DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im August
Die Erwartungen von Finanzinvestoren für die deutsche Konjunktur haben sich im August etwas deutlicher als erwartet aufgehellt. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf plus 34,2 (Juli: plus 26,3) Punkte, wie das ZEW mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 30,0 Punkte gerechnet. Der Index zur Beurteilung der Konjunkturlage erhöhte sich auf minus 61,1 (minus 77,6) Punkte. Ökonomen hatten einen Anstieg auf minus 69,6 Punkte prognostiziert. Der Anstieg der Erwartungen hängt nach Einschätzung von ZEW-Präsident Achim Wambach mit den guten Quartalszahlen und dem jüngsten Exporthoch zusammen.
Erwerbstätigkeit in Deutschland sinkt im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2026 sind in Deutschland rund 45,7 Millionen Menschen erwerbstätig gewesen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt um 53.000 Personen oder 0,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 212.000 Personen oder 0,5 Prozent. Damit setzte sich der Rückgang der Erwerbstätigkeit mit leicht zunehmendem Tempo fort, nachdem im ersten Quartal 2026 bereits ein Minus von 190.000 Personen oder 0,4 Prozent verzeichnet worden war.
Zinserhöhung der Fed vor US-Zwischenwahlen unwahrscheinlich - BofA-Umfrage
Eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve vor den Zwischenwahlen in den USA im November ist höchst unwahrscheinlich, wie aus der globalen Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern vom August hervorgeht. In der Umfrage geben 72 Prozent der Befragten an, dass vor diesem Zeitpunkt keine Zinserhöhung der Fed stattfinden werde, während 22 Prozent eine solche vor den Zwischenwahlen erwarteten. Die Geldmärkte preisen laut Daten von LSEG derzeit eine Zinserhöhung der Fed im Dezember ein.
US-Staatsfinanzen zunehmend von Zinsänderungen der Fed abhängig
Die öffentlichen Finanzen der USA werden immer abhängiger von zukünftigen Zinsänderungen der Federal Reserve, schreibt Eiko Sievert von Scope Ratings in einem Kommentar. Die wachsende Abhängigkeit des Finanzministeriums von T-Bills helfe zwar, die Finanzierungskosten kurzfristig einzudämmen, berge aber ein deutlich höheres Refinanzierungsrisiko, so Sievert. Scope erwartet, dass die US-Staatsverschuldung von 124 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 138 Prozent des BIP im Jahr 2030 steigen wird. Dies wäre höher als in allen Ländern der Eurozone, wobei Italien mit 136 Prozent den höchsten Wert aufweise, jedoch niedriger als der japanische Wert von 200 Prozent, so der Experte. Eine hohe Schuldenquote allein bedeute jedoch keine akuten Refinanzierungsrisiken. Andere Faktoren seien ebenfalls wichtig, darunter die Fälligkeitsstrukturen und die Rolle des US-Dollars als globale sichere Hafenwährung, meint er.
Intervention von USA und Japan deutet auf Sorgen um US-Anleihemarkt hin
Die Sorge, dass Japan zur Finanzierung von Währungsinterventionen seine Bestände an US-Staatsanleihen abstößt, hat die USA möglicherweise dazu bewogen, sich den Bemühungen Japans zur Stärkung des Yen anzuschließen, schreibt Derek Halpenny von der MUFG Bank in einer Research Note. Die USA und Japan hatten Ende Juli eine gemeinsame Intervention zur Stützung des Yen durchgeführt. Das japanische Finanzministerium habe mitgeteilt, dass es die FIMA-Repo-Fazilität der Federal Reserve nutzen wolle, die es Zentralbanken ermöglicht, Dollar-Barmittel zu beschaffen, ohne Staatsanleihen zu verkaufen. Dies "erweckte den Eindruck einer wachsenden Besorgnis über die Stabilität des US-Staatsanleihemarktes, was sich als kontraproduktiver Schritt des US-Finanzministeriums hätte erweisen können", meint Halppeny.
Britischer Arbeitsmarkt stagniert weiter
Obwohl die britische Wirtschaft im Juni die Erwartungen übertroffen hat, tritt der Arbeitsmarkt weiterhin auf der Stelle, schreibt Sanjay Raja von der Deutschen Bank in einer Research Note. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,9 Prozent, während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 13.000 zurückging. Eine stagnierende Entwicklung werde die Zinsentscheidungen der Bank of England kaum beeinflussen, schreibt Raja. "Eine Schwäche der wichtigsten Indikatoren dürfte den [Geldpolitischen Ausschuss] vorerst an der Seitenlinie halten, da die Märkte ihren Fokus auf die morgigen Inflationsdaten richten."
Britische Lebensmittelinflation verlangsamt sich im Juli - Laut Worldpanel
Laut dem Marktforscher Worldpanel by Numerator hat sich die vergleichbare Inflation bei Lebensmitteln in Großbritannien im Juli verlangsamt, womit die Preise den fünften Monat in Folge nachgaben. Die vergleichbare Lebensmittelinflation habe sich in den vier Wochen bis zum 9. August auf 2,1 Prozent verlangsamt und sei damit der niedrigste Wert seit Oktober 2024, schrieb der Datenanbieter in einer Research Note. Das finanzielle Vertrauen der Kunden sei auf den höchsten Stand seit November 2021 gestiegen, wobei sich 39 Prozent nun finanziell gut aufgestellt fühlten, sagt Sally Ball von Worldpanel. Allerdings gäben 20 Prozent der Kunden an, dass sie Schwierigkeiten hätten, fügt sie hinzu.
DJG/DJN/apo
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August 18, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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