DJ Bundesbank: Deutsches BIP legt im 3Q allenfalls leicht zu
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Das deutsche Wirtschaftswachstum dürfte nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal vom Niedrigwasser in Flüssen gebremst werden. "Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen", schreibt sie in ihrem aktuellen Monatsbericht. Zwar starte die Wirtschaft mit einer recht kräftigen konjunkturellen Grundtendenz ins zweite Halbjahr, doch dürften die nur noch begrenzt nutzbaren Transportwege auf wichtigen Flüssen und kräftig steigende Transportkosten die Industrieproduktion und den Exportanstieg deutlich beeinträchtigen. Insgesamt aber präsentiere sich die Wirtschaft derzeit besser als im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Prognose im Juni erwartet.
Nach Angaben der Bundesbank liefert die robuste Auftragslage in der Industrie gute Voraussetzungen für eine weiterhin positive Exportentwicklung. "Auch von den staatlichen Ausgaben dürften fortgesetzte Impulse für die wirtschaftliche Dynamik ausgehen. Neben höheren Verteidigungsausgaben könnten sich nach und nach steigende Infrastrukturinvestitionen stärker bemerkbar machen", erläutert sie. Ein deutlicher Investitionsimpuls bei den Unternehmen zeichne sich allerdings nicht ab, und der private Konsum werde durch die hohen Energiepreise belastet. Im Bau dürfte sich die Erholung im dritten Quartal fortsetzen, wenn auch mit gedämpfter Dynamik.
Die Bundesbank verweist auf den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal um 0,2 Prozent und den Zuwachs um 0,4 Prozent im ersten Jahresviertel, der erst mit der BIP-Revision Ende Juli bekannt geworden sei und nicht in die Deutschland-Prognose vom Juni habe einfließen können. "Damit zeigte sich die deutsche Wirtschaft nun vor dem Hintergrund zahlreicher Belastungsfaktoren robuster als damals erwartet", heißt es in dem Bericht.
Dazu passten auch die jüngsten Revisionen des Statistischen Bundesamtes, die nahelegten, dass die wirtschaftliche Dynamik bereits seit Ende 2023 günstiger ausgefallen sei als bisher angenommen. Zusammen spreche dies für eine etwas stärkere konjunkturelle Grundtendenz am aktuellen Rand. "Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte", konstatiert die Bundesbank.
Sie nimmt an, dass das Wachstum im zweiten Quartal vor allem von den Exporten gestützt worden ist, wobei die Produktion leicht angezogen haben dürfte. Auch die Bauwirtschaft und die "konsumfernen" Dienstleistungen sieht sie als Wachstumsstütze, während sie mit einer nur verhaltenen Entwicklung des privaten Konsums rechnet. Detaillierte BIP-Daten werden am 25. August veröffentlicht.
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August 20, 2026 06:00 ET (10:00 GMT)
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