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Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat eine Liste der derzeit beliebtesten Aktien zusammengestellt. Die Auswahl der Fondsmanager fällt überraschend aus.
US-Aktienmarkt: Technologiewerte geben zwar den Ton an ...
Zwar handelt der US-Technologieindex Nasdaq 100 zum Wochenauftakt mit roten Vorzeichen, nachdem am Wochenende der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada eskaliert ist und Alibaba sowie Samsung für schwache Vorgaben aus Asien sorgten. Gegenüber dem Jahresauftakt liegt er jedoch noch immer 16,1 Prozent im Plus, was einer Outperformance von 4 Prozentpunkten gegenüber dem US-Gesamtmarktindex S&P 500 (+12,1 Prozent) entspricht.
Angeschoben wird die anhaltend starke Performance von Technologiewerten vor allem von Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten, nachdem Künstliche Intelligenz trotz wachsender Zweifel an der finanziellen Nachhaltigkeit ihrer Finanzierung das vorherrschende Investmentthema ist.
... doch die Profis setzen auf ganz andere Werte!
Umso mehr überrascht das Untersuchungsergebnis einer von der US-Investmentbank Goldman Sachs durchgeführten Studie unter institutionellen Vermögensverwaltern. Die hat sich auf die Suche nach den beliebtesten US-Aktien sowohl unter Hedgefonds- als auch klassischen Fondsmanagerinnen und -managern gemacht - und dabei auffällig wenige KI-Profiteure gefunden.
Zu den sechs Werten, die mit großer Häufigkeit von beiden Arten von Profis geschätzt werden, gehören der US-Flugzeugbauer Boeing, die beiden Zahlungsabwickler Mastercard und Visa, der Life-Science-Spezialist Thermo Fisher Scientific, der Weltraumkonzern SpaceX sowie der Finanzdienstleister Capital One Financial. Die Untersuchung wird von Goldmans Sachs in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Gegenüber der letzten Studie sind Capital One, SpaceX und Thermo Fisher neu, Halbleiter-Spezialist Marvell musste seinen Platz dagegen räumen.
Höhere Rendite, aber auch größere Schwankungsbreite
Die große Beliebtheit bei beiden Gruppen von Fondsmanagerinnen und -managern ist für die weitere Kursentwicklung ein gutes Omen. In der Vergangenheit konnte die Auswahl "gemeinsamer Favoriten" eine durchschnittlich Jahresrendite von 17 Prozent erwirtschaften und den Gesamtmarkt damit hinter sich lassen - allerdings zum Preis einer über dem Durchschnitt liegenden Volatilität. Auch bei der Bewertung müssen und mussten Fondsmanager Abstriche machen. Die gemeinsamen Favoriten schlagen im historischen Mittel mit einem KGVe von 25 zu Buche, während für den US-Gesamtmarktindex S&P 500 im Durchschnitt das 19-Fache der erwarteten Unternehmensgewinne fällig wird.
Zu den über die bereits genannten Werten hinaus beliebtesten Titel gehörten zuletzt außerdem Finanzwerte. Goldman Sachs verwies auf die höchste Q2-Positionierung seit Beginn der Datenerhebung. Der Branchen-ETF Financial Select Sector von Vermögensverwalter State Street spiegelt das mit Notierungen unmittelbar unterhalb seines Allzeithochs wider. Die von Goldman Sachs erhobene Studie stützt sich auf 991 Hedgefonds mit einem verwalteten Vermögen von 5,4 Billionen US-Dollar sowie 504 Investmentfonds mit Assets under Management (AUM) in Höhe von 4,6 Billionen US-Dollar.
Fazit: KI-Aktien sind nicht der einzige Trade "in town"
Die US-Investmentbank hat in einer Studie untersucht, welches die gegenwärtig beliebtesten Aktien sowohl bei Hedgefondsmanagern als auch den Managerinnen von herkömmlichen Investmentfonds beliebtesten Aktien sind. Mit Ausnahme von SpaceX findet sich in der Auswahl keine einzige KI oder KI-nahe Aktie - ein angesichts des KI-Booms durchaus überraschender Befund.
Dieser deutet jedoch gleichzeitig darauf hin, dass der Markt inzwischen auf deutlich breiteren Beinen steht als das noch vor einigen Monaten beziehungsweise Quartalen der Fall war, in denen ein Großteil der Aktienmarktgewinne auf einen nur kleinen Teil von wenigen hochkapitalisierten Unternehmen entfallen war. Das ist ein Indiz für die Nachhaltigkeit des aktuellen Bullenmarktes, wenngleich dieser zunehmend vom Anstieg der Anleiherenditen herausgefordert wird.
Für Privatanlegerinnen und -anleger mit hoher KI-Exposure kann die Studie als Einladung dazu dienen, das Portfolio künftig breiter aufzustellen, da sie beweist, dass sich auch außerhalb der KI- und Technologiebranche gutes Geld verdienen lässt.
Gastautor: Max Gross
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