DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Zahl der Baugenehmigungen steigt im Juni
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im Juni gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurde im Juni der Bau von insgesamt 21.600 Wohnungen genehmigt, was einem Zuwachs von 13,8 Prozent oder 2.600 Genehmigungen gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Auch der Neubau entwickelte sich positiv: Hier kletterte die Zahl der genehmigten Wohnungen um 14,1 Prozent beziehungsweise 2.200 auf insgesamt 17.800 Einheiten. Ebenfalls im Aufwind präsentierte sich der Bereich der Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Die Zahl der durch solche Maßnahmen entstehenden Wohnungen stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,1 Prozent oder 400 auf 3.900 Einheiten.
Arbeitslosenquote in Großbritannien bleibt stabil
Die Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich ist in den drei Monaten bis Juni unverändert geblieben, während das Lohnwachstum leicht zulegte. Dies dürfte die Haltung der Währungshüter der Bank of England kaum beeinflussen. Es wird erwartet, dass sie die Zinssätze im nächsten Monat unverändert lassen. Die Arbeitslosenquote lag laut den am Dienstag vom nationalen Statistikamt (Office for National Statistics) veröffentlichten Daten bei 4,9 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie in den drei Monaten bis Mai. Ein Konsens von Ökonomen, die von The Wall Street Journal befragt wurden, hatte eine Quote von 4,8 Prozent erwartet.
Reduzierung der Fed-Zinserwartungen als übertrieben erachtet
Die Reduzierung der Zinserhöhungserwartungen für die Federal Reserve fühle sich "etwas übertrieben" an, da die Details der Daten gemischter gewesen seien als die Gesamtzahlen vermuten ließen, schreiben die Strategen der Deutschen Bank in einem Kommentar. Die Markteinpreisung von Zinserhöhungen der Fed für dieses Jahr sei auf knapp eine bis Dezember eingepreiste Zinserhöhung reduziert worden. Zudem stehe vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses eine weitere Runde von Inflations- und Arbeitsmarktdaten an, sagen sie. "Die Renditen am langen Ende bleiben erhöht, wobei die Laufzeitprämien gestiegen sind und die Zinskurve sich deutlich versteilt", so die Strategen. "Am kurzen Ende sind die Refinanzierungsmärkte trotz der hohen Emissionen von Geldmarktpapieren in den letzten Wochen bemerkenswert ruhig geblieben."
Australischen Verbrauchern drohen weiterhin höhere Zinsen
Die jüngsten Daten zum australischen Verbrauchervertrauen sehen freundlicher aus, aber die Freude könnte von kurzer Dauer sein. Zwar seien viele Ökonomen zuversichtlich, dass die Reserve Bank of Australia die Straffung für diesen Zyklus beendet habe, doch sei es noch zu früh für eine Entwarnung, meint Ivan Colhoun, Chefökonom von CreditorWatch. Tatsächlich sei das Risiko einer weiteren Straffung viel höher als von den Konsensprognosen erwartet. Nachdem die RBA ihr Inflationsmandat so lange nicht erfüllt habe, könne sie sich in den kommenden Monaten keine Überraschungen nach oben leisten, meint er.
BoJ dürfte Zinserhöhungen auf alle 3-4 Monate beschleunigen
Die Bank of Japan dürfte das Tempo der Zinserhöhungen von derzeit einmal alle sechs Monate auf alle drei bis vier Monate beschleunigen, schreiben drei Analysten der DBS Group Research in einem Kommentar. "Wir ziehen den erwarteten Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung der BoJ auf September vor und erwarten zwei weitere Schritte im ersten bzw. zweiten Quartal 2027, womit der Tagesgeldsatz bis Mitte 2027 auf 1,75 Prozent steigen würde", so die Analysten. Sie merken an, dass die jüngste Kommunikation der BoJ hawkish geworden sei und die japanische Regierung einer frühen Zinserhöhung weniger ablehnend gegenüberzustehen scheine. DBS hebt zudem ihre Prognosen für das japanische BIP-Wachstum an: für 2026 auf 0,9 Prozent von 0,5 Prozent und für 2027 auf 1,0 Prozent von 0,5 Prozent.
Zinserhöhung der Bank of Canada am Horizont - Macquarie rechnet damit
Macquarie rechnet nach der Inflationsbeschleunigung im Juli weiterhin damit, dass die Bank of Canada die Zinsen bald anheben wird. Das Basisszenario sei eine Anhebung um einen viertel Prozentpunkt im Oktober, obwohl der Ökonom David Doyle meint, dass auch der Dezember eine Möglichkeit sei. Die Gesamtinflation in Kanada hat im Juli bei 0,4 Prozent im Monatsvergleich und 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gelegen, wobei ein starker Anstieg der Benzinpreise ein Treiber war. Die Messgrößen der Kerninflation haben auf Monatsbasis ebenfalls angezogen, liegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber weiterhin unter 2 Prozent. Doyle meint, die Schwäche am Immobilienmarkt bleibe ein wesentlicher Treiber für die gedämpften Werte der Kerninflation im Jahresvergleich. "Die Disinflation bei selbstgenutztem Wohneigentum war stark, aber sie zeigt jetzt Anzeichen einer möglichen Talsohle", sagt er.
Kanadas Premier Carney will mit Trump über drohenden 50-Prozent-Zoll sprechen
Der kanadische Premierminister Mark Carney rechnet damit, bereits am Mittwoch mit Präsident Trump über die Absicht Washingtons zu sprechen, einen Zoll von 50 Prozent auf kanadische Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar zu erheben. Die USA und Kanada befänden sich in "sehr heiklen und intensiven Verhandlungen", sagte Carney am Montag in der Provinz Neufundland gegenüber Reportern, als er Pläne für ein großes Stromerzeugungsprojekt vorstellte. Kanadische Unterhändler sind seit fast einer Woche in Washington, um eine Einigung zu erzielen. Diese soll die Trump-Regierung überzeugen, die Erhebung des hohen Zolls entweder zu verschieben oder ganz zu streichen.
Neueste Konjunkturdaten aus China überschatten Jahreswachstumsziel
Chinas Daten zur Wirtschaftstätigkeit im Juli deuten auf ein monatliches BIP-Wachstum von etwa 4,2 Prozent im Jahresvergleich hin. Dieses Tempo dürfte weitere Zweifel daran aufkommen lassen, ob Peking sein Jahresziel von 4,5 bis 5 Prozent erreichen kann, meint Larry Hu von der Macquarie Group. "Wir erwarten, dass Peking an der 'Just Enough'-Regel festhalten wird", so der Ökonom. Es werde nur das tun, was nötig sei, um das Ziel zu erreichen, und nicht mehr. Die enttäuschenden Juli-Daten deuten auf eine Aufstockung der fiskalischen Unterstützung hin, was die wirtschaftliche Dynamik verbessern dürfte. Die Binnennachfrage dürfte aber schwach bleiben, wenn die von der KI getragene Exportstärke anhält. "Chinas Wirtschaft läuft mit zwei Geschwindigkeiten: Konsum und Immobilien entwickeln sich schwach, während die Auslandsnachfrage stark ist", meint Hu.
Chinas Infrastruktur-Offensive nimmt offenbar an Fahrt auf
Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass China nach der Sitzung des Politbüros im Juli die Grundlagen für einen schnelleren Zyklus bei den Infrastrukturausgaben schafft, schreiben die Ökonomen von Barclays Research in einem Bericht. Sie verweisen auf eine Zunahme der Emissionen von Sonderanleihen der Kommunalverwaltungen im August. Umsetzungsrichtlinien für das neue politikgestützte Finanzinstrument in Höhe von 800 Milliarden Yuan seien an die Provinzen verteilt worden, was den Beginn von Projektanträgen und der Mittelvergabe ermögliche, so die Ökonomen. Förderfähige Projekte würden Zinszuschüsse erhalten, und der Investitionsumfang sei erweitert worden, um neben unter anderem digitaler Infrastruktur, KI und städtischen Versorgungsnetzen auch Projekte des Privatsektors und der Industrie einzubeziehen.
Chinas Immobilienmarkt hat die Talsohle noch nicht erreicht
Die breit angelegte Verschlechterung bei den wichtigsten Indikatoren des chinesischen Immobiliensektors, einschließlich Investitionen, Baubeginnen und Immobilienpreisen, bestärkt die Ansicht von Barclays Research, dass der Markt die Talsohle noch nicht erreicht hat. "Wir erwarten, dass die Immobilieninvestitionen im Jahr 2026 um 20 Prozent schrumpfen werden, nach einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang von 12 Prozent in den Jahren 2022-24", schreiben die Volkswirte in einem Bericht. Damit lägen die Immobilieninvestitionen bei nur noch 45 Prozent ihres Höchststandes von 2021. Der direkte Beitrag des Sektors zum BIP sei ebenfalls deutlich gesunken, von 25 Prozent im Jahr 2021 auf rund 13 Prozent im Jahr 2025.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
August 18, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
