Bochum (ots) -
KI ist längst Teil des Lernalltags vieler Kinder - doch wer gibt die Richtung vor? Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag des führenden privaten Bildungsanbieters Studienkreises zeigt: Vor allem Eltern sehen sich in der Verantwortung, während klare Orientierung durch die Schule häufig fehlt. Jedes zweite Elternteil fühlt sich von der Schule über KI-Themen nicht ausreichend informiert, aber nur 14 % der Mütter und Väter sehr gut. Im Juni 2026 wurden in der bundesweiten repräsentativen Studie 1.004 Eltern von 10- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern unter anderem zur Nutzung von KI für schulische Aufgaben, zu KI-Regeln sowie zu ihren Wünschen an Schulen befragt.
Eltern sehen sich als KI-Lehrer:innen - und wünschen sich Klarheit durch die Schule
Wenn es um den Umgang mit KI für schulische Aufgaben geht, sehen Eltern sich selbst häufiger in der Verantwortung als die Schule: 54 Prozent sagen, dass sie ihrem Kind dabei die wichtigste Orientierung geben. 41 Prozent meinen zudem, dass sich Kinder die nötigen Kompetenzen vor allem selbst aneignen. Nur 35 Prozent sehen Schule und Lehrkräfte aktuell in dieser Rolle.
Gleichzeitig bleibt für viele Familien unklar, welche Regeln an Schulen überhaupt gelten: Nur ein Drittel der Eltern kennt die KI-Nutzungsregeln der Schule genau. 67 Prozent wissen nicht, ob es überhaupt Regeln gibt, oder kennen die Regeln nicht exakt. Die Hälfte der befragten Eltern fühlt sich nach eigener Aussage weniger gut oder gar nicht von den Schulen zum Thema KI informiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo Eltern den größten Handlungsbedarf sehen. So wünschen sich 57 Prozent der Eltern von den Schulen vor allem klare Regeln im Umgang mit KI, knapp die Hälfte (49 Prozent) gezielten Unterricht zum kompetenten Umgang mit KI und 39 Prozent Fortbildungen für Lehrkräfte.
"Viele Kinder und Jugendliche nutzen KI längst regelmäßig für die Schule. Umso problematischer ist es, wenn Eltern nicht wissen, was seitens der Schule erlaubt ist und woran sie sich orientieren sollen", sagt Thomas Momotow, Pressesprecher beim Studienkreis. "Viele Familien übernehmen derzeit eine Rolle, die sie nur begrenzt ausfüllen können. Kinder brauchen beim Thema KI nicht nur technische Möglichkeiten, sondern klare Leitplanken und Regeln."
Kommunikationslücke zwischen Schule und Eltern
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch der Lehrer, Schulentwicklungsmoderator und Autor Joscha Falck: "Die Begleitung durch Lehrkräfte zu KI-Themen hält mit der Entwicklung nicht Schritt. Verbindliche Fortbildungen fehlen, sodass auch Eltern in die Wissensvermittler-Rolle rutschen - häufig, ohne den schulischen Rahmen zu kennen. Die Ergebnisse zeigen deshalb weniger ein Erziehungsproblem, sondern vor allem ein Kommunikationsdefizit zwischen Schule und Elternhaus. Damit Kinder KI kompetent statt unbegleitet nutzen können, braucht es klare, kommunizierte Regeln aus der Schule und einen intensiveren Austausch mit den Familien."
KI: Schule und Eltern in der gemeinsamen Verantwortung
Trotz der intensiven KI-Nutzung bleibt das Thema in vielen Familien erstaunlich konfliktarm. 77 Prozent der Eltern sagen, dass es nie oder nur selten Auseinandersetzungen über die KI-Nutzung für die Schule gibt. Wenn es Streit gibt, dann nicht über das Vertrauen in die Kinder, sondern eher über die Verlässlichkeit von KI oder mögliche negative Auswirkungen für die Kinder.
Laut den Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers 2026* teilen Lehrkräfte ganz ähnliche Bedenken: etwa negative Auswirkungen für kritisches Denken (67 Prozent) oder Problemlösefähigkeiten (62 Prozent). "Umso wichtiger ist es, KI nicht als Konfliktthema, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Schule und Familien anzugehen", so Falck. "Zudem ist die Abwesenheit von Streit nicht automatisch ein Entwarnungssignal, sondern könnte ebenso bedeuten, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema in manchen Familien noch gar nicht richtig begonnen hat."
Schüler:innen erwerben KI-Skills oft in sozialen Medien
Eine ergänzende, nicht repräsentative Befragung des Studienkreises unter 30 Schülerinnen und Schülern weist in die gleiche Richtung: Viele Jugendliche bringen sich den Umgang mit KI selbst bei oder orientieren sich an Social Media. Nur ein kleiner Teil nennt Eltern oder Lehrkräfte als wichtigste Ansprechpersonen. Und die Mehrheit sagt, dass es keine klaren Regeln an der Schule gibt. Auch hier zeigt sich: KI-Richtlinien sind nicht immer sichtbar. Die Ergebnisse dieser Befragung sind nicht repräsentativ, unterstreichen aber den Bedarf an genauen Vorgaben.
"Wenn Schulen keine klaren Regeln kommunizieren und Eltern nur begrenzt Einblick haben, sind Kinder schnell auf sich allein gestellt und orientieren sich an dem, was sie online aufschnappen - ob es Sinn ergibt oder nicht", sagt Thomas Momotow. "Um riskantes Halbwissen zu vermeiden, wollen wir Familien und Kinder mit konkreten Hilfen unterstützen."
Studienkreis hat dazu den KI-Leitfaden "Schlauer lernen mit KI - Tipps und Tools" veröffentlicht. Die Broschüre richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, bietet aber auch Eltern eine praktische Hilfestellung für den sinnvollen Umgang mit KI beim Lernen und kann online heruntergeladen werden.
Pressekontakt:
Studienkreis GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thomas Momotow (Pressesprecher)
Universitätsstraße 104, 44799 Bochum
Tel.: 02 34/97 60-122
E-Mail: tmomotow@studienkreis.de
Original-Content von: Studienkreis GmbH, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/74867/6339288
KI ist längst Teil des Lernalltags vieler Kinder - doch wer gibt die Richtung vor? Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag des führenden privaten Bildungsanbieters Studienkreises zeigt: Vor allem Eltern sehen sich in der Verantwortung, während klare Orientierung durch die Schule häufig fehlt. Jedes zweite Elternteil fühlt sich von der Schule über KI-Themen nicht ausreichend informiert, aber nur 14 % der Mütter und Väter sehr gut. Im Juni 2026 wurden in der bundesweiten repräsentativen Studie 1.004 Eltern von 10- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern unter anderem zur Nutzung von KI für schulische Aufgaben, zu KI-Regeln sowie zu ihren Wünschen an Schulen befragt.
Eltern sehen sich als KI-Lehrer:innen - und wünschen sich Klarheit durch die Schule
Wenn es um den Umgang mit KI für schulische Aufgaben geht, sehen Eltern sich selbst häufiger in der Verantwortung als die Schule: 54 Prozent sagen, dass sie ihrem Kind dabei die wichtigste Orientierung geben. 41 Prozent meinen zudem, dass sich Kinder die nötigen Kompetenzen vor allem selbst aneignen. Nur 35 Prozent sehen Schule und Lehrkräfte aktuell in dieser Rolle.
Gleichzeitig bleibt für viele Familien unklar, welche Regeln an Schulen überhaupt gelten: Nur ein Drittel der Eltern kennt die KI-Nutzungsregeln der Schule genau. 67 Prozent wissen nicht, ob es überhaupt Regeln gibt, oder kennen die Regeln nicht exakt. Die Hälfte der befragten Eltern fühlt sich nach eigener Aussage weniger gut oder gar nicht von den Schulen zum Thema KI informiert. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo Eltern den größten Handlungsbedarf sehen. So wünschen sich 57 Prozent der Eltern von den Schulen vor allem klare Regeln im Umgang mit KI, knapp die Hälfte (49 Prozent) gezielten Unterricht zum kompetenten Umgang mit KI und 39 Prozent Fortbildungen für Lehrkräfte.
"Viele Kinder und Jugendliche nutzen KI längst regelmäßig für die Schule. Umso problematischer ist es, wenn Eltern nicht wissen, was seitens der Schule erlaubt ist und woran sie sich orientieren sollen", sagt Thomas Momotow, Pressesprecher beim Studienkreis. "Viele Familien übernehmen derzeit eine Rolle, die sie nur begrenzt ausfüllen können. Kinder brauchen beim Thema KI nicht nur technische Möglichkeiten, sondern klare Leitplanken und Regeln."
Kommunikationslücke zwischen Schule und Eltern
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch der Lehrer, Schulentwicklungsmoderator und Autor Joscha Falck: "Die Begleitung durch Lehrkräfte zu KI-Themen hält mit der Entwicklung nicht Schritt. Verbindliche Fortbildungen fehlen, sodass auch Eltern in die Wissensvermittler-Rolle rutschen - häufig, ohne den schulischen Rahmen zu kennen. Die Ergebnisse zeigen deshalb weniger ein Erziehungsproblem, sondern vor allem ein Kommunikationsdefizit zwischen Schule und Elternhaus. Damit Kinder KI kompetent statt unbegleitet nutzen können, braucht es klare, kommunizierte Regeln aus der Schule und einen intensiveren Austausch mit den Familien."
KI: Schule und Eltern in der gemeinsamen Verantwortung
Trotz der intensiven KI-Nutzung bleibt das Thema in vielen Familien erstaunlich konfliktarm. 77 Prozent der Eltern sagen, dass es nie oder nur selten Auseinandersetzungen über die KI-Nutzung für die Schule gibt. Wenn es Streit gibt, dann nicht über das Vertrauen in die Kinder, sondern eher über die Verlässlichkeit von KI oder mögliche negative Auswirkungen für die Kinder.
Laut den Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers 2026* teilen Lehrkräfte ganz ähnliche Bedenken: etwa negative Auswirkungen für kritisches Denken (67 Prozent) oder Problemlösefähigkeiten (62 Prozent). "Umso wichtiger ist es, KI nicht als Konfliktthema, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Schule und Familien anzugehen", so Falck. "Zudem ist die Abwesenheit von Streit nicht automatisch ein Entwarnungssignal, sondern könnte ebenso bedeuten, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema in manchen Familien noch gar nicht richtig begonnen hat."
Schüler:innen erwerben KI-Skills oft in sozialen Medien
Eine ergänzende, nicht repräsentative Befragung des Studienkreises unter 30 Schülerinnen und Schülern weist in die gleiche Richtung: Viele Jugendliche bringen sich den Umgang mit KI selbst bei oder orientieren sich an Social Media. Nur ein kleiner Teil nennt Eltern oder Lehrkräfte als wichtigste Ansprechpersonen. Und die Mehrheit sagt, dass es keine klaren Regeln an der Schule gibt. Auch hier zeigt sich: KI-Richtlinien sind nicht immer sichtbar. Die Ergebnisse dieser Befragung sind nicht repräsentativ, unterstreichen aber den Bedarf an genauen Vorgaben.
"Wenn Schulen keine klaren Regeln kommunizieren und Eltern nur begrenzt Einblick haben, sind Kinder schnell auf sich allein gestellt und orientieren sich an dem, was sie online aufschnappen - ob es Sinn ergibt oder nicht", sagt Thomas Momotow. "Um riskantes Halbwissen zu vermeiden, wollen wir Familien und Kinder mit konkreten Hilfen unterstützen."
Studienkreis hat dazu den KI-Leitfaden "Schlauer lernen mit KI - Tipps und Tools" veröffentlicht. Die Broschüre richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, bietet aber auch Eltern eine praktische Hilfestellung für den sinnvollen Umgang mit KI beim Lernen und kann online heruntergeladen werden.
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