DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Fed-Chef Warsh dürfte in Jackson Hole für weniger Forward Guidance plädieren
Der Fed-Chairman Kevin Warsh dürfte für eine Reduzierung der Forward Guidance der US-Zentralbank plädieren, die er als eine Quelle für frühere politische Fehler ansehe, schreiben die Zinsstrategen von Barclays in einer Research Note. Auf dem jährlichen Symposium der Kansas City Fed in Jackson Hole vom 27. bis 29. August könnte Warsh auch Einblicke in die Bilanzpolitik geben, so die Strategen. Zudem erwarten sie, dass Warsh die langfristigen Treiber der Wirtschaft betonen werde, insbesondere die Produktivitätstrends und deren Auswirkungen auf das potenzielle Wachstum. Warsh werde wahrscheinlich keine kurzfristigen geldpolitischen Leitlinien geben, aber die Märkte würden nach Klarheit darüber suchen, wie der Offenmarktausschuss (FOMC) die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zurückführen wolle, so die Strategen. Warsh werde höchstwahrscheinlich bekräftigen, dass Zinserhöhungen möglich seien, falls sich die Inflation nicht verbessere.
Bessents Einfluss auf US-Schuldenberg dürfte begrenzt sein
Wenn US-Finanzminister Bessent einen ausgezeichneten Plan zum Abbau der Staatsverschuldung habe, warum werde dieser geheim gehalten?, fragt Joseph Carson, ehemaliger Chefvolkswirt bei Alliance Bernstein. Der Grund dafür sei, dass Bessent wahrscheinlich keinen Plan habe und die Trump-Regierung weiterhin ein irreführendes Narrativ verbreiten werde, um den Markt davon zu überzeugen, dass er einen habe, fügt Carson hinzu. Außerdem habe Bessent keine Kontrolle über die Bundesausgaben, da diese Verantwortung beim Kongress liege, fügt Carson hinzu. Bessent könne auch die Steuerpolitik nicht ohne die Zustimmung des Kongresses ändern, so Carson.
US-Finanzministerium und Fed offenbar uneins
Die Tatsache, dass das US-Finanzministerium Anleihen kauft, um die Renditen zu senken, könnte die Märkte daran hindern, Inflations- und Fiskalrisiken vollständig einzupreisen und vollständig auf die geldpolitischen Entscheidungen der Fed zu reagieren, meint Ipek Ozkardeskaya, Strategin bei Swissquote. Daher könnte es die Aufgabe der Fed erschweren, die Inflation wieder in Richtung ihres 2-Prozent-Ziels zu bringen - etwas, das Fed-Chef Kevin Warsh wahrscheinlich vermeiden wolle. Er wolle sich nicht vor der ganzen Welt zum Narren machen, fügt sie hinzu. Das Treffen in Jackson Hole in dieser Woche könnte etwas Klarheit darüber bringen, wie sich die Fed in die Pläne der Regierung einfügen werde, meint sie.
Fehlende Fed-Kommunikation befeuert Anstieg der Anleiherenditen
Die langfristigen US-Zinsen steigen und haben inzwischen ein Niveau erreicht, das so hoch ist wie seit der Zeit vor der globalen Finanzkrise um 2008 nicht mehr. Ganz oben auf der Liste der Gründe dafür stehe der Iran-Krieg, sagt Mark Zandi, Chefvolkswirt bei Moody's Analytics. Aber auch die Fed sei ein Faktor, fügt er hinzu. Die offensichtliche Ansicht des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, dass sich die Zentralbank zur Forward Guidance oder sogar zu ihrer Reaktionsfunktion bedeckt halten sollte, trage ebenfalls dazu bei, so Zandi. Anleiheinvestoren verlangten eine höhere Rendite, um die dadurch entstehende Unsicherheit auszugleichen, fügt er hinzu.
Verbraucherinflation in Singapur beschleunigt sich im Juli
Die Verbraucherinflation in Singapur hat sich im Juli beschleunigt, angetrieben von höheren Stromkosten. Der Verbraucherpreisindex stieg im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent, wie aus am Montag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Das war mehr als der Anstieg von 1,9 Prozent im Juni, verfehlte aber die in einer Umfrage des Wall Street Journal prognostizierten 2,4 Prozent. Die Kernrate der Verbraucherpreise, die die Kosten für Unterkunft und private Verkehrsmittel ausklammert, stieg im Juli auf Jahressicht um 2,0 Prozent. Im Juni hatte der Anstieg 1,6 Prozent betragen, während die in der WSJ-Umfrage prognostizierte Steigerung bei 2,2 Prozent lag.
Kanada kündigt Vergeltungszölle von 50 Prozent auf US-Waren an
Kanada hat mit Vergeltungszöllen in Höhe von 50 Prozent auf die von den USA zuvor verhängten Importzölle reagiert. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte am Samstag an, dass sein Land "Dollar-für-Dollar"-Zölle auf US-Waren erheben werde. Er reagierte damit auf einen entsprechenden Schritt seines Nachbarlandes, das Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt hatte - eine Maßnahme, mit der die US-Administration auf das Scheitern der Handelsgespräche zwischen den beiden Ländern am Freitag reagiert hatte.
Führende iranische Politiker fordern ein Ende des Krieges
Führende Politiker des Iran haben erklärt, dass sich das Land darauf konzentrieren müsse, den Krieg zu beenden und seine angeschlagene Wirtschaft zu stützen. Damit stellten sie sich öffentlich gegen die Hardliner, die in dem seit sechs Monaten andauernden Konflikt einen konfrontativen Kurs verfolgen. "Der Krieg muss irgendwann ein Ende finden", sagte der iranische Präsident Masoud Peseschkian, wie iranische Medien berichteten. "Es ist besser, wenn wir heute unsere Stärke und Würde unter Beweis stellen und der Welt sagen, dass wir gewonnen haben und den Krieg beenden." Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf drückte sich weniger direkt aus, erklärte jedoch, dass es keine Sicherheit geben werde, wenn das Land seine Wirtschaftskrise ignoriere.
DJG/DJN/apo
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August 24, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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