Hamburg (ots) -
Auf die Plätze, fertig, losfuttern! Beim Gartenschläfer dreht sich aktuell alles ums Essen. Die seltenen Bilche müssen vor dem Winter ein möglichst dickes Speckpolster anlegen. Noch bis Ende September lassen sie sich mit Vorliebe Insekten und Beeren schmecken, bevor sie sich in Baumhöhlen oder Felsspalten zurückziehen und etwa ein halbes Jahr lang Winterschlaf halten.
"Besonders die jungen Gartenschläfer, die im Mai auf die Welt gekommen sind, müssen sich vor ihrem ersten Winterschlaf mächtig ranhalten", sagt Julia-Marie Battermann, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. "Sie haben vor ein paar Wochen erst das Nest verlassen und wenig Zeit, um ausreichend zu futtern."
Die benötigten Speckpolster sind beträchtlich: Wiegen ausgewachsene Gartenschläfer im Frühsommer im Harz zum Teil weniger als 50 Gramm, bringen sie - je nach Nahrungsangebot - im Spätsommer gerne über 100 Gramm auf die Waage. Von diesem Zusatzgewicht zehren sie während des Winterschlafs, denn Insekten, ihre Hauptnahrungsquelle, sind in dieser Zeit nur bedingt verfügbar.
Der Winterschlaf ist kein Schlaf im eigentlichen Sinne. Die Tiere fahren vielmehr ihren Stoffwechsel drastisch herunter. Ihre Körpertemperatur liegt dann nahe der Außentemperatur, ihr Herz schlägt nur noch zweimal pro Minute. Diesen extremen Ruhezustand bezeichnen Biologen als Torpor.
"Wenn Gartenschläfer im Sommer zu wenig Nahrung finden, überstehen sie den Winter nicht", sagt Battermann. Deshalb sind vor allem naturnahe Waldränder mit früchtetragenden Sträuchern wie Himbeere und Brombeere, aber auch beerentragende Bäume wie Vogelbeeren für den kleinen Bilch überlebenswichtig: Sie locken nicht nur Insekten an und liefern damit Nahrung, sie bieten den Bilchen auch Versteckmöglichkeiten. Die Deutsche Wildtier Stiftung pflanzt deshalb im Rahmen ihres Projekts "Zukunft für den Gartenschläfer" im Harz in Sachsen-Anhalt artenreiche Waldränder, die die Lebensräume der Gartenschläfer aufwerten und miteinander verbinden. Das Projekt beinhaltet auch ein Fotofallen-Monitoring, das Aufschluss darüber geben soll, wo noch Gartenschläfer leben. Ihr Verbreitungsgebiet in Europa ist in den vergangenen 30 Jahren um etwa die Hälfte geschrumpft, in Deutschland gibt es nur noch vereinzelte Vorkommen.
Je mehr Daten es zum Vorkommen der selten gewordenen Tiere gibt, umso besser können Schutzmaßnahmen greifen. Dabei helfen auch Sichtungen aus Parks und Gärten. "Die vielfältigen Rufe der nachtaktiven Gartenschläfer sind in lauen Sommernächten gut zu hören. Gesichtet werden sie auch häufig in Schuppen und auf Dachböden. Darum bitten wir alle darum, sich an der Suche zu beteiligen", sagt Battermann. Wer einen Gartenschläfer beobachtet oder tot auffindet, kann die Sichtung mit Ort, Datum und wenn möglich Foto melden unter: TierdesJahres@DeutscheWildtierStiftung.de.
Mehr zum Gartenschläfer inklusive seiner Lautäußerungen zum Nachhören: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/gartenschlaefer
Mehr Infos zum Gartenschläfer-Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/gartenschlaefer-zukunft-fuer-den-kleinen-bilch
Fotos auf Anfrage
Die Pflanzungen im Harz wurden dankenswerterweise von der Deutschen Postcode Lotterie finanziert.
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin
Deutsche Wildtier Stiftung
Lucy-Borchardt-Straße 2
+4940970786914
j.calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/37587/40000128
Auf die Plätze, fertig, losfuttern! Beim Gartenschläfer dreht sich aktuell alles ums Essen. Die seltenen Bilche müssen vor dem Winter ein möglichst dickes Speckpolster anlegen. Noch bis Ende September lassen sie sich mit Vorliebe Insekten und Beeren schmecken, bevor sie sich in Baumhöhlen oder Felsspalten zurückziehen und etwa ein halbes Jahr lang Winterschlaf halten.
"Besonders die jungen Gartenschläfer, die im Mai auf die Welt gekommen sind, müssen sich vor ihrem ersten Winterschlaf mächtig ranhalten", sagt Julia-Marie Battermann, Artenschützerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. "Sie haben vor ein paar Wochen erst das Nest verlassen und wenig Zeit, um ausreichend zu futtern."
Die benötigten Speckpolster sind beträchtlich: Wiegen ausgewachsene Gartenschläfer im Frühsommer im Harz zum Teil weniger als 50 Gramm, bringen sie - je nach Nahrungsangebot - im Spätsommer gerne über 100 Gramm auf die Waage. Von diesem Zusatzgewicht zehren sie während des Winterschlafs, denn Insekten, ihre Hauptnahrungsquelle, sind in dieser Zeit nur bedingt verfügbar.
Der Winterschlaf ist kein Schlaf im eigentlichen Sinne. Die Tiere fahren vielmehr ihren Stoffwechsel drastisch herunter. Ihre Körpertemperatur liegt dann nahe der Außentemperatur, ihr Herz schlägt nur noch zweimal pro Minute. Diesen extremen Ruhezustand bezeichnen Biologen als Torpor.
"Wenn Gartenschläfer im Sommer zu wenig Nahrung finden, überstehen sie den Winter nicht", sagt Battermann. Deshalb sind vor allem naturnahe Waldränder mit früchtetragenden Sträuchern wie Himbeere und Brombeere, aber auch beerentragende Bäume wie Vogelbeeren für den kleinen Bilch überlebenswichtig: Sie locken nicht nur Insekten an und liefern damit Nahrung, sie bieten den Bilchen auch Versteckmöglichkeiten. Die Deutsche Wildtier Stiftung pflanzt deshalb im Rahmen ihres Projekts "Zukunft für den Gartenschläfer" im Harz in Sachsen-Anhalt artenreiche Waldränder, die die Lebensräume der Gartenschläfer aufwerten und miteinander verbinden. Das Projekt beinhaltet auch ein Fotofallen-Monitoring, das Aufschluss darüber geben soll, wo noch Gartenschläfer leben. Ihr Verbreitungsgebiet in Europa ist in den vergangenen 30 Jahren um etwa die Hälfte geschrumpft, in Deutschland gibt es nur noch vereinzelte Vorkommen.
Je mehr Daten es zum Vorkommen der selten gewordenen Tiere gibt, umso besser können Schutzmaßnahmen greifen. Dabei helfen auch Sichtungen aus Parks und Gärten. "Die vielfältigen Rufe der nachtaktiven Gartenschläfer sind in lauen Sommernächten gut zu hören. Gesichtet werden sie auch häufig in Schuppen und auf Dachböden. Darum bitten wir alle darum, sich an der Suche zu beteiligen", sagt Battermann. Wer einen Gartenschläfer beobachtet oder tot auffindet, kann die Sichtung mit Ort, Datum und wenn möglich Foto melden unter: TierdesJahres@DeutscheWildtierStiftung.de.
Mehr zum Gartenschläfer inklusive seiner Lautäußerungen zum Nachhören: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/gartenschlaefer
Mehr Infos zum Gartenschläfer-Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/gartenschlaefer-zukunft-fuer-den-kleinen-bilch
Fotos auf Anfrage
Die Pflanzungen im Harz wurden dankenswerterweise von der Deutschen Postcode Lotterie finanziert.
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Jenifer Calvi
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