DJ NIM: Konsumklima erholt sich trotz Unsicherheiten
Von Don Nico Forbes
DOW JONES--Das deutsche Konsumklima hat sich erholt. Die Einschätzung der Wirtschaftslage wurde durch ein widerstandsfähiges Wachstum gestärkt - trotz anhaltender Inflationssorgen aufgrund geopolitischer Unsicherheiten. Der Konsumklimaindex für Deutschland, der vom Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) und der GfK veröffentlicht wurde, stieg in seiner Prognose für September von minus 29,4 Punkten im August auf minus 26,6 Punkte. Damit wurden die Erwartungen von Ökonomen übertroffen, die einen Wert von minus 29,2 Punkten vorausgesagt hatten.
Getrieben wurde der Index von den Konjunkturerwartungen der Verbraucher, die den vierten Monat in Folge zulegten. "Zwar liegen die Konjunkturaussichten im Spätsommer noch mehr als sechs Zähler unter dem entsprechenden Vorjahresniveau, dennoch zeigt sich mit dem vierten Anstieg in Folge ein leichter Aufwärtstrend", sagte Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM.
Die deutsche Wirtschaft erwies sich in diesem Jahr als widerstandsfähig gegenüber den Verwerfungen infolge des Krieges im Nahen Osten. Während höhere Ölpreise Verbraucher und Unternehmen weiterhin belasten, wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Das Wachstum wurde laut dem Statistischen Bundesamt vor allem durch stärkere Exporte getrieben, obwohl sich auch der Einzelhandel besser entwickelte als erwartet.
Die Einkommenserwartungen erreichten den höchsten Stand seit sechs Monaten, wie aus dem Bericht hervorgeht. Dennoch bleibt das Konsumklima unter dem Niveau von vor dem Krieg, und es wird erwartet, dass die Unsicherheit im Nahen Osten die Stimmung im weiteren Jahresverlauf belastet. Die Bundesbank erklärte vergangene Woche, dass das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal voraussichtlich nur leicht, wenn überhaupt, wachsen wird.
Unterdessen bedroht die erhöhte Inflation weiterhin die Kaufkraft der Haushalte. Da die Inflation in der Eurozone knapp 1 Prozentpunkt über dem 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank liegt, steigt das Risiko, dass Unternehmen Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergeben.
Ökonomen von Santander erwarten, dass die Inflation im August auf 3,4 Prozent und im September auf 3,5 Prozent steigen und bis März nächsten Jahres über 3,5 Prozent bleiben wird. "Der erneute Anstieg der Öl- und Gaspreise, anhaltend hohe Raffineriemargen, das schrittweise Auslaufen staatlicher Unterstützungsmaßnahmen und ungünstige Basiseffekte deuten alle auf einen anhaltenden Inflationsdruck bei der Energie hin", hieß es seitens der Ökonomen.
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August 27, 2026 02:11 ET (06:11 GMT)
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