DJ EU: Extremwetter beeinträchtigt Europas Sommerernte
Von Joe Stonor
DOW JONES--Die extreme Hitze und die Dürren, unter denen Europa in den vergangenen zwei Monaten gelitten hat, fügen den Ernten schweren Schaden zu und werden laut einer Studie der Europäischen Kommission voraussichtlich zu Ernteausfällen führen. Andauernd trockenes und heißes Wetter hat "die Aussichten für Sommerkulturen in Westeuropa und den meisten Teilen Mitteleuropas erheblich verschlechtert", heißt es in dem Bericht zur Überwachung der landwirtschaftlichen Ressourcen (Monitoring Agricultural ResourceS - MARS)
Zu den erheblich betroffenen Regionen gehören Frankreich, Süddeutschland sowie Nord- und Mittelitalien. Als Folge des Extremwetters dürften die Erträge des Körnermais in diesen Ländern 2026 um mehr als 10 Prozent unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt liegen.
Die Auswirkungen auf die Ernten sind weitreichend und reichen von leichten Ertragseinbußen bis hin zu schweren Ernteausfällen. In den am stärksten betroffenen Regionen erwarten die Forscher Ernteausfälle.
Europa erlebt einen Sommer mit Rekordhitze und spärlichen Niederschlägen. Die Folgen des starken El-Niño-Wetterphänomens machen sich weltweit bemerkbar. Der diesjährige "El Niño" ist in seiner Intensität beispiellos und wird laut dem britischen Wetterdienst Met Office das stärkste Ereignis dieser Art seit dem 19. Jahrhundert sein.
Die Studie stellte für den Berichtszeitraum 1. Juli bis 15. August Hitzewellen und Wasserdefizite in ganz Frankreich und großen Teilen Deutschlands fest.
Auch Italien, Österreich, die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn zählen zu den am stärksten betroffenen Ländern. Laut den Forschern sei regional mit Ernteausfällen zu rechnen.
Europaweit wird erwartet, dass die Körnermaiserträge um 7 Prozent und die Sojabohnenerträge um 14 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen werden. Bei Kartoffeln und Raps wird ein um 6 bzw. 5 Prozent niedrigerer Ertrag erwartet.
Das Extremwetter sorgt bei Landwirten für Besorgnis in Bezug auf die Futterversorgung des Viehs, da Hitze und Dürre dazu führen, dass die Samen unterentwickelt bleiben und die Pflanzen vorzeitig altern und absterben.
"Diese Ereignisse sind eine Erinnerung daran, dass wir uns auf eine Zukunft vorbereiten müssen, in der Extremwetter häufiger auftritt", sagte Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung.
Kühlere und feuchtere Bedingungen, die für nun Europa vorhergesagt werden, könnten den Landwirten etwas Linderung verschaffen. Doch jede Wetteränderung werde zu spät kommen, um die bereits entstandenen Schäden auszugleichen, so die Forscher.
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August 25, 2026 09:48 ET (13:48 GMT)
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