Berlin/Cox's Bazar (ots) -
Neun Jahre nach ihrer Flucht droht mehr als einem Drittel der Rohingya-Geflüchteten in Bangladesch akuter Hunger. Besonders betroffen sind Kinder, die über die Hälfte der rund 1,2 Millionen Menschen in den Camps von Cox's Bazar ausmachen. Durch die schlechte Versorgungslage, die unter anderem auf Kürzungen von Hilfsgeldern zurückgeht, steigt auch für immer mehr Kinder das Risiko von Mangelernährung.
Seit der Vertreibung der Rohingya aus Myanmar am 25. August 2017 ist eine ganze Generation von Kindern auf der Flucht aufgewachsen. Viele von ihnen kennen nichts anderes als das Leben in den rund 30 Geflüchtetencamps von Cox's Bazar im Südosten Bangladeschs. "Die Camps sind keine sicheren Orte für Kinder und die Lebensbedingungen sind sehr schwierig", sagt Marina Seizov, die für Save the Children Deutschland Projekte in Bangladesch betreut und die Camps bereits besucht hat. "Die Kinder wachsen in dicht gedrängt stehenden Zelten auf. Sie haben wenig Platz zum Spielen und können oft nicht regelmäßig lernen. Wer nicht zur Schule gehen kann, hat später kaum Chancen, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen."
Auch fehlende Einkommensmöglichkeiten sowie der Mangel an sauberem Wasser und nahrhaften Lebensmitteln gehören zum Alltag vieler Rohingya-Familien in Cox's Bazar. Die Ernährungssituation der Geflüchteten dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschlechtern. Von September bis Dezember werden voraussichtlich 35 Prozent von ihnen von akutem Hunger betroffen sein. Mangelernährung bei Schwangeren und Babys erhöht das Risiko für Kindersterblichkeit oder lebenslange gesundheitliche Probleme.
Save the Children bietet Ernährungsunterstützung für Mütter, Säuglinge und Kleinkinder an. In einem Mutter-Kind-Krankenhaus erhalten Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung und medizinischen Komplikationen eine 24-Stunden-Versorgung. Die Einrichtung wurde erst in diesem Jahr eröffnet und ist das erste auf Mütter- und Neugeborenen-Gesundheit spezialisierte Krankenhaus in den Rohingya-Camps.
Doch der Bedarf der Menschen übersteigt die verfügbaren Hilfsangebote. Gleichzeitig haben die internationalen Hilfskürzungen die Lage verschärft. Die schwierigen Lebensbedingungen in den Camps treiben einige Geflüchtete dazu, gefährliche Fluchtrouten über das Meer in andere Länder der Region auf sich zu nehmen. Im Jahr 2025 wurde eine Rekordzahl von 900 Rohingya-Geflüchteten als vermisst oder ertrunken gemeldet, unter ihnen auch Kinder.
Save the Children fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Finanzierungslücke in der humanitären Hilfe zu schließen. Regierungen müssen die Rechte der Geflüchteten schützen und konsequent Lösungen vorantreiben, die den Rohingya-Familien eine Zukunft bieten.
Save the Children ist seit 2012 in Cox's Bazar tätig und hat seine Aktivitäten im Jahr 2017 erheblich ausgeweitet. Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation unterstützt Familien vor Ort mit Nahrungsmitteln, Wasser, Unterkünften sowie Programmen in den Bereichen Bildung, Kinderschutz, Gesundheit und Ernährung.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6339173
Neun Jahre nach ihrer Flucht droht mehr als einem Drittel der Rohingya-Geflüchteten in Bangladesch akuter Hunger. Besonders betroffen sind Kinder, die über die Hälfte der rund 1,2 Millionen Menschen in den Camps von Cox's Bazar ausmachen. Durch die schlechte Versorgungslage, die unter anderem auf Kürzungen von Hilfsgeldern zurückgeht, steigt auch für immer mehr Kinder das Risiko von Mangelernährung.
Seit der Vertreibung der Rohingya aus Myanmar am 25. August 2017 ist eine ganze Generation von Kindern auf der Flucht aufgewachsen. Viele von ihnen kennen nichts anderes als das Leben in den rund 30 Geflüchtetencamps von Cox's Bazar im Südosten Bangladeschs. "Die Camps sind keine sicheren Orte für Kinder und die Lebensbedingungen sind sehr schwierig", sagt Marina Seizov, die für Save the Children Deutschland Projekte in Bangladesch betreut und die Camps bereits besucht hat. "Die Kinder wachsen in dicht gedrängt stehenden Zelten auf. Sie haben wenig Platz zum Spielen und können oft nicht regelmäßig lernen. Wer nicht zur Schule gehen kann, hat später kaum Chancen, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen."
Auch fehlende Einkommensmöglichkeiten sowie der Mangel an sauberem Wasser und nahrhaften Lebensmitteln gehören zum Alltag vieler Rohingya-Familien in Cox's Bazar. Die Ernährungssituation der Geflüchteten dürfte sich in den kommenden Monaten weiter verschlechtern. Von September bis Dezember werden voraussichtlich 35 Prozent von ihnen von akutem Hunger betroffen sein. Mangelernährung bei Schwangeren und Babys erhöht das Risiko für Kindersterblichkeit oder lebenslange gesundheitliche Probleme.
Save the Children bietet Ernährungsunterstützung für Mütter, Säuglinge und Kleinkinder an. In einem Mutter-Kind-Krankenhaus erhalten Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung und medizinischen Komplikationen eine 24-Stunden-Versorgung. Die Einrichtung wurde erst in diesem Jahr eröffnet und ist das erste auf Mütter- und Neugeborenen-Gesundheit spezialisierte Krankenhaus in den Rohingya-Camps.
Doch der Bedarf der Menschen übersteigt die verfügbaren Hilfsangebote. Gleichzeitig haben die internationalen Hilfskürzungen die Lage verschärft. Die schwierigen Lebensbedingungen in den Camps treiben einige Geflüchtete dazu, gefährliche Fluchtrouten über das Meer in andere Länder der Region auf sich zu nehmen. Im Jahr 2025 wurde eine Rekordzahl von 900 Rohingya-Geflüchteten als vermisst oder ertrunken gemeldet, unter ihnen auch Kinder.
Save the Children fordert die internationale Gemeinschaft auf, die Finanzierungslücke in der humanitären Hilfe zu schließen. Regierungen müssen die Rechte der Geflüchteten schützen und konsequent Lösungen vorantreiben, die den Rohingya-Familien eine Zukunft bieten.
Save the Children ist seit 2012 in Cox's Bazar tätig und hat seine Aktivitäten im Jahr 2017 erheblich ausgeweitet. Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation unterstützt Familien vor Ort mit Nahrungsmitteln, Wasser, Unterkünften sowie Programmen in den Bereichen Bildung, Kinderschutz, Gesundheit und Ernährung.
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Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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