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MÄRKTE USA/Aktien freundlich erwartet - Anleihemarkt weiter entspannt

DJ MÄRKTE USA/Aktien freundlich erwartet - Anleihemarkt weiter entspannt

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Für den Start am Dienstag an den US-Börsen deutet sich eine freundliche Tendenz an. Rückenwind kommt vom Anleihemarkt, wo sich die Entspannung vom Vortag fortsetzt - die Renditen sinken also weiter. Im Zehnjahresbereich geht es um 4 Basispunkte auf 4,66 Prozent nach unten, nachdem die Rendite zuletzt mehrfach beim Niveau um 4,73 bzw. 4,74 Prozent wieder den Rückzug angetreten hatte.

Dazu trägt ein CNBC-Bericht bei, wonach Finanzminister Bessent die fast 1 Billion Dollar umfassenden staatlichen Liquiditätsreserven anzapfen könnte, um gerade erst angekündigte erweiterte Rückkäufe von Staatsanleihen zu finanzieren.

Derweil fallen die Ölpreise deutlicher. Das dämpft Sorgen vor einer steigenden Inflation und damit auch vor steigenden Leitzinsen und dürfte ebenfalls auf die Renditen drücken. Brent-Öl verbilligt sich um 3,2 Prozent auf knapp über 89 Dollar.

Möglicherweise spekuliert der Markt hier darauf, dass sich bei der weiter kaum passierbaren Straße von Hormus etwas tun wird, nachdem die USA einen globalen Sanktionsplan gegen den Iran gestartet haben, um diesen in die Knie zu zwingen. Bessent sprach am Vortag von einem "wirtschaftlichen Angriff auf Irans weltweite Finanzverbindungen", der Teherans "Ermöglicher" daran hindern solle, das Regime am Leben zu erhalten. Das Weiße Haus hat dazu außerdem einen Zeitplan veröffentlicht, nach dem Länder ihre Aktivitäten mit dem Iran herunterfahren sollen.

Die Frage ist, ob sich beispielsweise China als großer Abnehmer iranischen Öls davon beeindrucken lässt und was das für die US-chinesischen Beziehungen bedeutet, falls nicht.

Konjunkturseitig dürften am Berichtstag größere Impulse ausbleiben. Während des frühen Handels wird der Index des Verbrauchervertrauens für August veröffentlicht, und Daten zu den Neubauverkäufen. Spannender dürfte es am Mittwoch werden, wenn die Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben für Juli auf dem Programm stehen. Sie gelten als wichtiger Indikator für die US-Notenbank.

Ab Donnerstag dürften viele Blicke dann Richtung Jackson Hole gerichtet sein, wo das jährliche Symposium der Notenbanker stattfindet. Am Freitag steht dort die Rede des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf der Agenda. Von ihr erhofft sich der Markt Aufschluss über den zukünftigen Zinspfad. Aktuell wird am Zinsterminmarkt bis zum Jahresende eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte eingepreist.

Die Nvidia-Aktie könnte ihre längste Verlustserie seit 2022 beenden. Im vorbörslichen Handel liegt sie 1,3 Prozent im Plus im Vorfeld des wie üblich mit Spannung erwarteten Quartalsberichts am Mittwoch nach dem Handelsende. Der Ausblick des Chipherstellers wird genau beobachtet werden, um zu sehen, ob die massiven Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz weiterhin gerechtfertigt sind.

Aber auch in der Breite sind anziehende Kurse bei Aktien mit KI-Fantasie zu beobachten. Sowohl Analysten von JP Morgan wie der UBS haben sich zuversichtlich über die Nachhaltigkeit von KI-Investitionen geäußert. Aktien wie AMD, Broadcom, Intel oder Marvell gewinnen bis zu 3,6 Prozent.

Ein Kursdebakel zeichnet sich bei Dick's Sporting Goods ab. Nach einer Senkung der Gewinnprognose knickt der Kurs auf Nasdq.com um 18 Prozent ein. Nike verlieren 3,0 Prozent, Under Armour liegen 1,5 Prozent im Minus.

Leichter tendieren vorbörslich die zuletzt gesuchten Aktien von Unternehmen mit Handelsplattformen für Kryptowährungen im Sog des zulegenden Bitcoin-Kurses. Strategy, Coinbase und American Bitcoin geben bis 2,2 Prozent nach, Trump Media & Technology sind gut behauptet.

Der Bitcoin gibt minimal nach auf knapp 79.000 Dollar, wurde zuvor aber auch schon erstmals seit drei Monaten wieder über 80.000 Dollar gesehen. Hintergrund für den jüngsten Anstieg ist die Initiative von US-Präsident Donald Trump zum Beschluss eines Kryptogesetzes, das Regeln und Zuständigkeiten für den Umgang mit Kryptowährungen schaffen und damit die bisherige Rechtsunsicherheit verringern soll. Als Treiber neben der kryptofreundlichen Trump-Politik sehen Marktakteure aber auch die zuletzt gewachsenen Sorgen um die fiskalische Gesundheit der USA. Diese wurden zusätzlich angefacht durch Pläne des Finanzministeriums, das Tempo der Anleiherückkäufe zu verdoppeln, um den Anstieg der Renditen einzudämmen.

US-Treasuries    Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre        4,21 -0,02    4,25      4,21 
5 Jahre        4,37 -0,03    4,42      4,36 
10 Jahre        4,66 -0,04    4,72      4,66 
 
 
DEVISEN       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag    Mo, 17:48 
EUR/USD       1,1662  NULL   0,0000     1,1662      1,1667 
EUR/JPY       185,72  +0,1   0,1800     185,54     185,6900 
EUR/CHF        0,936  +0,0   0,0003     0,9357      0,9359 
EUR/GBP       0,8553  -0,0  -0,0001     0,8554      0,8556 
USD/JPY       159,24  +0,1   0,1600     159,08     159,1400 
GBP/USD       1,3634  +0,0   0,0004      1,363      1,3632 
USD/CNY       6,7195  -0,0  -0,0024     6,7219      6,7219 
USD/CNH       6,7193  -0,0  -0,0011     6,7204      6,7219 
AUS/USD       0,7152  +0,0   0,0003     0,7149      0,7151 
Bitcoin/USD    78.914,43  -0,0   -8,26    78.922,69    79.343,66 
 
 
ROHOEL       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex       82,41  -3,1   -2,60      85,01 
Brent/ICE       89,06  -3,4   -3,11      92,17 
 
 
Metalle       zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold        4.635,05  -0,3   -16,22    4.651,27 
Silber        67,99  -1,4   -0,95      68,94 
Platin       1.844,72  -1,7   -31,28    1.876,00 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/hab

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August 25, 2026 08:39 ET (12:39 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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