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MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet trotz US-Sorgen - BIP stützt

DJ MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet trotz US-Sorgen - BIP stützt

DOW JONES--Gut behauptet sind Europas Börsen am Dienstag in den Handel gestartet. Der DAX steigt um 0,4 Prozent auf 26.222 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,4 Prozent auf 6.473 Zähler. Stützend wirkt die Hochrevision des deutschen BIP im zweiten Quartal. Dies unterstreicht die Einschätzung vieler Volkswirte, dass die Stimmung schlechter sei als die Lage. Dies macht auch Hoffnung auf einen guten Ifo-Index im Vormittagsverlauf.

Bei den Branchen zeigen sich sämtliche Bewegungen unterhalb von 1 Prozent - das Schlusslicht stellt der Automobilsektor mit 0,7 Prozent Minus. Gesucht sind Finanz- und Reisewerte, Rüstung erholt sich von den Vortagsverlusten. Unternehmensnachrichten sind allerdings kaum vorhanden, im Fokus stehen nur die US-Anleihemärkte nach der Rede von US-Finanzminister Scott Bessent am Vorabend.

Dabei dominiert Vorsicht, denn mit den Nvidia-Zahlen und US-Inflationsdaten am Mittwoch sowie der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf der Notenbanker-Konferenz am Freitag stehen noch wichtige Ereignisse bevor. Dazu werden am Nachmittag das US-Verbrauchervertrauen und die US-Häuserverkäufe veröffentlicht. Bei beiden Datenreihen wird mit Anzeichen für eine immer schwächer werdende Kaufkraft der US-Konsumenten gerechnet.

USA bekommen steigende Renditen nicht in den Griff

Sorgen macht vor allem der US-Bondmarkt. Auch die Wirkung der Bessent-Rede vom Vorabend sei wieder verpufft, heißt es in Kommentaren. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt danach wieder über 4,70 Prozent. Entsprechend verbuchten besonders zinsempfindliche Technologiewerte an der Nasdaq Abgaben. Laut CNBC erwägt Bessent sogar, die Liquiditätsreserve der Fed von knapp 1 Billion Dollar anzuzapfen, um die langfristigen US-Renditen zu senken. Dies sehe aber eher nach ersten Panikanzeichen als einem Plan aus, heißt es im Handel.

An der enormen Kreditnachfrage durch Staatsverschuldung und KI-Investoren ändere es nichts, zusammen mit der galoppierenden US-Inflation verlangten Langfrist-Investoren einfach höhere Renditen. Höhere Kreditkosten führten zu höheren Renditen, insbesondere ohne glaubwürdigen Haushaltsplan, sagt Sonali Basak, Chef-Investmentstrategin bei iCapital.

US-Drohungen gegen Iran gehen auch gegen China

Dazu drohte Bessent nach dem Scheitern des Krieges gegen den Iran mit harten Wirtschaftssanktionen und betonte die Sekundärsanktionen gegen Länder, die Geschäfte mit dem Iran betreiben. UBS-Chef-Volkswirt Paul Donovan meint dazu, "die kritische Frage ist, ob die USA auch den größten Öl-Kunden des Irans sanktionieren werden (China)".

Händler reagieren bislang gelassen auf die Aussagen. "Die eigentliche Ankündigung wirkte weit weniger dramatisch als erwartet, mit einer großen Kluft zwischen Rhetorik und Substanz", sagt Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse bei Rystad Energy. "Diese großspurigen Behauptungen der Trump-Regierung werden sehr schnell wieder zurückgenommen", sagt Mike O'Rourke, Chefmarktstratege bei JonesTrading: "Aus Marktsicht werden sie meist ignoriert".

Besorgte Kommentare kommen mehr vom Devisenmarkt: Denn Bessent drohte Ländern, die den US-Wünschen nicht folgten auch mit dem Rauswurf aus dem Dollar-System. Damit habe er aber unterstrichen, wie sehr mit dem Zahlungssystem auch politische Gefolgschaft verbunden sei. Das mache Chinas Systeme wie mBridge und CIPS nur noch attraktiver gegenüber Swift, heißt es.

Gleichzeitig steigt Gold weiter an. "Steigende Preise von unverzinsten Assets wie Gold bei gleichzeitig steigenden Anleiherenditen sind nicht normal und zeigen eher Zweifel am Finanzsystem", sagt ein Händler. Gold könnte wieder Richtung 5.000 US-Dollar je Feinunze laufen wegen der Kombination aus Nachfrage der Zentralbanken, Fiskalrisiken und geopolitische Unsicherheiten, sagt Analystin Rania Gule von XS.com.

Bei den Einzelaktien ist es nach Ende der Berichtssaison weiter ruhig. Im Fokus stehen VW mit ihrer Betriebsversammlung. Die Aktien notieren 0,9 Prozent leichter. Hier werden Details zu den Sparmaßnahmen wie konkrete Namen zu Werkschließungen und Pläne zum Stellenabbau erwartet.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.473,39  +0,4   25,41    6.447,98    11,8 
Stoxx-50        5.500,97  +0,4   20,08    5.480,89    11,9 
DAX          26.222,23  +0,4   115,63    26.106,60    7,1 
MDAX          32.183,77  +0,5   152,22    27.039,42    5,1 
TecDAX         4.058,49  +0,2    9,26    3.091,28    12,0 
SDAX          18.525,82  +0,5   88,44    13.062,07    7,9 
FTSE          10.878,26  +0,2   23,94    10.854,32    9,5 
CAC           8.480,16  +0,3   27,15    8.453,01    4,1 
SMI          14.464,61  +0,1   17,42    14.447,19    9,0 
ATX           6.655,62  +0,6   38,10    6.617,52    25,0 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:48 
EUR/USD          1,1657  -0,0  -0,0005     1,1662   1,1667 
EUR/JPY          185,86  +0,2   0,3200     185,54  185,6900 
EUR/CHF          0,9372  +0,2   0,0015     0,9357   0,9359 
EUR/GBP          0,8546  -0,1  -0,0008     0,8554   0,8556 
USD/JPY          159,42  +0,2   0,3400     159,08  159,1400 
GBP/USD          1,3637  +0,1   0,0007      1,363   1,3632 
USD/CNY          6,7229  +0,0   0,0010     6,7219   6,7219 
USD/CNH          6,7222  +0,0   0,0018     6,7204   6,7219 
AUS/USD          0,7143  -0,1  -0,0006     0,7149   0,7151 
Bitcoin/USD      80.497,31  +2,0  1.574,62    78.922,69 79.343,66 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         84,37  -0,8   -0,64      85,01 
Brent/ICE         91,66  -0,6   -0,51      92,17 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.639,02  -0,3   -12,25    4.651,27 
Silber           68,29  -0,9   -0,64      68,94 
Platin         1.856,95  -1,0   -19,05    1.876,00 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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August 25, 2026 03:47 ET (07:47 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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