
© Foto: zulfugarkarimov auf Pixabay (Symbolbild)
Palantir hat in den letzten Wochen für enormen Wirbel gesorgt. Erst die Zahlen, die Analysten regelrecht positiv gesehen überrumpelt haben. Dann die Insider, die in aller Ruhe Kasse gemacht haben, während der Kurs munter weiter kletterte. Dazwischen ein Pentagon-Auftrag, der zeigt, wie tief das Unternehmen im Verteidigungsgeschäft verwurzelt ist. Und im Chart? Eine Kerze, die alles andere als gewöhnlich war. Wir schauen uns an, was hinter der Rally steckt und wohin die Reise jetzt gehen könnte.
Zahlen, die Anleger mit offenem Mund zurücklassen
Palantir hat geliefert! Und wie! Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte. Besonders das US-Geschäft mit Unternehmenskunden lief heiß, hier ging es um 149 Prozent nach oben. Auch die Marge kann sich sehen lassen, denn von jedem verdienten Dollar blieben rund 55 Cent als Gewinn übrig. Kein Wunder, dass das Management die Jahresprognose gleich nach oben geschraubt hat, auf nunmehr bis zu 8,16 Milliarden US-Dollar. Dazu kommt ein dicker Auftrag vom Pentagon über knapp 244 Millionen US-Dollar. Zwar haben CEO Alex Karp und einige Führungskräfte zuletzt Aktien verkauft, meist über langfristig festgelegte Handelspläne. Doch das scheint die Anleger kaum zu stören, im Gegenteil, Großinvestoren wie die Norges Bank bauen ihre Position munter weiter aus.
Auch die Profis greifen zu
Was bei Palantir auffällt, ist, dass es nicht nur Privatanleger sind, die auf den Zug aufspringen. Auch die ganz großen Adressen mischen kräftig mit. Über 45 Prozent der Aktien liegen mittlerweile in institutioneller Hand. Die Norges Bank etwa hält eine Position im Milliardenwert, und auch andere Fonds haben zuletzt aufgestockt. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen tief im Verteidigungsbereich verankert, von der Ukraine bis zur NATO wird auf Palantir-Technologie gesetzt. Und beim jüngsten Bootcamp saßen Namen wie Nvidia, Cisco und Novartis mit im Raum. Das zeigt, wie breit das Interesse mittlerweile gestreut ist, weit über den klassischen Behördenkunden hinaus.

Charttechnik
Und dann war da diese eine Chart-Kerze. Eine wirklich lange, grüne Kerze, die zeigt, wie viel Kraft gerade in diesem Titel steckt. Nach so einem Ausbruch braucht ein Kurs meistens erst mal eine Pause, ein bisschen Verschnaufen, bevor es weitergeht. Genau das könnte hier passieren. Nach einer kurzen Konsolidierung hat die Aktie durchaus das Potenzial, wieder Richtung 210 US-Dollar zu laufen. Sollte das Momentum anhalten, ist sogar ein Bruch des alten Hochs denkbar. Die Shortseller haben das bereits zu spüren bekommen, sie sitzen oder saßen auf Milliardenverlusten und stützen den Kurs quasi ungewollt mit.
Was tun?
Die Story bei Palantir ist klasse. Wachstum, Margen, Auftragslage, das alles passt. Auch charttechnisch sieht es nach frischem Schwung aus. Allerdings ist die Bewertung längst kein Schnäppchen mehr, und die jüngsten Insiderverkäufe sowie eine gewisse Skepsis einzelner Analysten mahnen zur Vorsicht. Wer schon investiert ist, kann die Position vermutlich laufen lassen mit einem nachgezogenen Stoppkurs. Wer neu einsteigen will, sollte auf die angesprochene Konsolidierung warten und nicht blind der Euphorie hinterherlaufen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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