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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

FEIERTAGSHINWEIS

MONTAG: In Großbritannien bleiben die Börsen wegen des Feiertages Bank Holiday geschlossen.

TAGESTHEMA

US-Notenbankchef Kevin Warsh steht diese Woche vor seinem bisher größten Publikum mit einer über allem schwebenden Frage: Ist die Inflation hoch wegen einmaliger Schocks wie Zöllen und einem Krieg oder läuft die Wirtschaft schlichtweg zu heiß?

Von der Beantwortung dieser Frage hängt ab, ob die Zinsen steigen werden. Sie spaltet auch Warshs Kollegen. Drei Notenbanker stimmten im Juli für eine Zinserhöhung, andere haben signalisiert, dass sie offen dafür sind, sich ihnen anzuschließen. Warsh hat nicht gesagt, wie er dazu steht - das ist ein Teil seiner neuen Strategie, weniger zu kommunizieren.

Wenn Warsh am Freitag auf der jährlichen Konferenz der Kansas City Fed in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming spricht, werden die Anleger genau hinhören, wie er diese Wirtschaft einschätzt und was ihn zum Handeln bewegen würde. Das werden auch viele seiner anwesenden Kollegen tun.

Warsh hat eine Wirtschaft geerbt, die aus zwei Perspektiven betrachtet werden kann, was gegensätzliche Konsequenzen für die Geldpolitik hat. Die erste Perspektive geht davon aus, dass die Inflation seit über einem Jahr durch eine Reihe einmaliger Schocks wie Zölle und die Unterbrechung der Energieversorgung durch den Iran-Krieg über dem Zielwert gehalten wird. Eine Zentralbank muss als Reaktion auf solche Schocks die Zinsen nicht anheben, in der Zuversicht, dass die Inflation von selbst zurückgeht, wenn diese nachlassen.

Bei der zweiten Perspektive verbergen diese Schocks tiefere Ungleichgewichte: Die Nachfrage übersteigt das Angebot und ermöglicht es den Unternehmen, Preiserhöhungen durchzusetzen. Diese Art von Inflation geht nicht von selbst zurück und erfordert ein Eingreifen der Zentralbank.

Schwächere Preisdaten in den vergangenen zwei Monaten haben den Druck, die Zinsen auf der nächsten Fed-Sitzung im September anzuheben, vorerst gemildert. Aber sie haben nicht geklärt, ob die Zinssätze restriktiv genug sind, um die Inflation weiter sinken zu lassen, zumal der Iran-Krieg, neue Zölle und der KI-Ausbau drohen, einen anhaltenden Aufwärtsdruck auf die Preise auszuüben.

Warsh hat zugesagt, die Fed umzukrempeln. Er ist der Ansicht, dass sie bei ihrer Hauptaufgabe, für eine niedrige Inflation zu sorgen, versagt hat. Eine solche Agenda beruht auf einer Diagnose dessen, was die Inflation hoch hält. Die Inflation fiel von rund 7 Prozent auf unter 3 Prozent, stieg dann leicht an und stagnierte. Sie liegt seit über fünf Jahren über dem Ziel von 2 Prozent. Warshs Kollegen sind sich nicht einig, ob der aktuelle Leitzins der Fed von rund 3,6 Prozent hoch genug ist, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation zu senken.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

08:30 DE/Bertelsmann SE & Co KGaA, Ergebnis 1H

10:30 DE/LBBW Landesbank Baden-Württemberg, Ergebnis 1H

DIVIDENDENABSCHLAG

(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)

Cliq Digital       0,04 EUR 
Daldrup & Söhne     0,18 EUR 
 

AUSBLICK KONJUNKTUR

- DE 
  08:00 Import-/Exportpreise Juli 
     Importpreise 
     PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+7,1% gg Vj 
     zuvor:  -0,7% gg Vm/+6,1% gg Vj 
 
  09:55 Arbeitsmarktdaten August 
     Arbeitslosenzahl saisonbereinigt 
     PROGNOSE: +5.000 gg Vm 
     zuvor:  +6.000 gg Vm 
     Arbeitslosenquote saisonbereinigt 
     PROGNOSE: 6,4% 
     zuvor:  6,4% 
 
- FR 
  08:45 Privater Verbrauch Juli 
     PROGNOSE: k.A. 
     zuvor:  +0,4% gg Vm/+0,1% gg Vj 
 
  08:45 Verbraucherpreise (vorläufig) August 
     PROGNOSE: +2,4% gg Vj 
     zuvor:  +2,1% gg Vj 
     HVPI 
     PROGNOSE: +2,7% gg Vj 
     zuvor:  +2,4% gg Vj 
 
- ES 
  09:00 HVPI und Verbraucherpreise (vorläufig) August 
     HVPI 
     PROGNOSE: +4,4% gg Vj 
     zuvor:  +3,9% gg Vj 
 
- EU 
  11:00 Index Wirtschaftsstimmung August 
     Wirtschaftsstimmung Eurozone 
     PROGNOSE: 97,5 
     zuvor:  97,2 
     Industrievertrauen Eurozone 
     PROGNOSE: -5,8 
     zuvor:  -6,1 
     Verbrauchervertrauen Eurozone 
     PROGNOSE:    -15,5 
     Vorabschätzung: -15,5 
     zuvor:     -15,9 
 
- US 
  15:45 Index Einkaufsmanager Chicago August 
     PROGNOSE: 58,0 
     zuvor:  57,6 
 
  16:00 Index Verbraucherstimmung Uni Michigan (2. Umfrage) August 
     PROGNOSE:  51,0 
     1. Umfrage: 51,0 
     zuvor:   55,2 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
Index            zuletzt +/- % 
DAX Futures        26.485,00  +0,4 
E-Mini-Future S&P-500   7.735,50  -0,1 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.624,50  -0,2 
Topix (Tokio)       4.154,41  +0,9 
Hang-Seng (Hongk.)    25.653,51  +0,3 
Shanghai-Comp.       3.958,14  +0,0 
 
Vortag: 
INDEX        zuletzt +/- % 
DAX        26.367,24  +0,3 
DAX-Future    26.421,00  +0,2 
MDAX       32.947,28  +1,3 
TecDAX       4.104,52  +2,1 
SDAX       18.952,55  +1,7 
Euro-Stoxx-50   6.424,73  -0,7 
Stoxx-50      5.441,59  -1,0 
XDAX       26.378,31  +0,0 
Dow-Jones     53.569,44  +0,2 
S&P-500      7.730,99  +0,7 
Nasdaq Composite 26.541,35  +1,6 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Auf einen relativ ruhigen Handelstag stellt man sich am Freitagmorgen an Europas Börse ein. Die DAX-Terminkontrakte zeigen sich rund 100 Punkte höher. Der Tag steht ganz im Zeichen der ersten Rede von Kevin Warsh als neuem Fed-Chef auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Sie findet erst um 16 Uhr deutscher Zeit statt. Von Warsh verlangt der Markt mittlerweile ein klares Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Sollten von dort nur die bisherigen Lippenbekenntnisse kommen, könnten die langlaufenden US-Renditen nach oben ausbrechen, fürchtet man am Markt. Zudem riskiert Warsh, die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank zu beschädigen. "Die Märkte werden seine Kommentare genau überprüfen auf Signale, ob die Fed bereit zu Zinserhöhungen ist", heißt es von UOB Global Economics. Aktuell preist der Markt dafür nur eine Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent ein. Inflation steht auch in Europa etwas im Blick: So kommen aus Spanien und Frankreich erste Schätzungen zu den Verbraucherpreisen im August. Aus Deutschland stehen die Import-Export-Preise für Juli an. Zur US-Konjunktur steht der Index der Einkaufsmanager aus Chicago an. Wichtiger könnte diesmal aber die Verbraucherstimmung der Uni Michigan sein, nachdem die hohe Inflation in den USA den wichtigen Konsum immer stärker dämpft. Der private Konsum steht für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung.

Rückblick: Leichter - Besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen von Nvidia stützten den Technologiesektor, setzten aber keine größeren Akzente an den Gesamtmärkten. Die Blicke richteten sich schon auf die Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag. Technologiewerte gewannen im Schnitt 1,8 Prozent. Infineon gewannen 3,6 Prozent, Aixtron 0,9 Prozent oder STMicroelectronics 3 Prozent. ASML gaben jedoch 0,8 Prozent nach. Siemens Energy und ABB, eigentlich als Ausrüster von KI-Datenzentren ebenfalls potenzielle Nutznießer einer höheren Nachfrage, konnten Gewinne nicht halten und verloren 0,6 bzw. 0,5 Prozent. Sorge um die Staatsfinanzen drückte die Aktien französischer Banken. BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole verloren 4 bis 5 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf eine am Abend anstehende TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im kommenden Jahr. Der linksextreme Kandidat Jean-Luc Mélenchon habe Aufmerksamkeit erregt, als er die Forderung erneuerte, die derzeit von der Banque de France gehaltenen französischen Staatsschulden zu streichen, so die Deutsche Bank. Die Rendite französischer 10-jähriger Staatsanleihen ist jüngst auf das höchste Niveau in der gesamten Eurozone gestiegen. Beobachter halten es für möglich, dass die Ratingagentur Fitch Frankreich am Freitag erneut abstuft. Auch französische Infrastrukturaktien verbuchten deutliche Verluste. Eiffage verbilligten sich um 7,4, Bouygues um 3,7 und Vinci um 3,9 Prozent. Pernod Ricard verloren 4,6 Prozent, nachdem die Zahlen des Spirituosenherstellers und der Ausblick leicht unter den Konsenserwartungen gelegen hatten.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - Die starken Zahlen von Salesforce.com setzten einen positiven Impuls für die SAP-Aktie, die um 5,5 Prozent zulegte. Für Nemetschek ging es um fast 10 Prozent nach oben. Daneben überzeugte Delivery Hero mit Geschäftszahlen: Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr haben die Erwartungen geschlagen. Delivery Hero legten 0,3 Prozent zu auf 37,05 Euro. Uber hat die Übernahme der Berliner für 41,50 Euro je Anteilsschein angekündigt. Gerresheimer (+4,4%) hat im ersten Quartal 2026 auf vorläufiger Basis den Umsatz leicht erhöht, beim bereinigten EBITDA sowie bei der Marge aber einen deutlichen Rückgang verbucht. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet der Konzern jedoch ein deutlich stärkeres Geschäft und eine operative Ergebnisverbesserung. Nach endgültigen Zahlen gewannen Fielmann 2,2 Prozent.

USA - AKTIEN

Freundlich - Starke Zahlen und ein ermutigender Ausblick von Nvidia stützten vor allem den Chipsektor. Auch aus dem Softwaresektor kamen überzeugende Geschäftszahlen, die Befürchtungen linderten, dass die Geschäftsmodelle der Branche durch die Künstliche Intelligenz (KI) gefährdet seien. Am übrigen Markt agierten die Anleger jedoch vorsichtiger; sie warteten den Auftritt von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem Notenbankersymposium am Freitag in Jackson Hole ab. Nvidia gewannen 8,7 Prozent. Im Sektor rückten Intel um 4,4 Prozent vor, AMD verloren jedoch 0,9 Prozent. Im Softwaresektor machten die Aktien von Salesforce.com einen Sprung von 22,6 Prozent nach oben. Der Anbieter von Unternehmenssoftware verzeichnet nach eigenen Angaben eine rege Nachfrage nach seinen KI-Anwendungen und hat daher die Jahresziele erhöht. Mit der zunehmenden Nutzung von KI wächst auch der Bedarf an Cybersecurity-Lösungen, was Crowdstrike das beste Quartal in der Unternehmensgeschichte beschert hat. Die Aktie verteuerte sich um 20,5 Prozent. Der Kurs des auf Identitäts- und Zugriffsmanagement spezialisierten Softwareunternehmens Okta sprang um 28,6 Prozent nach oben. Auch hier hatten Zahlen und Ausblick die Erwartungen übertroffen.

USA - ANLEIHEN

US-Treasuries  Rendite  +/- 
2 Jahre      4,23 +0,01 
10 Jahre     4,67 +0,01 

Am Anleihemarkt hielten sich die Anleger in Erwartung der Warsh-Rede am Freitag zurück. Die Zehnjahresrendite stieg um 1 Basispunkt auf 4,67 Prozent.

DEVISENMARKT

DEVISEN      zuletzt +/- % +/- abs.  Schluss Vortag  Do, 17:15 Uhr 
EUR/USD       1,1643  -0,1  -0,0008      1,1651      1,1651 
EUR/JPY       185,78  +0,0  0,0600     185,7200     185,6100 
EUR/CHF       0,937  0,0  0,0000      0,9370      0,9361 
EUR/GBP       0,8568  -0,1  -0,0004      0,8572      0,8574 
USD/JPY       159,55  +0,1  0,1600     159,3900     159,3000 
GBP/USD       1,3584  -0,1  -0,0008      1,3592      1,3587 
USD/CNY       6,7206  +0,0  0,0008      6,7198      6,7198 
USD/CNH       6,7212  +0,0  0,0027      6,7185      6,7181 
AUS/USD       0,7193  -0,0  -0,0001      0,7194      0,7193 
Bitcoin/USD   79.667,61  -0,5  -423,67    80.091,28    80.684,34 
 

Auch am Devisenmarkt dominierte vor dem Auftritt des Fed-Chefs Zurückhaltung. Der Dollar bewegte sich im Einklang mit den Anleiherenditen seitwärts.

ROHSTOFFE

METALLE

Metalle      zuletzt +/- % +/- abs.  Schluss Vortag 
Gold       4.583,69  -0,4  -17,31     4.601,00 
Silber        68,85  -0,6   -0,41      69,26 
Platin      1.845,35  -0,1   -1,06     1.846,41 
 

Der Goldpreis wurde etwas gestützt von der Erwartung einer Dollar-Abwertung, die das Edelmetall für Käufer aus dem Nicht-Dollarraum billiger machen würde. Auf der anderen Seite bremsten jedoch Sorgen wegen der hohen Verschuldung der USA und potenziell weiter steigender Zinsen, die die Attraktivitiät des zinslos gehaltenen Edelmetalls mindern würden. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,2 Prozent auf 4.601 Dollar.

ÖL

ROHOEL       zuletzt +/- % +/- abs.  Schluss Vortag 
WTI/Nymex      83,23  -0,4   -0,30      83,53 
Brent/ICE      89,37  -0,4   -0,33      89,70 
 

Die Ölpreise legten nach einer dreitägigen Talfahrt wieder etwas zu. Das Barrel Brentöl verteuerte sich zum Settlement um 2,1 Prozent auf 89,70 Dollar. An den Tagen davor hatten die Hoffnung auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Verschärfung von Sanktionen gegen den Iran die Preise gedrückt. Nun habe sich die Aufmerksamkeit des Markts weg vom Nahostkonflikt und hin zum Krieg Russlands gegen die Ukraine verlagert, hieß es. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte angeblich gesagt, dass Verhandlungen mit der Ukraine nichts fruchteten und Russland sich darauf vorbereite, den Krieg zu verschärfen.

MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR

DEVISENPOLITIK JAPAN

Japans Strategie, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und das potenzielle Wirtschaftswachstum durch die Förderung von Investitionen und die Stärkung der inländischen Angebotskapazitäten zu steigern, wird die Glaubwürdigkeit des Yen laut Finanzministerin Satsuki Katayama steigern. "Obwohl die Wirtschafts- und Fiskalpolitik nicht darauf abzielt, die Wechselkurse zu kontrollieren, besteht der Zweck dieser Initiativen darin, Japans internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, damit das Land im globalen Wettbewerb bestehen kann", sagte Katayama am Freitag auf einer Pressekonferenz. "Wenn wir das erreichen, wird die Glaubwürdigkeit des Yen ganz natürlich erhalten und gestärkt werden", fügte sie hinzu.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 28, 2026 01:31 ET (05:31 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

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