DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Fed-Notenbankerin Collins hält baldige Straffung bei ausbleibendem Inflationsfortschritt für angemessen
Die Präsidentin der Federal Reserve von Boston, Susan Collins, sagte, es sei angemessen, die Geldpolitik bald zu straffen, sollten sich keine Beweise für nachhaltige Fortschritte bei der Inflation einstellen. In einem Beitrag, den die Boston Fed vor dem jährlichen Treffen der US-Notenbank in Jackson Hole (Wyoming) veröffentlichte, äußerte sich Collins. Sie sei mit der Entscheidung der US-Notenbank vom Juli, die Zinssätze in ihrer aktuellen Zielspanne zu belassen, einverstanden. Um die Zinsen dort zu belassen, seien jedoch weiterhin Beweise für eine Abkühlung der Inflation erforderlich.
Wachstum der US-Hauspreise zieht im Juni an
Das Wachstum der US-Hauspreise hat im Juni angezogen. Die Entwicklung der Immobilienpreise verlief in den einzelnen Regionen unterschiedlich, während sich die Inflation abkühlte. Der S&P Cotality Case-Shiller National Home Price Index, der die Hauspreise im ganzen Land misst, stieg in den zwölf Monaten bis Juni um 1,5 Prozent. Im Mai hatte der Anstieg noch 1,2 Prozent betragen. Real, also inflationsbereinigt, seien die Werte von US-Eigenheimen den 13. Monat in Folge gefallen, wie aus der Erhebung hervorging. Die Inflation von 3,5 Prozent im Juni habe rund zwei Prozentpunkte über dem Anstieg der Hauspreise von 1,5 Prozent gelegen.
US-Neubauverkäufe brechen im Juli ein
Die Verkäufe neuer Häuser sind im Juli gesunken. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht, den das Census Bureau und das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung veröffentlicht haben: Die Verkäufe neuer Einfamilienhäuser fielen im Juli auf 607.000 von 678.000 im Juni. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten im Konsens 615.000 Verkäufe im Juli erwartet. Die Schätzung für zum Verkauf stehende neue Häuser habe im Juli bei 488.000 gelegen, verglichen mit 479.000 im Juni, teilte das Handelsministerium mit. Der Median des Verkaufspreises für im Juli verkaufte neue Häuser habe 393.800 US-Dollar betragen, was einem Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber Juni entspreche, hieß es weiter.
US-Verbraucherstimmung im August laut Conference Board gefallen
Das Verbrauchervertrauen ist im August gesunken, da die Erwartungen für die zukünftige Geschäfts- und Arbeitsmarktlage pessimistischer wurden. Dies ging aus einer monatlichen Umfrage des Conference Board hervor. Das Forschungsinstitut teilte mit, dass sein Index für das Verbrauchervertrauen im August auf 89,4 von 90,2 im Juli gefallen sei. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen höheren Wert von 90,2 erwartet. Die Einschätzung der Verbraucher zur aktuellen Geschäfts- und Arbeitsmarktlage stieg nach drei aufeinanderfolgenden Rückgängen um 6,8 Punkte auf 121,2. Gleichzeitig fiel der Erwartungsindex, der auf den kurzfristigen Aussichten für Einkommen, Geschäftslage und Arbeitsmarktbedingungen basiert, um 5,8 Punkte auf 68,2.
Industrieaktivität Mid-Atlantic im August kaum verändert - Richmond Fed
Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe in der Region der Richmond Fed ist in diesem Monat leicht zurückgegangen, wie die monatliche Umfrage der regionalen Notenbank ergab. Der Gesamtindex der Umfrage lag im August bei 4, nach 5 im Juli. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Wert von 6 erwartet. Zwei der drei Teilindizes, Beschäftigung und Auftragseingang, gingen zurück, wobei die Beschäftigung in den negativen Bereich rutschte. Der Index für die Auslieferungen stieg hingegen. Sowohl der Index der lokalen Geschäftslage als auch der Index für die zukünftige lokale Geschäftslage gaben nach.
Trump droht Kanada mit Umbenennung von Lake Ontario
In einer weiteren Eskalation des Zollstreits mit Kanada hat US-Präsident Donald Trump jetzt mit einer Umbenennung des zwischen den beiden Ländern gelegenen Ontariosees in "Lake America" gedroht. Trump schrieb auf Truth Social, dass die USA "ernsthaft in Erwägung ziehen", den Namen zu ändern, da man nicht erwarte, "noch viel mit Ontario Geschäfte zu machen". Kanada würde eine einseitige Namensänderung durch die USA vermutlich nicht anerkennen. Im vergangenen Jahr hatte Trump bereits eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, wonach der Golf von Mexiko in "Golf von Amerika" umbenannt werden sollte. Die Namensänderung gilt für Bundespublikationen, wird von anderen Ländern, darunter auch Mexiko, aber nicht anerkannt.
Kanada plant Gegenzölle auf US-Metalle, Lebensmittel und Motorräder
Kanada hat angekündigt, Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf rund 700 US-Produkte zu erheben. Laut offiziellen Angaben sollen ab dem 8. September Zölle in Höhe von 15 bis 50 Prozent auf Waren im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar erhoben werden. Das entspricht etwa rund 7 Prozent der gesamten Importe aus den USA. Zu den von Kanada ins Visier genommenen Produkten gehören Stahl und Aluminium, Motorräder, Waschmaschinen und Wäschetrockner, Kettensägen, Schmelzkäse, Muscheln und gefrorener Tintenfisch. US-Stahl und -Aluminium unterlagen bereits einem Zollsatz von 25 Prozent, der nun jedoch auf 50 Prozent verdoppelt wird.
Kanadische Großhandelsumsätze im Juli voraussichtlich um 0,6% gefallen
Der kanadische Großhandel ist im vergangenen Monat zurückgegangen. Eine vorläufige Schätzung deutet auf einen Umsatzrückgang hin, nachdem es im Juni einen starken Anstieg gegeben hatte. Die vorläufige Erhebung der Großhandelseinnahmen von Statistics Canada deutet auf einen Umsatzrückgang von 0,6 Prozent im Juli gegenüber dem Vormonat hin. Da auch im Handel des verarbeitenden Gewerbes ein leichter Rückgang erwartet wird, deutet dies auf eine gewisse Abschwächung der Wirtschaft zu Beginn des dritten Quartals nach einem Anstieg der Aktivität hin. Der Rückgang im Großhandel sei größtenteils auf einen Umsatzrückgang bei landwirtschaftlichen Versorgungsgütern und in der Mineralien-, Erz- und Edelmetallindustrie innerhalb des Teilsektors "Sonstiges" zurückzuführen, teilte die Statistikbehörde mit.
Warum die europäischen Erdgaspreise auf einem Zweijahreshoch stehen
Europa steht vor einem Erdgasengpass, da es mit der doppelten Belastung durch niedrige Speicherstände und einem nicht absehbaren Ende der Schifffahrtsstörungen in der Straße von Hormus konfrontiert ist. Die Folge sind stark steigende Preise für den niederländischen Referenz-Erdgaspreis TTF, der am Vortag auf dem höchsten Stand seit Januar 2023 schloss, als sich der Kontinent noch von dem durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energieschock erholte. Obwohl der Kontrakt heute nachgegeben hat, bleibt das Risiko eines weiteren Anstiegs im Fokus, da Europa die geleerten Gasspeicher vor Einbruch des Winters wieder auffüllen muss, wie die Analysten der ING warnen. Die Gasspeicher der EU sind zu knapp 63 Prozent gefüllt, verglichen mit einem durchschnittlichen Füllstand von 80 Prozent zu dieser Jahreszeit, wie die niederländische Bank heute in einer Research Note mitteilte. "Bei der derzeitigen Rate wird es für die EU schwierig sein, vor der Heizperiode sogar das niedrigere Speicherziel von 75 Prozent zu erreichen. Dies erhöht die Aussicht auf Zwangskäufe, was das Aufwärtsrisiko für die Gaspreise erhöht", schrieben die Analysten der ING.
Belgiens Geschäftsklima sinkt im August
Das belgische Geschäftsklima hat sich im August eingetrübt. Wie die Belgische Nationalbank (BNB) mitteilte, sank der Index um 1,0 Punkt auf minus 8,9 Zähler. Zur Ermittlung des Geschäftsklimas befragt die belgische Notenbank rund 4.500 Unternehmen.
EU: Extremwetter beeinträchtigt Europas Sommerernte
Die extreme Hitze und die Dürren, unter denen Europa in den vergangenen zwei Monaten gelitten hat, fügen den Ernten schweren Schaden zu und werden laut einer Studie der Europäischen Kommission voraussichtlich zu Ernteausfällen führen. Andauernd trockenes und heißes Wetter hat "die Aussichten für Sommerkulturen in Westeuropa und den meisten Teilen Mitteleuropas erheblich verschlechtert", heißt es in dem Bericht zur Überwachung der landwirtschaftlichen Ressourcen (Monitoring Agricultural ResourceS - MARS) Zu den erheblich betroffenen Regionen gehören Frankreich, Süddeutschland sowie Nord- und Mittelitalien.
US/Redbook: Einzelhandelsumsatz erste 3 Wochen Aug +8,4% gg Vorjahr
DJG/DJN/sha
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August 25, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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