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MÄRKTE USA/Börsen vor Abgaben - Sorgenfalten nicht geringer

DJ MÄRKTE USA/Börsen vor Abgaben - Sorgenfalten nicht geringer

DOW JONES--Nach den Verlusten der Vorwoche mit einer kleinen Erholung zum Wochenschluss bleibt die Stimmung an der Wall Street am Montag angeschlagen. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen etwas leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt schließen, wobei die technologielastige Nasdaq die Verluste anführen dürfte. Denn am Mittwoch stehen Geschäftszahlen von Nvidia an. Sie konnten zuletzt keine Euphorie mehr im KI-Sektor auslösen. Die zinssensiblen Technologiewerte werden von Sorgen über gestiegene Renditen und den anstehenden Geschäftszahlen von Nvidia gleich doppelt in die Zange genommen.

Belastet wird die Stimmung unverändert durch Sorgen über die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen, die ausufernde Staatsverschuldung, Druck im Technologiesektor und geopolitische Spannungen. An diesen Belastungsfaktoren hat sich zum Wochenbeginn nicht viel geändert. Die Renditen von US-Staatsanleihen geben zwar leicht nach, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau, die 10-jährigen notieren nahe Mehrmonatshochs. Dazu passt, dass sich das Wirtschaftswachstum im Juli laut Chicago-Fed wahrscheinlich abgeschwächt hat. Der entsprechende Konjunkturindex ermäßigte sich.

Die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Renditen der Langläufer zu drücken, ist weitgehend verpufft. Händler sprechen von Zweifeln am langfristigen Erfolg der Maßnahmen. Allein im vergangenen Jahr seien die US-Schulden um rund 3,0 Billionen Dollar gestiegen, heißt es. Entsprechend nimmt die Belastung des US-Haushalts durch Zinszahlungen zu, weil Investoren angesichts der steigenden Verschuldung höhere Zinsen verlangen.

Mit entsprechender Spannung wird daher dem ersten Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am Freitag entgegengeblickt. "Es ist zwar signalisiert worden, dass in den kommenden Tagen einige Ankündigungen zur Kürzung verschwenderischer Ausgaben gemacht werden, aber ohne ein großes Umdenken seitens des Kongresses werden wir nur an der Oberfläche kratzen", warnt ING-Analyst Benjamin Schroeder vor den Folgen der steigenden Staatsverschuldung in den USA.

Im Iran-Krieg setzen die USA nun verstärkt auf wirtschaftlichen Druck: US-Finanzminister Scott Bessent sprach von den "härtesten Sanktionen der Geschichte". Er wird am Abend (MESZ) eine Pressekonferenz abhalten, auf der Einzelheiten zu neuen Wirtschaftsbeschränkungen gegen Teheran erwartet werden. Zu den bekannten Sorgen an der Wall Street gesellt sich mit dem eskalierenden Zollstreit zwischen den USA und Kanada nun eine weitere. Denn Kanada hat mit Vergeltungszöllen auf die von den USA zuvor verhängten Importzölle reagiert. Eine Einigung scheint kurzfristig nicht in Sicht.

Am Anleihemarkt kommen die Renditen leicht zurück. Von einer Trendwende ist im Handel aber nicht die Rede: Die Kräfte, die die Renditen von Staatsanleihen nach oben trieben, seien noch nicht erschöpft, urteilen die Analysten von Barclays und verweisen auf ein widerstandsfähiges Wirtschaftswachstum, eine hartnäckig hohe Inflation und den Investitionszyklus im KI-Bereich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt um 3 Basispunkte auf 4,71 Prozent - gedrückt von etwas niedrigeren Ölpreisen und damit etwas nachlassendem Inflationsdruck.

Der Dollar reagiert nicht auf leicht nachgebende Marktzinsen, der Dollar-Index steigt um 0,2 Prozent. Händler setzen kurzfristig auf zulegende Renditen - ein Argument für höhere Dollar-Kurse. Der Goldpreis profitiert von den aktuell etwas sinkenden Renditen - der Feinunze verteuert sich um 1,2 Prozent. Erdöl verbilligt sich leicht - belastet von der Aussicht wirtschaftlichen US-Drucks auf Teheran statt militärischem. Doch scheint das nur eine Momentaufnahme zu sein. Morgan Stanley hat die Prognose für Rohöl der Sorte Brent für das vierte Quartal angehoben. Die Bank rechnet mit einem Preisanstieg auf 100 US-Dollar pro Barrel in der Spitze wegen einer Verknappung des Rohölangebots. Das Fass Brent verbilligt sich um 1,4 Prozent auf 93,07 US-Dollar.

Unter den Einzelaktien sinken im Vorfeld des Geschäftsausweises Nvidia vorbörslich um 0,2 Prozent. Im Speicherchipsektor geben Micron und Western Digital 3,3 bzw. 3,7 Prozent nach. Alibaba sinken um 2,4 Prozent, der chinesische E-Commerce-Riese hat einen Aktienverkauf im Wert von 10,4 Milliarden US-Dollar angekündigt. Steel Dynamics ziehen um 4 Prozent an, nachdem die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada gescheitert sind. Auch die Titel des konkurrierenden Stahlproduzenten Nucor legen um 4 Prozent zu. Zölle auf kanadische Stahl- und Aluminiumimporte stützen die Kurse.

=== 
US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,24 +0,00    4,25      4,22 
5 Jahre           4,41 -0,02    4,42      4,40 
10 Jahre          4,70 -0,03    4,72      4,70 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 
EUR/USD          1,1670  -0,1  -0,0009     1,1679   1,1673 
EUR/JPY          185,49  -0,1  -0,1000     185,59  185,5600 
EUR/CHF          0,9355  0,0   0,0000     0,9355   0,9351 
EUR/GBP          0,8554  -0,0  -0,0002     0,8556   0,8566 
USD/JPY          158,92  -0,0  -0,0100     158,93  158,9500 
GBP/USD          1,3639  -0,0  -0,0001     1,3633   1,3623 
USD/CNY          6,7226  +0,0   0,0016     6,7210   6,7216 
USD/CNH          6,7215  +0,0   0,0023     6,7193   6,7218 
AUS/USD          0,7164  -0,1  -0,0005     0,7169   0,7162 
Bitcoin/USD      78.338,85  +1,2   933,90    77.404,95 77.379,19 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         85,56  -1,7   -1,50      87,06 
Brent/ICE         93,07  -1,4   -1,32      94,39 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.656,99  +1,2   54,38    4.602,61 
Silber           69,24  +0,4    0,27      68,97 
Platin         1.877,53  -0,0   -0,25    1.877,78 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/hab

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August 24, 2026 08:42 ET (12:42 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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