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MÄRKTE EUROPA/Nahost-Unsicherheiten belasten - Öl und Renditen steigen

DJ MÄRKTE EUROPA/Nahost-Unsicherheiten belasten - Öl und Renditen steigen

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte tendieren am Dienstagmittag etwas leichter. Mit Blick auf das eingetrübte Umfeld sind "die Abgaben allerdings überschaubar", so ein Marktteilnehmer. Wie bereits am Vortag zu beobachten, sind die Umsätze erneut dünn und damit bisher kaum Abgabedruck vorhanden. Der DAX verliert 0,4 Prozent auf 26.244 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,5 Prozent auf 6.497 Punkte nach unten. Mit Blick auf die Branchen in Europa notieren Öl- und Gaswerte 0,4 Prozent im Plus, der Sektor der Technologiewerte handelt dagegen 1,6 Prozent im Minus. Ein am Vormittag deutlich über den Erwartungen ausgefallener ZEW-Index aus Deutschland - sowohl bei der Konjunkturlage als auch den -erwartungen - setzt an den Märkten keine Akzente.

Der Seismograph im Nahost-Konflikt, der Ölpreis, schlägt wieder aus, diesmal nach oben. Die Ölpreise steigen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hat, er strebe keine Verlängerung des ausgelaufenen Waffenstillstands der USA mit dem Iran an. Zudem hatte Trump am Vortag dem Oman mit einer Bombardierung gedroht, sollte dieser sich den Bemühungen der USA um ein Friedensabkommen mit dem Iran "in den Weg stellen". Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent zeigt sich knapp unter der Marke von 91 Dollar je Barrel.

Neben dem weiter steigenden Ölpreis haben Anleger die erneut anziehenden Renditen an den Anleihemärkten im Blick. So sind die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert. "Damit werden Renten bei der Kapitalallokation zur immer größeren Konkurrenz für Aktien", so QC Partners. Dazu verteuerten die steigenden Zinsen nicht nur die Refinanzierungen der Staaten, sondern auch der Unternehmen. Am Devisenmarkt ist die Schwäche des Yen weiterhin das dominierende Thema, nachdem die Interventionen durch die USA und Japan die Währung offenbar nicht nachhaltig schwächen konnten.

Die steigenden Renditen an den Anleihemärkten dürften zusehends belasten, an der Börse vor allem die Technologietitel über die Bewertungen oder die KI-Unternehmen mit dem kaum zu stillenden Kapitalhunger. Aber auch Immobilienwerte dürften zusehends Gegenwind verspüren. Ansonsten auch Staaten, die eine hohe Verschuldung aufweisen, wie Japan, die USA oder in Europa Frankreich oder Italien.

Am deutschen Aktienmarkt positionieren sich die Anleger defensiver. So stellt die Aktie der Deutschen Telekom mit einem Plus von 1,7 Prozent den größten Gewinner, Infineon mit Minus von 4,9 Prozent den stärksten Verlierer.

Daneben sorgen Umstufungen für Bewegung. Für Lanxess geht es um 4,0 Prozent nach unten. Angeblich soll Exane die Aktie abgestuft haben.

Die Ergebnisse von BHP (+0,6%) unterstreichen den vielversprechenden Start des neuen CEO Brandon Craig, schreibt Dan Coatsworth, Leiter Märkte bei AJ Bell. Kupfer habe die Leistung des Bergbaukonzerns angetrieben und zu einer kräftigen Dividendenerhöhung beigetragen. Die Analysten von Berenberg haben derweil die Aktie des Autovermieters Sixt (+3,7%) auf "Buy" erhöht. Sie rechnen mit einem starken Geschäft während der sommerlichen Urlaubssaison in Europa. Daneben dürfte sich das Management verstärkt auf den Umgang mit dem Restwertrisiko in den USA konzentrieren und sich um eine bessere Kommunikation mit den Anlegern bemühen. Sixt dürfte das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und die Aktien eine Neubewertung erfahren, prognostiziert Berenberg.

H&M legen nach zwei positiven Broker-Kommentaren um 3,2 Prozent zu. Der Bekleidungskonzern dürfte von regulatorischen Änderungen in der EU profitieren, die die Belastungen durch ein schwierigeres Nachfrage- und Kostenumfeld abmildern dürften, so die Jefferies-Analysten. Regulatorische Änderungen in vielen westlichen Märkten dürften vor allem chinesische Plattformen beeinträchtigen, die in Europa eine bedeutende deflationäre Kraft gewesen seien.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.496,70  -0,5   -33,75    6.530,45    12,2 
Stoxx-50        5.474,55  -0,5   -25,98    5.500,53    11,3 
DAX          26.243,75  -0,4   -94,86    26.338,61    7,2 
MDAX          32.127,54  -0,7  -229,44    27.039,42    4,9 
TecDAX         4.075,75  -0,4   -17,49    3.091,28    12,5 
SDAX          18.494,91  +0,1    8,59    13.062,07    7,7 
FTSE          10.723,08  +0,0    2,78    10.720,30    8,0 
CAC           8.535,13  -0,5   -44,47    8.579,60    4,7 
SMI          14.256,17  -0,3   -46,22    14.302,39    7,5 
ATX           6.677,08  -0,4   -24,61    6.701,69    25,4 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:49 
EUR/USD          1,1573  -0,1  -0,0006     1,1579   1,1589 
EUR/JPY          184,87  +0,1   0,2400     184,63  184,7000 
EUR/CHF          0,9403  +0,2   0,0015     0,9388   0,9384 
EUR/GBP          0,8558  +0,1   0,0011     0,8547   0,8544 
USD/JPY          159,73  +0,2   0,3000     159,43  159,3600 
GBP/USD          1,3521  -0,2  -0,0022     1,3543   1,3560 
USD/CNY          6,7419  +0,0   0,0020     6,7399   6,7399 
USD/CNH          6,7461  +0,1   0,0042     6,7419   6,7413 
AUS/USD          0,7103  0,0   0,0000     0,7103   0,7113 
Bitcoin/USD      64.306,22  -0,1   -48,84    64.355,06 64.079,02 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         84,99  +0,6    0,49      84,5 
Brent/ICE          90,9  +0,0    0,03      90,87 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.389,69  -0,6   -25,50    4.415,19 
Silber           64,94  -1,3   -0,86      65,80 
Platin         1.745,65  -1,4   -24,49    1.770,14 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/ros

(END) Dow Jones Newswires

August 18, 2026 07:47 ET (11:47 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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