DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank: Deutsches BIP legt im 3Q allenfalls leicht zu
Das deutsche Wirtschaftswachstum dürfte nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal vom Niedrigwasser in Flüssen gebremst werden. "Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung allenfalls noch leicht zulegen", schreibt sie in ihrem aktuellen Monatsbericht. Zwar starte die Wirtschaft mit einer recht kräftigen konjunkturellen Grundtendenz ins zweite Halbjahr, doch dürften die nur noch begrenzt nutzbaren Transportwege auf wichtigen Flüssen und kräftig steigende Transportkosten die Industrieproduktion und den Exportanstieg deutlich beeinträchtigen. Insgesamt aber präsentiere sich die Wirtschaft derzeit besser als im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Prognose im Juni erwartet.
Schwedens Zentralbank belässt Leitzins bei 1,75 Prozent
Die schwedische Zentralbank hat ihren Leitzins bei 1,75 Prozent belassen, sieht aber wegen Inflationsrisiken durch den Nahost-Konflikt weiterhin die Möglichkeit einer Zinserhöhung im späteren Jahresverlauf. Die Entscheidung, den Leitzins unverändert zu lassen, stand im Einklang mit einer Umfrage des Wall Street Journal. Die Währungshüter der Riksbank haben die Zinsen nun die siebte Sitzung in Folge stabil gehalten, da sie eine abwartende Haltung einnehmen, um die Inflations- und Wirtschaftsentwicklung zu beobachten. Sowohl das Wachstum als auch die Inflation seien im Sommer höher als prognostiziert ausgefallen. Sollte die unerwartet hohe Inflation der Beginn eines stärkeren und länger anhaltenden Aufwärtstrends sein, werde die Riksbank handeln, hieß es von der Bank.
Riksbank hat Spielraum zum Abwarten vor schrittweisen Zinserhöhunge
Die Riksbank hat angesichts der niedrigen Inflation Spielraum, mit Zinserhöhungen zu warten, schreibt der leitende Volkswirt der Handelsbanken, Magnus Lindskog. Über die Verbraucherpreise hinaus sollte auch das gedämpfte Lohnkostenwachstum, gestützt durch robuste Produktivitätszuwächse, die Riksbank dazu ermutigen, Zinserhöhungen bis ins nächste Jahr zu verschieben, meint Lindskog. Gleichzeitig müsse die Zentralbank höhere globale Leitzinsen, insbesondere die der EZB, berücksichtigen, um zu vermeiden, dass eine schwächere Krone die importierte Inflation anheize, fügt er hinzu. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Riksbank die Zinsen bis einschließlich 2026 unverändert lassen wird, bevor sie diese im Jahr 2027 schrittweise in Richtung 2,25 Prozent normalisiert, mit einer ersten Anhebung im März." Da die Erholung an Fahrt gewinne und die Arbeitslosigkeit sinke, dürfte der Inflationsdruck zunehmen, was eine schrittweise Rückkehr zu einem neutralen geldpolitischen Kurs erfordere, so Lindskog.
Rabobank sieht "militärische Spezialoperation Twist"
Analysten der Rabobank sehen einen Zusammenhang zwischen den verstärkten Rückkäufen langlaufender Treasuries durch das US-Finanzministerium und dem Iran-Krieg. "US-Finanzminister Bessents Aktion zeigt, dass die USA sich nicht von steigenden Langfristrenditen daran hindern lassen wollen, gegen den Iran vorzugehen", schreiben sie in einem Kommentar. Darin habe schon immer die ökonomische Staatskunst bestanden - im Gegensatz zu der Auffassung, dass der Anleihemarlt so etwas verhindern könne. Bessent habe die Tür für eine künftige "Special Military Operation Twist" geöffnet, so wie auch in anderen US-Kriegen die Kreditkosten auf die eine oder andere Weise gekappt worden seien.
Kosten für Kreditausfallschutz im Euroraum bleiben stabil
Die Kosten für den Schutz vor Kreditausfällen im Euroraum bleiben stabil, da die Märkte die Ankündigung der USA verarbeiten, das Volumen der Rückkaufoperationen für langlaufende Staatsanleihen ab dem 9. September zu verdoppeln. Die Ankündigung hat die Marktstimmung verbessert, obwohl Analysten sagen, dies könne eine kurzfristige Abhilfe sein. Der Schritt löse die fiskalischen oder inflationären Sorgen der USA nicht, die zum Anstieg der Renditen langlaufender Staatsanleihen beigetragen hätten, "aber er ändert den kurzfristigen Marktton", schreibt Patrick Munnelly von der Tickmill Group in einer Research Note. Der iTraxx Europe Main Index für Kreditausfallswaps auf europäische Investment-Grade-Anleihen notiert unverändert bei 52 Basispunkten, wie aus Daten von S&P Global Market Intelligence hervorgeht.
Tourismus wird wichtige Quelle für zusätzliche Ausgaben in China
Der Tourismus entwickelt sich in China zu einer bedeutenden Quelle für zusätzliche Ausgaben und stützt damit die Entwicklung des Dienstleistungssektors, schreiben die Ökonomen von BofA Securities in einem Kommentar. "China habe 2025 35 Millionen ausländische Besucher empfangen, was 105 Prozent der Ankünfte von 2019 entspreche, und die Dynamik habe sich in diesem Jahr weiter verstärkt", schreiben sie. Die Erholung des Tourismus weite sich auch geografisch aus. Touristen aus Südostasien hätten die Erholung im Jahr 2025 angeführt, während diejenigen aus Europa und Nordamerika für einen größeren Teil des diesjährigen Zuwachses gesorgt hätten, so die Ökonomen.
DJG/DJN/apo
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August 20, 2026 07:35 ET (11:35 GMT)
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