DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflation im Euroraum steigt im Juli auf 2,9 Prozent
Der Preisdruck in der Eurozone ist im Juli leicht gestiegen. Die jährliche Inflationsrate erhöhte sich auf 2,9 (Vormonat: 2,8) Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre erste Schätzung vom 31. Juli. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig 2 Prozent an. Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise außen vorlässt, erhöhte sich ebenfalls leicht. Die Kernrate (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) stieg auf 2,5 (2,4) Prozent.
EZB: Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss steigt im Juni
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums hat im Juni zugenommen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 35 (Mai: 26) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 18 (18) Milliarden Euro, wobei die Exporte auf 256 (252) Milliarden Euro stiegen und die Importe auf 237 (235) Milliarden.
Deutscher Arbeitsmarkt dürfte angespannt bleiben
Der deutsche Arbeitsmarkt wird in den nächsten Jahren nach Einschätzung von Goldman-Sachs-Volkswirt Niklas Garnadt angespannt bleiben. "Der demografische Wandel entwickelt sich zunehmend zum dominierenden Faktor am Arbeitsmarkt und belastet das Arbeitsangebot nachhaltig. Gemäß dem Zentralszenario der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird die Kernerwerbsbevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren in den kommenden 15 Jahren durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge um 3,7 Millionen Personen schrumpfen", schreibt er in einer Analyse. Angesichts einer nachlassenden Nettozuwanderung, eines sich verlangsamenden Anstiegs der Erwerbsquote und weiter sinkender durchschnittlicher Arbeitszeiten sei im kommenden Jahrzehnt von einem Rückgang des Arbeitsangebots um jährlich rund 0,4 Prozent auszugehen.
Deutscher Einzelhandelsumsatz im Juni höher als bisher angenommen
Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im Juni deutlich weniger stark gefallen als zunächst angenommen. Wie aus Daten der Bundesbank hervorgeht, sank der Umsatz gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Vorläufig war ein überraschend deutlicher Rückgang von 0,7 Prozent gemeldet worden. Die Prognose hatte auf minus 0,2 Prozent gelautet. Für das erste Quartal steht damit ein revidierter Zuwachs von 0,2 Prozent zu Buche.
Inflation in Großbritannien hat im Juli angezogen
Die Inflation in Großbritannien ist im Juli stark angestiegen, angetrieben von einem Anstieg der Energiekosten. Dieser könnte die Teuerungsrate in den kommenden Monaten noch weiter über das Ziel der Bank of England hinaustreiben. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, nach 2,6 Prozent im Juni, wie das nationale Statistikamt (Office for National Statistics) am Mittwoch mitteilte. Das ist die höchste jährliche Inflationsrate seit März, als die Preise nach Ausbruch des Krieges im Iran in die Höhe schnellten. Der Wert entsprach der Konsensprognose von Ökonomen, die von The Wall Street Journal befragt wurden.
Britische Kerninflation verlangsamt sich im Juli
Die britischen Inflationsdaten für Juli haben eine Verlangsamung der Kerninflation gezeigt, während die Gesamtinflation aufgrund höherer Energiepreise gestiegen ist, schreibt Andrew Wishart von Berenberg in einer Research Note. Die jährliche Gesamtinflation ist im Juli auf 2,9 Prozent gestiegen, von 2,6 Prozent im Juni, und entsprach damit der Konsensprognose von Ökonomen in einer Umfrage des WSJ. Dennoch habe sich die jährliche Inflation bei den Dienstleistungen von 3,6 Prozent im Juni auf 3,4 Prozent verlangsamt, sagt er. Diese Verlangsamung der Kerninflation dürfte es der Bank of England ermöglichen, die Zinsen in den kommenden Monaten unverändert bei 3,75 Prozent zu belassen, meint Wishart.
Niedrige Lebensmittelinflation in GB für Einzelhändler untragbar
Die Inflation bei Lebensmitteln und Getränken in Großbritannien hat mit 1,3 Prozent den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht, was den Druck auf die Einzelhändler erhöht, meint Bogdan Toma, Leiter des Bereichs UK Consumer Practice bei McKinsey & Co. "Dieses niedrige Niveau der Preissteigerungen ist in einem Einzelhandelssektor, der mit niedrigen einstelligen Margen arbeitet, nicht tragbar", sagt er. Die Einzelhändler haben mit einer schwachen Kaufkraft der Verbraucher, stagnierenden Preisen und gleichzeitig ständig steigenden Kosten zu kämpfen. Sie absorbieren viele dieser Kosten, was zu sinkenden Gewinnmargen führt.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 14. Aug -0,4% auf 247,7 (Vorwoche: 248,6)
US/MBA Purchase Index Woche per 14. Aug -2,0% auf 154,8 (Vorwoche: 157,9)
US/MBA Refinance Index Woche per 14. Aug +1,5% auf 755,9 (Vorwoche: 744,4)
DJG/DJN/apo
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August 19, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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