DJ MÄRKTE USA/Börsen überwiegend im Minus - Sorgenfalten nicht geringer
DOW JONES--Nach den Verlusten der Vorwoche mit einer kleinen Erholung zum Wochenschluss bleibt die Stimmung an der Wall Street am Montag angeschlagen. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,2 Prozent auf 53.363 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite sinken allerdings um 0,3 bzw. 0,6 Prozent. Die zinssensiblen Technologiewerte werden von Sorgen über gestiegene Renditen und den am Mittwoch anstehenden Geschäftszahlen von Nvidia gleich doppelt in die Zange genommen. Nvidia-Zahlen konnten zuletzt keine Euphorie mehr im KI-Sektor auslösen.
Belastet wird die Stimmung unverändert durch Sorgen über die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen, die ausufernde Staatsverschuldung, Druck im Technologiesektor und geopolitische Spannungen. An diesen Belastungsfaktoren hat sich zum Wochenbeginn nicht viel geändert. Die Renditen von US-Staatsanleihen geben zwar leicht nach, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau, die 10-jährigen notieren nahe Mehrmonatshochs. Dazu passt, dass sich das Wirtschaftswachstum im Juli laut Chicago-Fed wahrscheinlich abgeschwächt hat. Der entsprechende Konjunkturindex ermäßigte sich.
Die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Renditen der Langläufer zu drücken, ist weitgehend verpufft. Händler sprechen von Zweifeln am langfristigen Erfolg der Maßnahmen. Allein im vergangenen Jahr seien die US-Schulden um rund 3,0 Billionen Dollar gestiegen, heißt es. Entsprechend nimmt die Belastung des US-Haushalts durch Zinszahlungen zu, weil Investoren angesichts der steigenden Verschuldung höhere Zinsen verlangen.
Mit entsprechender Spannung wird daher dem ersten Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am Freitag entgegengeblickt. "Es ist zwar signalisiert worden, dass in den kommenden Tagen einige Ankündigungen zur Kürzung verschwenderischer Ausgaben gemacht werden, aber ohne ein großes Umdenken seitens des Kongresses werden wir nur an der Oberfläche kratzen", warnt ING-Analyst Benjamin Schroeder vor den Folgen der steigenden Staatsverschuldung in den USA.
Im Iran-Krieg setzen die USA nun verstärkt auf wirtschaftlichen Druck: US-Finanzminister Scott Bessent sprach von den "härtesten Sanktionen der Geschichte". Er wird am Abend (MESZ) eine Pressekonferenz abhalten, auf der Einzelheiten zu neuen Wirtschaftsbeschränkungen gegen Teheran erwartet werden. Zu den bekannten Sorgen an der Wall Street gesellt sich mit dem eskalierenden Zollstreit zwischen den USA und Kanada nun eine weitere. Denn Kanada hat mit Vergeltungszöllen auf die von den USA zuvor verhängten Importzölle reagiert. Eine Einigung scheint kurzfristig nicht in Sicht.
Am Anleihemarkt kommen die Renditen leicht zurück. Von einer Trendwende ist im Handel aber nicht die Rede: Die Kräfte, die die Renditen von Staatsanleihen nach oben trieben, seien noch nicht erschöpft, urteilen die Analysten von Barclays und verweisen auf ein widerstandsfähiges Wirtschaftswachstum, eine hartnäckig hohe Inflation und den Investitionszyklus im KI-Bereich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt um 2 Basispunkte auf 4,72 Prozent - gedrückt von etwas niedrigeren Ölpreisen und damit etwas nachlassendem Inflationsdruck.
Der Dollar reagiert nicht auf leicht nachgebende Marktzinsen, der Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent. Händler setzen kurzfristig auf zulegende Renditen - ein Argument für höhere Dollar-Kurse. Der Goldpreis profitiert von den aktuell etwas sinkenden Renditen - der Feinunze verteuert sich um 1,4 Prozent. Erdöl verbilligt sich leicht - belastet von der Aussicht wirtschaftlichen US-Drucks auf Teheran statt militärischem. Doch scheint das nur eine Momentaufnahme zu sein. Morgan Stanley hat die Prognose für Rohöl der Sorte Brent für das vierte Quartal angehoben. Die Bank rechnet mit einem Preisanstieg auf 100 US-Dollar pro Barrel in der Spitze wegen einer Verknappung des Rohölangebots. Das Fass Brent verbilligt sich um 1,1 Prozent auf 93,31 US-Dollar.
Unter den Einzelaktien sinken im Vorfeld des Geschäftsausweises Nvidia um 0,2 Prozent. Im Speicherchipsektor geben Micron Technology und Western Digital 4,4 bzw. 4,1 Prozent nach. Alibaba sinken um 1,4 Prozent, der chinesische E-Commerce-Riese hat einen Aktienverkauf im Wert von 10,4 Milliarden US-Dollar angekündigt. Steel Dynamics ziehen um 5,2 Prozent an, nachdem die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada gescheitert sind. Auch die Titel des konkurrierenden Stahlproduzenten Nucor legen zu - um 4,7 Prozent. Zölle auf kanadische Stahl- und Aluminiumimporte stützen die Kurse.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 53.363,30 +0,2 +86,29 53.277,01 S&P-500 7.652,05 -0,3 -22,32 7.674,37 NASDAQ Comp 26.019,46 -0,6 -160,99 26.180,46 NASDAQ 100 29.031,49 -0,9 -277,37 29.308,86 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,24 +0,01 4,25 4,22 5 Jahre 4,42 -0,01 4,42 4,40 10 Jahre 4,72 -0,02 4,72 4,70 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 EUR/USD 1,1672 -0,1 -0,0007 1,1679 1,1673 EUR/JPY 185,72 +0,1 0,1300 185,59 185,5600 EUR/CHF 0,9363 +0,1 0,0008 0,9355 0,9351 EUR/GBP 0,8551 -0,1 -0,0005 0,8556 0,8566 USD/JPY 159,11 +0,1 0,1800 158,93 158,9500 GBP/USD 1,3646 +0,0 0,0006 1,3633 1,3623 USD/CNY 6,7219 +0,0 0,0009 6,7210 6,7216 USD/CNH 6,7227 +0,1 0,0035 6,7193 6,7218 AUS/USD 0,7166 -0,0 -0,0003 0,7169 0,7162 Bitcoin/USD 78.986,92 +2,0 1.581,97 77.404,95 77.379,19 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 85,54 -1,8 -1,52 87,06 Brent/ICE 93,31 -1,1 -1,08 94,39 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.668,58 +1,4 65,97 4.602,61 Silber 69,48 +0,7 0,51 68,97 Platin 1.883,11 +0,3 5,33 1.877,78 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf/cbr
(END) Dow Jones Newswires
August 24, 2026 09:46 ET (13:46 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
