
© Foto: Redaktion, mithilfe von KI generiert
Plug Power kämpft sich zurück. Die Aktie hat die 2-US-Dollar-Marke als Sprungbrett für einen Anstieg genutzt - so wie schon öfter in der Vergangenheit. Aktuell pendelt der Kurs zwischen 2,25 und 2,30 Dollar. Klingt erstmal gut. Doch ein Blick auf den Chart zeigt: Ganz sauber ist die Lage nicht. Ein Todeskreuz ist entstanden, ein Signal, das Charttechniker eher pessimistische werden lässt. Trotzdem gibt es Wege, wie sich das Bild schnell wieder drehen könnte. Wir zeigen, worauf Anleger jetzt achten sollten.
Zurück auf die Beine - aber mit Fragezeichen
Plug Power hat, wie schon so oft, wieder einmal zwei Gesichter gezeigt. Auf der einen Seite die Zahlen. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 kletterte auf rund 178 Millionen US-Dollar, ein Plus im Vergleich zum Vorjahr. Die Bruttomarge hat sich fast bis auf 0 herangearbeitet, nach tiefroten Werten noch vor zwölf Monaten. Auch operativ tut sich etwas, denn deutlich mehr GenDrive-Brennstoffzellen wurden ausgeliefert. Das Servicegeschäft wächst zweistellig. Das war das positive Gesicht. Jetzt auf der anderen Seite: Dort ist ein herber Dämpfer, denn das US-Energieministerium hat die zugesagte Kreditgarantie gekippt, weil die erste Auszahlung nicht rechtzeitig abgerufen wurde. Das trifft Plug Power an einer empfindlichen Stelle, denn günstige Finanzierung ist für ein kapitalhungriges Wasserstoffunternehmen Gold wert. Um die Kasse trotzdem zu füllen, verkauft das Unternehmen Grundstücke und Projektrechte, unter anderem an Rechenzentrums-Betreiber wie Stream. Ein Test mit Microsoft rund um Wasserstoff-Backups für Rechenzentren sorgte zusätzlich für Aufmerksamkeit, soll laut Unternehmen aber keine strategische Neuausrichtung bedeuten.

Charttechnik
Der Kurs hat sich zuletzt wieder in Richtung 2,25 bis 2,30 US-Dollar hochgearbeitet. Das ist an sich ein positives Zeichen, da immerhin genau dieses Muster in der Vergangenheit schon mehrfach zu beobachten gewesen ist. Weniger schön ist allerdings, dass der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt gerutscht ist. Ein Todeskreuz eben, und das gilt gemeinhin als bärisches Signal. Ganz entschieden ist die Sache damit aber noch nicht, denn steigt der Kurs weiter Richtung 2,50 US-Dollar, könnte sich der 50er wieder über den 200er schieben. Das Todeskreuz wäre damit quasi entschärft. In diesem Fall wäre sogar Potenzial bis in den Bereich von 3 bis 3,50 US-Dollar drin. Fällt die Aktie dagegen zurück Richtung 2,10 US-Dollar oder gar unter die 2-US-Dollar-Marke, dann bröckelt die Unterstützung. Dann würde ein Rutsch Richtung 1 bis 1,50 US-Dollar wieder ins Spiel kommen.
Was tun?
Die Gemengelage rund um Plug bleibt zwiespältig und schwierig. Operativ machte Plug Power zuletzt jedenfalls kleinere Fortschritte, Marge und Umsatz zeigen jedenfalls in die richtige Richtung und die Analysten bei Roth Capital haben ihr Kursziel zuletzt sogar deutlich angehoben. Andere Häuser bleiben dagegen zurückhaltend. Der Wegfall der DOE-Garantie ist ein echter Rückschlag und zeigt, wie fragil die Finanzierungslage weiterhin ist. Charttechnisch steht die Aktie an einer Weggabelung. Wer bereits Aktien von Plug hält sollte die 2,50-US-Dollar-Marke im Blick behalten, ein Sprung darüber wäre ein positives Signal. Wer noch keine Aktien besitzt, aber überlegt, einzusteigen, könnte abwarten, ob sich das Todeskreuz tatsächlich auflöst, bevor er zugreift oder gar auf einen größeren Rücksetzer warten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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