NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstagmorgen nach dem Preissprung am Vorabend weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober kostete am Morgen 91,49 US-Dollar, das waren 0,68 Prozent mehr als am Vorabend. Am Vorabend war der Preis für Nordseeöl Brent um rund zwei Dollar auf über 91 US-Dollar in die Höhe gesprungen.
Die Aussicht auf eine baldige Lösung des Kriegs zwischen den USA und Iran sind wieder einmal gesunken, nachdem ein weiterer Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet wurde. Ein Schiff sei beim Auslaufen aus der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, teilte die britische Behörde UK Maritime Trade Operations mit. Es habe einen Schaden im Maschinenraum und einen verletzten Crewangehörigen gegeben. Die Hintergründe würden untersucht.
Mit einer scharfen Drohung hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Oman erhöht. Das Sultanat soll derzeit mit dem Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt sein soll - bisher ohne Einigung. "Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren", sagte Trump dem Sender Fox News am Montag. Der Oman ist bislang keine aktive Kriegspartei.
Das zwischen Teheran und Washington ausgehandelte Rahmenabkommen sah vor, dass der Oman und der Iran gemeinsam eine Lösung für die Schifffahrt finden - in Absprache mit den Anrainerstaaten und unter Berücksichtigung internationalen Rechts. Der Oman berichtete zwar von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung wurde bisher aber nicht verkündet.
Trumps Drohungen gegen Oman und seine Zurückhaltung im Zusammenhang mit möglichen Verhandlungen für eine neue Waffenruhe hätten Öl-Händler dazu veranlasst, Brent-Futures über die Hochs der vergangenen Woche zu treiben, sagte Chris Weston, Forschungschef beim Broker Pepperstone Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Angesichts dieser Lage müsse von weiterem Aufwärtspotenzial bei den Ölpreisen ausgegangen werden./stk/jha/
