DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Destatis revidiert BIP-Wachstum im 2. Quartal auf 0,3 Prozent
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 etwas stärker als bisher angenommen gewesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in zweiter Veröffentlichung mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent und lag um 1,0 (erstes Quartal: 0,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. In erster Veröffentlichung waren Zuwachsraten von 0,2 und 0,9 Prozent gemeldet worden. Im ersten Jahresviertel war das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gestiegen.
Deutsche Maastricht-Defizitquote im ersten Halbjahr bei 3,1 Prozent
Der deutsche Staatshaushalt hat im ersten Halbjahr 2026 nach vorläufigen Berechnungen ein Finanzierungsdefizit von 71,3 Milliarden Euro verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte, lag das staatliche Defizit damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen ergibt sich für das erste Halbjahr 2026 eine Defizitquote von 3,1 Prozent. Der Maastricht-Referenzwert von 3,0 Prozent wird damit leicht überschritten. Aus den Ergebnissen für das erste Halbjahr lassen sich laut den Statistikern nur begrenzt Rückschlüsse auf das Jahresergebnis ziehen.
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe steigt im Juni
Der Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe ist im Juni saison- und kalenderbereinigt um 6,0 Prozent gegenüber dem Mai gestiegen. Mehrere Großaufträge trugen zu diesem Ergebnis bei, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Der Auftragseingang nahm im Hochbau um 8,5 Prozent und im Tiefbau um 4,0 Prozent zu.
Bessent könnte Treasury-Rückkäufe über Fed-Konto abwickeln - Bericht
Das US-Finanzministerium könnte sein fast 1 Billion Dollar schweres Hauptkonto bei der Fed (Treasury General Account - TGA) nutzen, um die kürzlich angekündigten Pläne zur Aufstockung der Rückkäufe von Staatsanleihen mitzufinanzieren. Das berichtet CNBC unter Berufung auf zwei hochrangige Beamte des Finanzministeriums. Bisher waren Beobachter davon ausgegangen, dass das Ministerium kurzlaufende Bills begeben würde, um die Rückkäufe zu finanzieren. Die Nutzung des TGA würde dem Finanzministerium erhebliche Feuerkraft verleihen, um die Renditen langfristiger Anleihen zu beeinflussen.
Einsatz von Barmitteln durch US-Finanzministerium kann Zeit kaufen
Der mögliche Einsatz seiner Barmittel durch das US-Finanzministerium könne "Zeit kaufen, aber keine fiskalische Glaubwürdigkeit", meint Masahiko Loo von State Street Investment Management. Er verweist dabei auf einen CNBC-Bericht, der sich auf zwei hochrangige Vertreter beruft. Diesem zufolge könnte das Finanzministerium sein allgemeines Konto (General Account) zur Finanzierung der in der vergangenen Woche angekündigten erhöhten Rückkäufe nutzen. "Rückkäufe mögen die Funktionsfähigkeit des Marktes verbessern und die [Rendite-]Kurve vorübergehend stabilisieren, aber sie reduzieren nicht die Schuldenlast an sich."
US-Finanzminister kündigt globale Wirtschaftsoffensive gegen den Iran an
US-Finanzminister Scott Bessent hat eine globale Wirtschaftsoffensive gegen den Iran angekündigt und allen Staaten sowie Unternehmen, die Geschäfte mit Teheran tätigen, mit drastischen Konsequenzen gedroht. "Lassen Sie keinen Zweifel an der Position der Vereinigten Staaten aufkommen: Wirtschaftliches Engagement jeder Art mit diesem mörderischen Regime wird die Verantwortlichen der vollen Machtentfaltung der USA aussetzen", sagte Bessent am Montag während einer Pressekonferenz im Finanzministerium. Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen mehr als 60 Organisationen, Einzelpersonen und Schiffe weltweit verhängen, die es dem Regime ermöglichen, Nuklear- und Raketentechnologie zu beschaffen, Einnahmen aus Ölverkäufen zu erzielen und Cyberoperationen durchzuführen.
US-Notenbanker Warsh könnte in Jackson Hole Update zur Inflationsbekämpfung geben
Der Gouverneur der US-Notenbank, Kevin Warsh, dürfte in seiner Rede in Jackson Hole am Freitag ein aussagekräftiges Update dazu geben, wie die US-Notenbank das Inflationsproblem angehen will, insbesondere nach den uneinheitlichen Signalen auf der Pressekonferenz im Juli, schreibt Gabriele Foa von Algebris in einer Research Note. "Bislang hat die US-Notenbank eine klare Forward Guidance vermieden, wodurch ihre Reaktionsfunktion ungewöhnlich unsicher bleibt", meint der globale Kreditportfoliomanager. Diese Unsicherheit trage zu einer steileren Zinskurve bei US-Staatsanleihen bei, wobei die Renditen am langen Ende als Hauptventil fungierten, sagt er.
Kanada will am Dienstag Vergeltungszölle auf US-Waren vorstellen
Angesichts des sich ausweitenden Kollateralschadens der gescheiterten Handelsgespräche werden kanadische Vertreter am Dienstag die Vergeltungszölle der Regierung gegen die USA vorstellen. Der kanadische Finanzminister François-Philippe Champagne wird zusammen mit anderen hochrangigen Kabinettsmitgliedern darlegen, welche Teile der US-Wirtschaft und welche Regionen von den Vergeltungszöllen betroffen sein werden. Die kanadischen Vergeltungszölle würden am 8. September, dem Dienstag nach dem Labor Day, in Kraft treten. Dies gäbe den USA und Kanada theoretisch etwas Zeit, um zu den Verhandlungen zurückzukehren.
Inflationsgefahr in Australien - Entwarnung wäre verfrüht
Die Reserve Bank of Australia schätzt ein, dass die Inflationsrisiken eher nach oben gerichtet sind und die Debatte über die richtige geldpolitische Reaktion an Schärfe gewinnt, meint Belinda Allen, Volkswirtin bei der CBA. Verliere das Board die Geduld? Vielleicht. Oder betreibe es verbale Interventionen, um sicherzustellen, dass die Finanzierungsbedingungen restriktiv bleiben, bis es deutlichere Fortschritte bei der Inflation gibt? Auch das sei wahrscheinlich, fügt sie hinzu. Es gebe noch nicht genügend Signale von der Inflation, um einen Sieg zu verkünden, fügt Allen hinzu. Die Inflation sei im zweiten Quartal zwar unter den Erwartungen ausgefallen, dies sei aber größtenteils auf volatile Posten zurückzuführen. Es bestehe das Risiko eines Wiederanstiegs dieser volatilen Posten in den kommenden Monaten, fügt sie hinzu.
BoJ könnte Zinserhöhungen als primäres Instrument zur Yen-Stabilisierung nutzen
Die Bank of Japan könnte mit Zinserhöhungen als primärem Instrument zur Stabilisierung des Yen die Führung übernehmen, schreiben drei Mitglieder von BofA Global Research in einem Research-Bericht. "Um die Effekte von Devisenmarktinterventionen dauerhaft zu machen und eine nachhaltige Stabilität des Yen zu erreichen, braucht Japan letztlich eine Neuausrichtung seines Policy-Mix", meinen die Mitglieder. "Vorerst bleibt der plausibelste Policy-Mix eine geldpolitische Straffung bei gleichzeitiger fiskalischer Expansion", meinen die Mitglieder. "Die BoJ dürfte die Zinsen vierteljährlich anheben, bevor sie den Zinserhöhungszyklus im Juli 2027 bei einem Endzins von 2 Prozent beendet", fügen sie hinzu.
Singapurs Zentralbank hat im Oktober Spielraum für Zinspause
Die Währungsbehörde von Singapur (MAS) habe im Oktober Spielraum, ihre Geldpolitik beizubehalten, sofern sich der Preisdruck nicht wesentlich ausweite, schreiben die Analysten von Commerzbank Research in einer Research Note. Die Verbraucherpreise sind im Juli gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gestiegen, nach 1,9 Prozent im Juni. Der Anstieg der Inflation spiegele die verzögerte Weitergabe höherer Energiekosten an die Strom- und Gastarife wider, stellen sie fest.
DJG/DJN/apo
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August 25, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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