HALLE/LEIPZIG (dpa-AFX) - MDR-Intendant Ralf Ludwig hat die eingeleiteten Sparmaßnahmen beim Mitteldeutschen Rundfunk verteidigt. "Wenn ich nur den Hauch einer Chance gesehen hätte, das zu vermeiden, hätte ich es getan", sagte Ludwig in einem Interview der "Mitteldeutschen Zeitung"
Als Konsequenz des Sparpakets setzt der MDR neue Produktionen für "Tatort" und "Polizeiruf 110" für drei Jahre aus. Bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Folgen werden noch ausgestrahlt, neue Produktionen jedoch zunächst nicht mehr in Auftrag gegeben.
Man habe keine andere Wahl, so Ludwig. "Durch die ausgebliebene Beitragsanpassung müssen wir zu den Kürzungen von 160 Millionen Euro bis Ende 2028 weitere 30 Millionen einsparen, vorausgesetzt die jetzt empfohlene neue Beitragsanhebung zum 1.1.2027 um 28 Cent monatlich kommt." Wenn man nicht über alle Produkte mit dem Rasenmäher gehen wolle, bleibe nur der Griff in den Programmetat. "Das tut weh."
Ludwig: AfD will alles zerstören
Auf die Frage, ob er garantieren könne, dass der Polizeiruf aus Magdeburg mit Schauspielerin Claudia Michelsen nach der Pause zurückkomme, antwortete Ludwig: "Nein, wir können nicht garantieren, ob wir all die namhaften Schauspielerinnen und Schauspieler halten können."
Überdies warnte Ludwig vor den Folgen, sollte eine AfD-geführte Landesregierung nach der Landtagswahl am 6. September die Rundfunkstaatsverträge kündigen. "Die AfD will beim Rundfunk Tabula rasa, also alles zerstören." Im Fernsehen gebe es dann etwa kein "Sachsen-Anhalt heute" um 19 Uhr mehr sowie kein Radioprogramm "MDR Sachsen-Anhalt" aus dem Funkhaus in Magdeburg und auch keinen MDR-Musiksommer in Orten wie Benneckenstein oder Arendsee. "Leidtragende wären die vielen Menschen, die unsere Angebote nutzen und schätzen", so Ludwig.
Der Intendant kündigte obendrein an, sich im Falle einer Kündigung der Rundfunkstaatsverträge wehren zu wollen. "Wenn die Kündigung kommen sollte, werden wir juristisch dagegen vorgehen", sagte er./cki/DP/nas
