Köln (ots) -
ARD-Vorwahlumfrage Sachsen-Anhalt: AfD mit deutlichem Vorsprung
In knapp zwei Wochen, am 6. September, ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl. Wenn bereits am kommenden Sonntag gewählt werden würde, käme die CDU aktuell auf 22 Prozent (-2 im Vgl. zu Juli 2026, Ergebnis 2021: 37,1). Die AfD käme auf 42 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 20,8). Die Linke könnte mit 11 Prozent (-2, Ergebnis 2021: 11,0) rechnen, die SPD mit 8 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 8,4) und die Grünen mit 6 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 5,9). Die FDP käme aktuell auf 3 Prozent (+-0, Ergebnis 2021: 6,4) und würde ebenso wie das BSW (4 Prozent, +-0), den Einzug in den Landtag verpassen. Alle übrigen Parteien zusammen kämen auf 4 Prozent. Das hat die repräsentative ARD-Vorwahlumfrage ergeben, für die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Dienstag dieser Woche insgesamt 1.511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt befragt hat.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.
Gut jeder zehnte Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt (11 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Wenn man den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt direkt wählen könnte, würden sich 41 Prozent (+5 im Vgl. zu Mai 2026) für den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze von der CDU entscheiden. Für den AfD-Politiker Ulrich Siegmund würden aktuell 39 Prozent stimmen (+7). 20 Prozent antworten mit "weiß nicht" oder machen keine Angabe.
Über die politische Arbeit von Ulrich Siegmund von der AfD äußern sich 37 Prozent zufrieden (+2 im Vgl. zu Juli 2026). 35 Prozent sind weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. 28 Prozent kennen ihn nicht oder geben kein Urteil ab. Mit der politischen Arbeit von Sven Schulze von der CDU sind 30 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden (+1). 46 Prozent sind weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. 24 Prozent kennen ihn nicht oder können keine Bewertung abgeben.
Bei der Frage nach der Zeit nach der Landtagswahl sind die Wähler ebenfalls geteilter Meinung. Vier von zehn (42 Prozent) sprechen sich für eine AfD-geführte Landesregierung aus, ebenfalls vier von zehn (41 Prozent) sprechen sich für eine CDU-geführte Landesregierung aus. 17 Prozent können oder wollen sich nicht festlegen.
Koalitionen mit der AfD werden bislang von allen Parteien ausgeschlossen. Eine CDU-geführte Landesregierung wäre künftig auf die Unterstützung von Parteien angewiesen, für die die CDU bislang eine Zusammenarbeit ausgeschlossen hat. Hierzu zählt neben der AfD auch die Linke. Eine CDU-geführte Landesregierung, die von der Linken unterstützt wird, fände ein knappes Drittel sehr gut oder gut, (32 Prozent), während eine Mehrheit (59 Prozent) es weniger gut oder schlecht fände. 9 Prozent antworten mit "weiß nicht" oder machen keine Angabe.
Eine von der Linken gestützte CDU-Landesregierung findet vor allem unter Anhängern der Grünen (gut oder sehr gut: 90 Prozent; weniger gut oder schlecht: 8 Prozent), der Linken (83 Prozent bzw. 16 Prozent) und der SPD (71 Prozent bzw. 22 Prozent) überwiegend Zustimmung. Anhänger der Union sind geteilter Meinung (jeweils 47 Prozent), ob eine CDU-geführte Landesregierung von der Linken unterstützt werden soll. Überwiegend gegen eine solche Option sprechen sich die Anhänger der AfD (2 Prozent bzw. 93 Prozent) aus.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt
- Fallzahl: 1.511 Befragte
- Erhebungszeitraum: 24.08.2026 bis 25.08.2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag in Sachsen-Anhalt Landtagswahl wäre?
- Jetzt geht es darum, wie zufrieden Sie mit einigen Politikerinnen und Politikern sind. Sind Sie mit der politischen Arbeit von ...?
1. Sven Schulze (CDU)
2. Ulrich Siegmund (AfD)
- Wenn man den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden: für Sven Schulze oder für Ulrich Siegmund?
- Wenn Sie an die Zeit nach der bevorstehenden Landtagswahl denken: Welche Partei sollte danach die Landesregierung in Sachsen-Anhalt führen: die CDU oder die AfD?
- Wie fänden Sie eine CDU-geführte Landesregierung, die von der Linken unterstützt wird?
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Tel. 0221 220 7100
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ARD-Vorwahlumfrage Sachsen-Anhalt: AfD mit deutlichem Vorsprung
In knapp zwei Wochen, am 6. September, ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl. Wenn bereits am kommenden Sonntag gewählt werden würde, käme die CDU aktuell auf 22 Prozent (-2 im Vgl. zu Juli 2026, Ergebnis 2021: 37,1). Die AfD käme auf 42 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 20,8). Die Linke könnte mit 11 Prozent (-2, Ergebnis 2021: 11,0) rechnen, die SPD mit 8 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 8,4) und die Grünen mit 6 Prozent (+1, Ergebnis 2021: 5,9). Die FDP käme aktuell auf 3 Prozent (+-0, Ergebnis 2021: 6,4) und würde ebenso wie das BSW (4 Prozent, +-0), den Einzug in den Landtag verpassen. Alle übrigen Parteien zusammen kämen auf 4 Prozent. Das hat die repräsentative ARD-Vorwahlumfrage ergeben, für die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Dienstag dieser Woche insgesamt 1.511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt befragt hat.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.
Gut jeder zehnte Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt (11 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Wenn man den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt direkt wählen könnte, würden sich 41 Prozent (+5 im Vgl. zu Mai 2026) für den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze von der CDU entscheiden. Für den AfD-Politiker Ulrich Siegmund würden aktuell 39 Prozent stimmen (+7). 20 Prozent antworten mit "weiß nicht" oder machen keine Angabe.
Über die politische Arbeit von Ulrich Siegmund von der AfD äußern sich 37 Prozent zufrieden (+2 im Vgl. zu Juli 2026). 35 Prozent sind weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. 28 Prozent kennen ihn nicht oder geben kein Urteil ab. Mit der politischen Arbeit von Sven Schulze von der CDU sind 30 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden (+1). 46 Prozent sind weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. 24 Prozent kennen ihn nicht oder können keine Bewertung abgeben.
Bei der Frage nach der Zeit nach der Landtagswahl sind die Wähler ebenfalls geteilter Meinung. Vier von zehn (42 Prozent) sprechen sich für eine AfD-geführte Landesregierung aus, ebenfalls vier von zehn (41 Prozent) sprechen sich für eine CDU-geführte Landesregierung aus. 17 Prozent können oder wollen sich nicht festlegen.
Koalitionen mit der AfD werden bislang von allen Parteien ausgeschlossen. Eine CDU-geführte Landesregierung wäre künftig auf die Unterstützung von Parteien angewiesen, für die die CDU bislang eine Zusammenarbeit ausgeschlossen hat. Hierzu zählt neben der AfD auch die Linke. Eine CDU-geführte Landesregierung, die von der Linken unterstützt wird, fände ein knappes Drittel sehr gut oder gut, (32 Prozent), während eine Mehrheit (59 Prozent) es weniger gut oder schlecht fände. 9 Prozent antworten mit "weiß nicht" oder machen keine Angabe.
Eine von der Linken gestützte CDU-Landesregierung findet vor allem unter Anhängern der Grünen (gut oder sehr gut: 90 Prozent; weniger gut oder schlecht: 8 Prozent), der Linken (83 Prozent bzw. 16 Prozent) und der SPD (71 Prozent bzw. 22 Prozent) überwiegend Zustimmung. Anhänger der Union sind geteilter Meinung (jeweils 47 Prozent), ob eine CDU-geführte Landesregierung von der Linken unterstützt werden soll. Überwiegend gegen eine solche Option sprechen sich die Anhänger der AfD (2 Prozent bzw. 93 Prozent) aus.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen-Anhalt
- Fallzahl: 1.511 Befragte
- Erhebungszeitraum: 24.08.2026 bis 25.08.2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag in Sachsen-Anhalt Landtagswahl wäre?
- Jetzt geht es darum, wie zufrieden Sie mit einigen Politikerinnen und Politikern sind. Sind Sie mit der politischen Arbeit von ...?
1. Sven Schulze (CDU)
2. Ulrich Siegmund (AfD)
- Wenn man den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden: für Sven Schulze oder für Ulrich Siegmund?
- Wenn Sie an die Zeit nach der bevorstehenden Landtagswahl denken: Welche Partei sollte danach die Landesregierung in Sachsen-Anhalt führen: die CDU oder die AfD?
- Wie fänden Sie eine CDU-geführte Landesregierung, die von der Linken unterstützt wird?
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