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MÄRKTE ASIEN/Aktien fest - Seoul von Einbruch schnell wieder erholt

DJ MÄRKTE ASIEN/Aktien fest - Seoul von Einbruch schnell wieder erholt

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die Entspannung am US-Anleihemarkt hat am Donnerstag die Stimmung an den ostasiatischen Börsen aufgehellt. Das US-Finanzministerium hatte am Mittwoch angekündigt, die Rückkaufoperationen von langlaufenden Anleihen zu verdoppeln. Der Schritt zielt darauf ab, den Druck zu verringern, der die Kreditkosten zuletzt auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben hatte. Nach dem Rückgang der US-Renditen in Reaktion auf die Ankündigung, sanken auch in der Region Ostasien und in Australien die Renditen.

"Was das Finanzministerium getan hat, ist im Grunde, eine kleine Atempause vom (steigenden Rendite-)Trend zu erkaufen....", kommentierte Taylor Nugent, Ökonom bei der National Australia Bank. "Auch wenn Rückkäufe allein die langfristigen Fundamentaldaten wahrscheinlich nicht verändern werden, signalisieren sie doch die Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger, weiteren Renditeanstiegen entgegenzuwirken", stellte Lloyd Chan, Währungsanalyst bei MUFG fest.

In Tokio stieg der Topix um 1,2 Prozent, in Seoul blieb der technologielastige Kospi seiner seit einigen Wochen zu beobachtenden extremen Volatilität treu, er machte einen Hausseschub um 5,9 Prozent und damit das Minus vom Vortag umgehend wieder wett. Dazu trugen wie meist die beiden Chip-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix besonders bei - mit Gewinnen von gut 9 bzw. 13 Prozent. Bei SK Hynix trieb die Nachricht, dass das Unternehmen im Umfang von fast 27 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen will. Am Vortag war der Kurs im Zuge einer breiten Schwäche bei Chipaktien noch um 10 Prozent gefallen. Bei Samsung trieben Berichte, dass das Unternehmen ein Programm auflegen könnte, die Ausschüttungen an die Aktionäre zu erhöhen.

In Shanghai ging es für den Composite-Index um 0,2 Prozent aufwärts, in Hongkong (Späthandel) für den HSI um 1,3 Prozent. Dass China die Referenzzinssätze für Kredite erneut unverändert belassen hat, trotz Daten, die eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik zu Beginn des dritten Quartals zeigten, belastete nicht. Gleichwohl sehen Ökonomen Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik.

Der S&P/ASX-200 in Sydney brachte es auf ein Plus von 0,3 Prozent. Hier bremste etwas, dass die Arbeitslosenquote in Australien im Juli auf 4,5 Prozent stieg und damit die Erwartungen übertraf.

Am Devisenmarkt geriet der Dollar mit den sinkenden US-Renditen auf breiter Front unter Druck. Der Yen wurde zuletzt bei 158,47 je Dollar gesehen, verglichen mit rund 159,50 zur gleichen Vortageszeit. "Moderate Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed und die Bemühungen des Finanzministeriums, die Renditen am langen Ende zu begrenzen, könnten den Aufwärtstrend des Dollars weiterhin begrenzen", erklärte Chan.

Bei den Ölpreisen ging es weiter eher ruhig zu, auch nachdem US-Präsident Trump dem Iran mit einem Wirtschaftskrieg gedroht hat, mutmaßlich als Zeichen wachsender Frustration über mangelnde Fortschritte bei den Verhandlungen über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und der Beilegung des seit fast sechs Monaten andauernden Konflikts.

Kursgewinne auf breiter Front gab es bei japanischen Autoaktien, weil sich die USA einer Senkung der Zölle auf in Kanada hergestellte Fahrzeuge von 25 auf 15 Prozent nähern - im Rahmen eines sich abzeichnenden Handelsabkommens. Honda Motor gewannen 4,6, Toyota 4,5 und Nissan 6,7 Prozent.

CK Hutchison zeigten sich mit einem Plus von 0,6 Prozent. Der Hongkonger Mischkonzern hat ein internationales Schiedsverfahren gegen Panama eingeleitet und damit einen Streit um zwei strategisch wichtige Häfen eskalieren lassen, die in die Spannungen zwischen den USA und China geraten sind. CK fordert nun mehr als 1,5 Milliarden Dollar Schadenersatz für die "Zerstörung der Investitionen".

Die Aktie des Börsenneulings Unitree Robotics, die bei ihrem Börsendebüt am Mittwoch in Shanghai um 460 Prozent gestiegen war, nachdem der Börsengang von Privatanlegern mehr als 8.000-fach überzeichnet worden war, gab an ihrem zweiten Handelstag um rund 18 Prozent nach.

In Sydney zeigten sich Fortescue 0,6 Prozent leichter, nachdem der Eisenerzförderer einen Anstieg des bereinigten Nettogewinns für das Geschäftsjahr 2026 um 3 Prozent mitgeteilt hatte. Fortescue prognostizierte zugleich für das kommende Jahr höhere Kosten und erhöhte Investitionen.

Super Retail machten einen Satz um 14,9 Prozent. Händler sprachen von Erleichterung darüber, dass die Geschäftsentwicklung nicht den schwachen Ergebnissen von Einzelhändlern wie JB Hi-Fi und Temple & Webster folge. Super Retail steigerte den flächenbereinigten Umsatz im bisherigen Geschäftsjahr 2027 um 1,5 Prozent und übertraf die Markterwartungen.

S&P/ASX 200 (Sydney)   9.083,80  +0,3      +4,2      08:00 
Topix 500 (Tokio)     3.169,79  +1,2     +19,2      08:00 
Kospi (Seoul)       6.852,58  +5,9     +62,6      08:30 
Hang-Seng (Hongkong)   25.836,54  +1,3      +0,8      10:00 
Shanghai-Composite    3.903,72  +0,2      -1,6      09:00 
Straits-Times (Singapur) 5.685,92  -0,2     +22,4      11:00 
IDX Comp. (Indonesien)  6.498,89  +1,6     -24,8      10:00 
KLCI (Malaysia)      1.735,97  +0,3      +3,3      10:00 
 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %     00:00    Mi, 09:28 % YTD 
EUR/USD          1,1683  +0,1     1,1677     1,1593  -0,5 
EUR/JPY          185,05  +0,2     184,68     184,56  +0,6 
EUR/GBP          0,8583  +0,1     0,8579     0,8555  -1,5 
USD/JPY          158,38  +0,1     158,16     159,17  +1,1 
USD/KRW         1.392,93  +0,4    1.387,97    1.398,50  -3,3 
USD/CNY          6,7240  -0,1     6,7295     6,7383  -3,9 
USD/CNH          6,7251  -0,1     6,7312     6,7389  -3,6 
USD/HKD          7,8427  +0,0     7,8410     7,8428  +0,8 
AUD/USD          0,7119  -0,1     0,7123     0,7069  +6,7 
NZD/USD          0,5950  +0,3     0,5935     0,5870  +3,4 
BTC/USD        69.802,19  +1,1   69.067,86    64.325,16 -20,4 
 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         86,16  +0,4      0,33      85,83 
Brent/ICE         92,12  +0,6      0,50      91,62 
 
 
Metalle         zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.489,33  -0,7     -31,76    4.521,09 
Silber           66,86  -0,1     -0,05      66,92 
Platin         1.800,32  -1,3     -24,18    1.824,50 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 20, 2026 03:13 ET (07:13 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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