DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Importpreise steigen im Juli schwächer als erwartet
Die Importpreise in Deutschland sind im Juli schwächer gestiegen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, erhöhte sich der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,5 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Preisanstieg von 6,8 Prozent registriert. Die befragten Ökonomen hatten einen Anstieg von 7,1 Prozent erwartet. Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter und für Energie.
Erwerbstätigkeit in Deutschland im Juli leicht gesunken
Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im Juli leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,48 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 13.000 Personen (0,0 Prozent) weniger als im Vormonat. Von Januar bis Juni war die Erwerbstätigkeit um durchschnittlich je 19.000 Personen gegenüber dem Vormonat zurückgegangen.
Ifo: Geschäftsklima in der Chemiebranche verbessert sich stark
Die deutsche Chemieindustrie verzeichnet im August einen kräftigen Stimmungsumschwung. Wie das Ifo- Institut mitteilte, kletterte der Geschäftsklimaindex für die Branche von minus 26,3 Punkten im Juli auf nun minus 2,4 Punkte. Erstmals seit vier Jahren beurteilen die Chemieunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder positiv: Der entsprechende Indikator stieg von minus 14,6 auf plus 11,6 Punkte. Auch bei den Geschäftserwartungen zeigt der Trend nach oben - das Barometer hellte sich von minus 37,2 auf minus 15,5 Punkte auf.
Verbraucherinflation in Tokio zieht angesichts von Zinserhöhungserwartungen leicht an
Ein wichtiger Inflationsindikator liefert Beobachtern der Bank of Japan neue Daten zur Analyse und zeigt einen leichten Anstieg des Preiswachstums in Tokio in diesem Monat. Ohne Berücksichtigung frischer Lebensmittel stiegen die Verbraucherpreise im Großraum der Hauptstadt im August um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies steht einem Anstieg von 1,7 Prozent im Juli gegenüber. Von dem Datenanbieter Quick befragte Ökonomen hatten ebenfalls ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet. Die Daten aus Tokio gelten als Indikator für landesweite Trends und liefern den Märkten, die auf eine Bestätigung für die nächste Zinserhöhung der Zentralbank warten, ein weiteres Puzzleteil zur japanischen Inflation.
Verbraucherpreise in Tokio deuten auf breitere Weitergabe der Ölkosten hin
Die jüngsten Verbraucherpreisdaten aus Tokio zeigen die zunehmenden Auswirkungen der durch den Nahost-Konflikt verursachten höheren Ölkosten, meint der Ökonom Ko Nakayama von Okasan Securities. Die Zahlen zeigen Preisanstiege bei alltäglichen Haushaltswaren - darunter Kosmetiktücher, Toilettenpapier, Frischhaltefolie, Plastiktüten und Papierhandtücher -, was darauf hindeute, dass sich die Weitergabe der aus den Spannungen im Nahen Osten resultierenden Kosten wahrscheinlich ausgeweitet habe, meint er. Das stehe im Einklang mit der Einschätzung der Bank of Japan, dass sich die Auswirkungen der höheren Ölkosten etwa im Sommer bemerkbar machen würden. Die Verbraucherpreise in der Metropolregion Tokio insgesamt sind im August gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen, nach 1,8 Prozent im Juli.
Finanzministerin: Höhere Wettbewerbsfähigkeit Japans stärkt Yen-Glaubwürdigkeit
Japans Strategie, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und das potenzielle Wirtschaftswachstum durch die Förderung von Investitionen und die Stärkung der inländischen Angebotskapazitäten zu steigern, wird die Glaubwürdigkeit des Yen laut Finanzministerin Satsuki Katayama steigern. "Obwohl die Wirtschafts- und Fiskalpolitik nicht darauf abzielt, die Wechselkurse zu kontrollieren, besteht der Zweck dieser Initiativen darin, Japans internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, damit das Land im globalen Wettbewerb bestehen kann", sagte Katayama auf einer Pressekonferenz.
Australiens BIP-Daten für 2. Quartal könnten RBA-Zinserhöhung zementieren
Ein starkes BIP-Wachstum in Australien für das zweite Quartal am Mittwoch könnte mehr Ökonomen dazu veranlassen, eine weitere Zinserhöhung in ihre Prognosen aufzunehmen. Die Veröffentlichung der unerwartet hohen Inflations- und Konsumausgabendaten in dieser Woche habe die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung bereits auf den Radar der RBA gebracht, meint Abhijit Surya, leitender Volkswirt bei Capital Economics. Dennoch halte Surya bis zum Vorliegen der BIP-Daten an seiner Ansicht fest, dass der offizielle Leitzins seinen Höhepunkt erreicht habe.
Indiens Wirtschaftswachstum womöglich stärker als gedacht
Indiens Wirtschaftswachstum könnte vorerst positiv überraschen, schreiben die Ökonomen von Nomura in einer Research Note. Das Brokerhaus rechnet für das Quartal von April bis Juni mit einem Wachstum des indischen Bruttoinlandsprodukts von 7,8 Prozent und liegt damit über der Prognose der Reserve Bank of India von 7,0 Prozent. Nomura hebt zudem seine Wachstumsprognose für das im März 2027 endende Fiskaljahr von 6,6 Prozent auf 7,0 Prozent an. "Die hochfrequenten Wachstumsindikatoren sind im Juli in den Bereichen Konsum, Investitionen und Außenwirtschaft weiterhin stark gewesen", so die Analysten. Allerdings dürfte sich das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres abschwächen, was teilweise auf die Auswirkungen geringerer Niederschläge auf die Landwirtschaft, eine mögliche Konsolidierung der öffentlichen Ausgaben und ungünstige Basiseffekte zurückzuführen sei, fügen sie hinzu.
Ölpreis legt leicht zu - Hoffnung auf Wiedereröffnung der Straße von Hormus schwindet
Der Ölpreis legt wegen schwindender Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus leicht zu. Die Trump-Regierung habe Vermittlern mitgeteilt, dass sie kein Interesse an einer Rückkehr zu den Bedingungen einer vorläufigen Vereinbarung mit dem Iran habe, die später gescheitert sei. "Dies geschehe, nachdem der Iran und der Oman diese Woche eine Vereinbarung über die Aufteilung der Einnahmen aus der Straße von Hormus getroffen hätten, was die Hoffnung geweckt habe, dass die Wasserstraße wieder für Schiffe mit Öltransporten geöffnet werde," schreiben die Analysten von ANZ Research in einer Research Note. Die Aussichten auf eine Einigung über die Wiedereröffnung der Meerenge seien geschwunden, fügen sie hinzu. Der nächstfällige Terminkontrakt auf WTI-Rohöl notiert um 0,1 Prozent höher bei 83,59 US-Dollar je Barrel.
Jackson Hole - Schweigen ist womöglich nicht Gold
Was Kevin Warsh in Jackson Hole sagt - oder nicht sagt - könnte den Markt erheblich bewegen, meint Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Warsh hält seine erste Rede als Fed-Vorsitzender auf dem Forum in einer Zeit hartnäckig über dem Ziel liegender Inflation und Spannungen am Anleihemarkt. Das US-Finanzministerium hat angekündigt, die Rückkäufe längerfristiger Schuldtitel zu erhöhen, um die Kreditkosten zu zügeln. Nun fragen sich die Anleger, wie die Fed auf eine Marktintervention reagieren wird, die ihre geldpolitische Steuerung beeinträchtigen könnte. Sollte Warsh versuchen, die Glaubwürdigkeit seines doppelten Mandats, Inflation und Arbeitslosigkeit auszugleichen, wiederzuerlangen, würden hawkishe Erwartungen das kurze Ende der Renditekurve und den Dollar nach oben und Aktien nach unten treiben. Ein Schweigen zur Strategie des Finanzministeriums könnte erneuten Verkaufsdruck auf den Dollar und Anleihen mit längerer Laufzeit auslösen.
Trump ordnet Umbenennung des Lake Ontario in "Lake America" an
US-Präsident Donald Trump hat eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, mit der der Lake Ontario in "Lake America" umbenannt wird - eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und Kanada. Die Verordnung weist US-Innenminister Doug Burgum an, die offizielle Datenbank für geografische Namen GINS (Geographic Names Information System) zu aktualisieren, um die Namensänderung mit sofortiger Wirkung zu berücksichtigen. Der neue Name dürfte nun in offiziellen Dokumenten und Mitteilungen der US-Regierung verwendet werden, wird von Kanada aber wahrscheinlich nicht anerkannt. Vertreter Kanadas reagierten nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme.
+++ Konjunkturdaten +++
Frankreich/Privater Konsum Juli +0,5% gg Vm; +1,4% gg Vj
DJG/DJN/apo
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August 28, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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