DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo-Geschäftsklima steigt im August stärker als erwartet
Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im August stärker aufgehellt als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 88,8 (Vormonat: 86,7) Punkte, wie das Münchner Ifo Institut nach seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 87,1 Punkte vorhergesagt. "Die Unsicherheit nahm weiter ab", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Trotz des erneuten Energiepreisanstiegs erholt sich die deutsche Wirtschaft." Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate.
Ifo-Index überrascht trotz gestiegener Energiepreise
Der überraschend deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas im August signalisiert aus Sicht der Commerzbank ein spürbares Aufwärtspotenzial für die deutsche Konjunktur. Obwohl gestiegene Energiepreise und die anhaltende Trockenheit die Betriebe belasten, verbesserten sich sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen branchenübergreifend. "Dies spricht dafür, dass sich die Konjunktur trotz einiger Belastungsfaktoren in den kommenden Monaten weiter beleben wird", schreibt Ökonom Ralph Solveen in einer Einschätzung. Haupttreiber sei eine wieder stärkere Auslandsnachfrage sowie zusätzliche Impulse durch höhere Staatsausgaben. Trotz struktureller Bremsklötze und verhaltener privater Investitionen sieht die Commerzbank nun mehr Rückenwind für das laufende Jahr.
KfW: Ifo-Anstieg ist ein Paukenschlag - Höhere BIP-Prognosen
Der unerwartet deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex im August ist nach Aussage von KfW-Volkswirt Sebastian Wanke "ein Paukenschlag, lauter als alle Dämpfer der letzten Monate". "Damit zeigt die deutsche Wirtschaft eine kaum für möglich gehaltene Widerstandsfähigkeit gegenüber allen immer wieder zitierten Widrigkeiten, unter ihnen der Iran-Krieg und zuletzt auch das Niedrigwasser des Rheins", schreibt er in einem Kommentar. Der Aufwärtstrend bei den Neuaufträgen des Verarbeitenden Gewerbes hatte es bereits angedeutet - und die heutigen Daten legten nahe, dass sich die insgesamt positive Entwicklung fortsetzen werde. "KfW Research erwartet nun ein BIP-Wachstum von 1,1 Prozent für dieses Jahr und von 1,5 Prozent für 2027. Das sind 0,4 bzw. 0,2 Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Prognose im Mai", erläutert Wanke.
Deutschland auf Kurs für bestes Wachstum seit 2022
Die jüngste Widerstandsfähigkeit deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft auf dem Weg zu ihrem besten BIP-Wachstum seit den 1,9 Prozent im Jahr 2022 ist, schreibt Carsten Brzeski von ING in einer Research Note. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im August von 86,6 im Juli auf 88,8 gestiegen, und Daten haben gezeigt, dass das Wachstum im zweiten Quartal von 0,2 Prozent auf 0,3 Prozent nach oben korrigiert wurde. "Auch wenn es noch zu früh ist, dies als eine sich selbst tragende wirtschaftliche Erholung zu bezeichnen, sind das über dem Potenzial liegende Wachstum im ersten und zweiten Quartal des Jahres zusammen mit vier aufeinanderfolgenden Monaten steigender Stimmung vielversprechend", meint er. Dennoch beinhalten die kurzfristigen Aussichten hohe Energiepreise sowie niedrige Wasserstände, die den Flusstransport für die deutsche Industrie behindern. Die Auftragsbücher hätten sich in den letzten Monaten jedoch zu erholen begonnen, was auf eine gewisse positive Dynamik hindeute, so Brzeski.
Jackson Hole könnte die Märkte erheblich bewegen
Das diesjährige Symposium der US-Notenbank in Jackson Hole werde besonders mit Spannung erwartet, schreiben David Kohl und Dario Messi von Julius Bär in einem Kommentar. Die Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh erfolge, nachdem die Kommunikation der Zentralbank im Juli den Anlegern wenig Klarheit über den geldpolitischen Ausblick geboten habe, schreiben sie. "Historisch gesehen war Jackson Hole nur gelegentlich ein wichtiger Impulsgeber für die Märkte, aber wenn es das war, waren die Impulse oft beträchtlich und langanhaltend", schreiben sie. Die Veranstaltung, die von Donnerstag bis Samstag stattfindet, komme zu einem heiklen Zeitpunkt für die Anleihemärkte, die noch immer das Signal der überraschenden Ankündigung eines Anleiherückkaufs durch das US-Schatzamt aus der Vorwoche verarbeiten, so Kohl und Messi.
Welthandelsströme setzen Erholung im Juni fort
Die weltweiten Handelsströme sind im Juni stark gestiegen, gestützt durch den Boom bei Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und trotz der durch den Iran-Krieg verursachten Störungen. Die fortgesetzte Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft der Schließung der Straße von Hormus für den Großteil der Schifffahrt bislang standgehalten hat. Anhaltende Störungen in der Schifffahrt und die Einführung neuer Einfuhrzölle durch die Trump-Regierung drohen jedoch, die Handelsströme im zweiten Halbjahr zu verlangsamen.
Bessents Mentor Druckenmiller bezeichnet Anleihe-Intervention als "Fehler"
Der Hedgefonds-Veteran Stanley Druckenmiller hat seinen langjährigen Protegé, Finanzminister Scott Bessent, wegen dessen Plänen, am Markt für Staatsanleihen zu intervenieren, um die Zinsen zu senken, scharf kritisiert. 4 Milliarden US-Dollar oder mehr für den Rückkauf langlaufender Staatsanleihen auszugeben, sei ein "Fehler", der die fundamentalen Gründe für den Anstieg der Kreditkosten der US-Regierung nicht angehen werde, schrieb Druckenmiller in einem scharfen Gastbeitrag im Wall Street Journal.
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August 25, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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