstützen. Häufig geht die Soforthilfe später in langfristige Projekte über.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
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