DJ MAKRO TALK/S&P: Hitzewelle belastet europäische Versicherer
Die Hitzewellen des aktuellen Sommers deuten nach Aussage von Volker Kudszus, Versicherungsanalyst bei Standard & Poor's (S&P), darauf hin, dass die Klimarisiken für europäische Versicherer zunehmen. "Während Erst- und Rückversicherer im Schaden-/Unfallbereich mit steigenden Schadenmeldungen infolge von Dürren und Waldbränden konfrontiert sind, müssen Erst- und Rückversicherer im Lebens- und Krankenbereich mehr Todesfallmeldungen und eine erhöhte Nachfrage nach medizinischen Leistungen bewältigen", schreibt er in einer Analyse. Da Hitzewellen zudem große geografische Regionen beträfen und über Wochen anhalten könnten, stiegen auch die kumulierten und systemischen Risiken.
Da jüngere Altersgruppen im Allgemeinen am wenigsten von Hitzestress betroffen sind, dürften die Auswirkungen extremer Hitzeereignisse auf Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen nach Aussage des Analysten begrenzt bleiben. Kranken-, Pflege- und Rentenversicherer jedoch könnten stärker betroffen sein - insbesondere dort, wo die Auswirkungen steigender Temperaturen in den ursprünglichen Verträgen nicht vollständig berücksichtigt wurden. "Über hitzebedingte Todesfälle hinaus sind es auch sich verschlechternde Gesundheitszustände und die daraus resultierende Zunahme von Behandlungen und Krankenhausaufenthalten, die die Finanzen der Erst- und Rückversicherer belasten und in der Folge zu höheren Prämien führen könnten", erläutert Kudszus. Rating-Implikationen sieht er vorerst nicht.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/apo
(END) Dow Jones Newswires
August 19, 2026 03:01 ET (07:01 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
