DJ MARKT USA/Wenig verändert - Renditen mit leichter Erholung nach Vortagesrückgang
Wenig verändert dürfte die Wall Street am Donnerstag in den Handel starten. Hauptthema sind weiterhin die Entwicklungen am US-Anleihemarkt, nachdem das US-Finanzministerium am Vortag angekündigt hatte, künftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen. Konkret sollen Rückkaufoperationen für Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren oder mehr mit Wirkung zum 9. September von derzeit 2 auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation verdoppelt werden. Der Schritt wurde an der Wall Street als Signal gewertet, dass Finanzminister Scott Bessent über den Ausverkauf bei Anleihen beunruhigt ist. In der Folge ging es für die Renditen 10- und 30-jähriger steil nach unten. Aktuell kommt es zu einer leichten Gegenbewegung. So steigt die Rendite im Zehnjahresbereich aktuell um 2 Basispunkte auf 4,67 Prozent, bei den Langläufern geht es um 2 Basispunkte auf 5,22 Prozent nach oben.
Analysten begründen die leichte Erholung der Renditen allerdings auch damit, dass ein nachhaltiger Rückgang der Kreditkosten unwahrscheinlich sei, da es keine Anzeichen dafür gebe, dass die USA ihr Defizit eindämmen würden.
Die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langfristiger Anleihen zu erhöhen, stärke die Risikobereitschaft, so Analyst Chris Turner von der ING. Die Ankündigung deute darauf hin, dass Finanzminister Bessent bereit sei, einzuschreiten, um die steigenden langfristigen Kreditkosten einzudämmen, meint er. Dies reduziere eine der Hauptbedrohungen für Risikoanlagen in diesem Sommer, belaste den Dollar als sicheren Hafen und stütze die Währungen der Schwellenländer, ergänzt Turner. Der Dollar baut seine Vortagesverluste aus - der Dollar-Index fällt um weitere 0,2 Prozent.
Der Goldpreis gibt dagegen einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Die Feinunze reduziert sich um 0,9 Prozent auf 4.482 Dollar, nach einem Hoch von rund 4.580 Dollar zur Wochenmitte in Folge der stark gefallenen Renditen. "Das Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank hat bestätigt, dass der Offenmarktausschuss seit der Juni-Sitzung hawkish geworden ist, aber da die seitdem veröffentlichten Inflations-, Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten allesamt schwach ausgefallen sind, deutet wenig darauf hin, dass Zinserhöhungen unmittelbar bevorstehen", sagt Analystin Ariane Curtis von Capital Economics.
Von der Konjunkturseite stehen die wöchentlichen Erstanträge, der Philadelphia-Fed-Index für August und der Index der Frühindikatoren für Juli auf der Agenda.
Bei den Einzelwerten stehen die vorbörslichen Quartalszahlen von Walmart im Fokus, die einen Hinweis auf das Konsumverhalten in den USA liefern könnte. Die Aktien von Coty fallen vor der Startglocke um 3,3 Prozent. Das Kosmetikunternehmen meldete einen höheren Verlust und prognostizierte für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang, da die Verbraucher zunehmend wählerischer werden.
Die Moderna-Aktie kommt nach der Vortagehausse um knapp 180 Prozent um 10,7 Prozent zurück. Auslöser für den steilen Anstieg war eine erfolgreiche Studie von Moderna und Merck & Co. Demnach reduziert ein personalisierter Krebsimpfstoff das Wiederauftreten von Melanomen. Die Aktie von Merck & Co kommt nach dem Vortagesplus um 1,3 Prozent zurück.
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