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MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Deutsche Wirtschaft sendet Lebenszeichen

DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Deutsche Wirtschaft sendet Lebenszeichen

DOW JONES--Mit moderaten Aufschlägen haben Europas Börsen am Dienstag geschlossen. In Deutschland ging es etwas kräftiger nach oben. Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es lediglich um 0,1 Prozent nach oben. Der Euro zog leicht an auf 1,1670 Dollar. Mit dem Ölpreis ging es dagegen deutlich um über 4 Prozent nach unten. Brent-Öl kostete zuletzt gut 88 Dollar je Fass.

Rückenwind kam von ermutigenden deutschen Wirtschaftsdaten. Das Ifo-Geschäftsklima hellte sich im August trotz wieder gestiegener Energiepreise deutlich auf. "Dabei ist der Anstieg um mehr als zwei Punkte von 86,7 auf 88,8 sowohl auf positivere Erwartungen als auch auf eine bessere Beurteilung der aktuellen Lage zurückzuführen. Dies spricht dafür, dass sich die Konjunktur trotz einiger Belastungsfaktoren in den kommenden Monaten weiter beleben wird", kommentierte die Commerzbank. Daneben wurde das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 0,3 von 0,2 Prozent zum Vorquartal nach oben revidiert. Börsianer sagten, dies unterstreiche die Einschätzung vieler Volkswirte, dass die Stimmung schlechter sei als die Lage.

Stützend wirkten auch weiter nachgebende Renditen an den Anleihemärkten, wobei der Impuls aus den USA kam, von wo auch der jüngste weltweite Anstieg ausgegangen war. US-Finanzminister Bessent soll erwägen, staatliche Liquiditätsreserven von knapp 1 Billion Dollar anzuzapfen, um damit den avisierten verstärkten Rückkauf langlaufender Anleihen zu finanzieren, um so die langfristigen US-Renditen zu senken. Auch die sinkenden Ölpreise halfen dabei, die Renditen zu drücken. Die deutsche Zehnjahresrendite sank um 7 Basispunkten auf 3,20 Prozent.

Gesucht waren Aktien aus dem Technologiebereich und mit KI-Fantasie im Vorgriff auf die am Mittwochabend in den USA anstehenden Geschäftszahlen des KI-Chip-Riesen Nvidia. Interessant dürfte insbesondere der Ausblick werden. Der Markt versuche weiter herauszufinden, wie nachhaltig und dauerhaft die massiven Investitionen in KI seien, hieß es dazu. Im Chipsektor trieben auch zuversichtliche Analystenstimmen von JP Morgan und der UBS hinsichtlich zukünftiger KI-Investitionen. Infineon gewannen 1,3, Aixtron 1,3 oder Suss Microtec 1,5 Prozent. In Amsterdam legten ASML ebenso um 0,8 Prozent zu wie in Paris STMicro.

Siemens Energy, die ebenfalls als KI-Profiteur gelten, schlossen 2,7 Prozent fester. Zusätzlich stützend wirkte hier ein Bericht von Bloomberg über Interesse von Finanzinvestoren am Turbinengeschäft. Die Bewertung der Sparte Sparte Transformation of Industry (TI) könne demnach mehr als 10 Milliarden Euro erreichen. Der Vorstand von Siemens Energy soll sich angeblich noch am Dienstag treffen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Spekulationen über eine mögliche Abspaltung des Bereichs gibt es schon länger. Der Siemens-Kurs legte um 1,8 Prozent zu. Die ehemalige Mutter hält noch eine Minderheitsbeteiligung an Siemens Energy.

DAX-Tagessieger waren nachrichtenlos Scout24 mit einem Plus von 4,5 Prozent. Adidas waren Tagesverlierer mit einem Minus von 1,7 Prozent. Belastend wirkten schwächere Zahlen und ein gesenkter Ausblick des US-Unternehmens Dick's Sporting Goods. Für das Puma-Papier ging es um 1,2 Prozent nach unten.

Tagesfavorit am deutschen Markt war die Deutz-Aktie mit einem Plus von 11,2 Prozent auf 11,51 Euro. Treiber war die durch die Hauptversammlung genehmigte Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft FFG. Damit seien die Bewertungsmultiplikatoren für Rüstungswerte auch bei Deutz zu rechtfertigen, so ein Händler. Auch Analysten äußerten sich positiv. Oddo BHF erhöhte laut Händlern das Kursziel kräftig von 12,50 auf 16,40 Euro.

Größter Tagesverlierer im EuroStoxx-50 waren Wolters Kluwer mit einem Abschlag von gut 3 Prozent. Die Analysten von KBC Securities hatten das Kursziel stark gesenkt von 154 auf 98 Euro. Wolters Kluwer habe bislang als berechenbarer und defensiver Wert gegolten, weshalb sich das Unternehmen vergleichsweise günstig habe refinanzieren können. Aufgrund der durch künstliche Intelligenz entstandenen Unsicherheit verlange der Markt inzwischen jedoch einen höheren Risikoaufschlag, so die Begründung.

In London gewannen Melrose Industries 10,4 Prozent. Hier sorgte für Käufe, dass das Luft- und Raumfahrtunternehmen für einen Unfall in Kalifornien weniger Schadenersatz zahlen muss als befürchtet.

Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.456       +0,1         +11,3 
Stoxx-50        5.497       +0,3         +11,5 
Stoxx-600        656       +0,4         +10,5 
DAX          26.266       +0,6          +6,6 
FTSE-100 London    10.854       +0,3          +9,3 
CAC-40 Paris      8.453       -0,2          +3,7 
AEX Amsterdam     1.110       -0,2         +16,7 
ATHEX-20 Athen     6.728       +0,9         +25,7 
BEL-20 Brüssel     5.814       +0,4         +14,5 
BUX Budapest     151.360       +0,1         +36,3 
OMXH-25 Helsinki    6.394       +1,5         +12,1 
OMXC-20 Kopenhagen   1.641       +1,3          +2,0 
PSI 20 Lissabon    9.392       +0,6         +13,7 
IBEX-35 Madrid    20.099       -0,2         +16,1 
FTSE-MIB Mailand   52.542       +0,3         +16,9 
OBX Oslo        2.018       +0,3         +26,3 
PX Prag        2.794       +0,3          +4,1 
OMXS-30 Stockholm   3.291       +0,8         +14,2 
WIG-20 Warschau   152.364       +0,3         +29,6 
ATX Wien        6.618       +0,8         +24,2 
SMI Zürich      14.447       +0,5          +8,9 
* gerundet 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:48 
EUR/USD     1,1670  +0,1  0,0008     1,1662   1,1667 
EUR/JPY     185,84  +0,2  0,3000     185,54  185,6900 
EUR/CHF     0,9365  +0,1  0,0008     0,9357   0,9359 
EUR/GBP     0,8557  +0,0  0,0003     0,8554   0,8556 
USD/JPY     159,22  +0,1  0,1400     159,08  159,1400 
GBP/USD     1,3637  +0,1  0,0007      1,363   1,3632 
USD/CNY     6,7203  -0,0  -0,0016     6,7219   6,7219 
USD/CNH      6,718  -0,0  -0,0024     6,7204   6,7219 
AUS/USD     0,7155  +0,1  0,0006     0,7149   0,7151 
Bitcoin/USD  79.294,36  +0,5  371,67    78.922,69 79.343,66 
 
 
ROHOEL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     82,07  -3,5   -2,94      85,01 
Brent/ICE     88,79  -3,7   -3,38      92,17 
 
 
Metalle     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.642,30  -0,2   -8,97    4.651,27 
Silber      68,57  -0,5   -0,36      68,94 
Platin     1.852,72  -1,2  -23,28    1.876,00 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/gos

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August 25, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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