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MÄRKTE EUROPA/Freundlich vor Warsh-Rede in Jackson Hole

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich vor Warsh-Rede in Jackson Hole

DOW JONES--Freundlich sind Europas Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Der DAX legt zu um 0,5 Prozent auf 26.493 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,7 Prozent auf 6.470 Zähler. Kurstreiber in Europa sind bessere Konjunkturaussichten. Darüber hinaus steht der Tag aber im Zeichen der ersten Rede von Kevin Warsh als neuem Fed-Chef auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole. Sie findet erst um 16 Uhr deutscher Zeit statt.

Von Warsh verlangt der Markt mittlerweile ein klares Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Sollten von dort nur die bisherigen Lippenbekenntnisse kommen, könnten die langlaufenden US-Renditen nach oben ausbrechen, fürchtet man am Markt. Denn ohne die Kenntnis einer Reaktionsfunktion der Fed dürften Langfristanleger angesichts der Unplanbarkeit noch höhere Laufzeitprämien bei US-Anleihen fordern. Zudem riskiert Warsh, die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank zu beschädigen. Am Morgen zeigen sich 10-jährige US-Anleihen noch knapp unter der Marke von 4,70 Prozent.

Dabei ist dem Markt klar, dass Warsh vor einem Dilemma steht. Da Finanzminister Bessent die langen Renditen durch eine steigende Finanzierung der US-Verschuldung mit kurzfristigen Anleihen decken will, würde eine Zinserhöhung der Fed diesen Plan direkt konterkarieren.

"Die Märkte werden seine Kommentare genau überprüfen auf Signale, ob die Fed bereit zu Zinserhöhungen ist", heißt es von UOB Global Economics. Aktuell preist der Markt dafür nur eine Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent ein.

Die Experten der Commerzbank haben nur gedämpfte Erwartungen an die Warsh-Rede: Er werde "natürlich" davon reden, dass die Inflation momentan zu hoch sei und die Fed alles tun werde, um die Inflation wieder zurück zum Zielniveau zu bringen. "Dies sind aber im Großen und Ganzen leere Worte, die er bisher auch stetig wiederholt hat und die sozusagen nur seine Jobbeschreibung wiedergeben", meint Devisenstrage Volkmar Baur.

Inflation steht auch in Europa etwas im Blick: Erste Schätzungen zu den Verbraucherpreisen im August zeigen einen höheren Anstieg in Frankreich. Zur US-Konjunktur steht der Index der Einkaufsmanager aus Chicago an. Wichtiger könnte diesmal aber die Verbraucherstimmung der Uni Michigan sein, nachdem die hohe Inflation in den USA den wichtigen Konsum immer stärker dämpft. Der private Konsum steht für etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung.

Französische Bank-Aktien zeigen sich nur leicht erholt vom Kursrutsch von bis zu 5 Prozent am Vortag. BNP, Credit Agricole und Societe Generale erholen sich um je 1 Prozent. Von der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftsdebatte am Vorabend waren keine klaren Signale in Richtung Staatsverschuldung gekommen.

Bank-Aktien waren in Paris am Donnerstag bis zu 5 Prozent abgerutscht. Frankreichs Schulden sind das Sorgenkind in Europa, mit Renditen über dem Niveau von Italien. Die Schuldenlast ist dort fast doppelt so hoch, wie eigentlich nach den Maastricht-Kriterien erlaubt ist.

Mit Kursgewinnen reagieren deutsche Chemie-Aktien auf positive Ifo-Kommentare. BASF und Bayer steigen je bis 1,2 Prozent, Lanxess sogar 2,6 Prozent. Für positive Überraschung hat das ifo-Geschäftklima zur Chemie-Branche gesorgt, das sich im August "sprunghaft" verbessert hat. Der Branchen-Index sprang auf minus 2,4 Punkte von minus 26,3 Punkten im Juli. "Erstmals seit vier Jahren schätzen die Unternehmen die Geschäftslage sogar positiv ein", so Ifo-Expertin Anna Wolf.

Kursgewinne von über 3 Prozent verzeichnen die Aktien von EssilorLuxottica. Den Brillenhersteller stützt die Ankündigung eines Aktienrückkaufs von bis zu 5 Millionen Aktien. Das würde knapp 800 Millionen Euro entsprechen.

Größere Kursbewegungen gibt es auch wieder bei Umstufungen durch Analysten: Traton geben 1 Prozent ab, da sie von der UBS auf "Hold" nach "Buy" abgestuft wurden. Gewinner sind umgekehrt BMW mit 1,8 Prozent Plus, sie wurden von der Citigroup auf die Liste von Unternehmen mit möglichen positiven Überraschungen gesetzt. Auch beim Satelliten-Bauer OHB geht es 2 Prozent höher. Hier treibt eine Ersteinstufung von KeplerCheuvreux mit "Buy".

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.469,97  +0,7   45,24    6.424,73      11,7 
Stoxx-50        5.468,78  +0,5   27,19    5.441,59      11,2 
DAX          26.493,10  +0,5   125,86    26.367,24      8,2 
MDAX          33.050,43  +0,3   103,15    27.039,42      7,9 
TecDAX         4.109,69  +0,1    5,17    3.091,28      13,5 
SDAX          19.028,40  +0,4   75,85    13.062,07      10,8 
FTSE          10.814,96  +0,2   22,42    10.792,54      8,9 
CAC           8.403,81  +1,0   83,94    8.319,87      3,1 
SMI          14.435,92  +0,4   51,55    14.384,37      8,8 
ATX           6.757,15  +1,2   80,92    6.676,23      26,9 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:15 Uhr 
EUR/USD          1,1643  -0,1  -0,0008     1,1651     1,1651 
EUR/JPY          185,68  -0,0  -0,0400     185,72    185,6100 
EUR/CHF          0,9371  +0,0   0,0001     0,9370     0,9361 
EUR/GBP          0,8569  -0,0  -0,0003     0,8572     0,8574 
USD/JPY          159,45  +0,0   0,0600     159,39    159,3000 
GBP/USD          1,3582  -0,1  -0,0010     1,3592     1,3587 
USD/CNY          6,7205  +0,0   0,0007     6,7198     6,7198 
USD/CNH          6,7215  +0,0   0,0030     6,7185     6,7181 
AUS/USD          0,7195  +0,0   0,0001     0,7194     0,7193 
Bitcoin/USD      79.690,74  -0,5  -400,54    80.091,28   80.684,34 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         82,94  -0,7   -0,59      83,53 
Brent/ICE         88,95  -0,8   -0,75      89,70 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.609,26  +0,2    8,26    4.601,00 
Silber           70,72  +2,1    1,46      69,26 
Platin         1.871,26  +1,3   24,85    1.846,41 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

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August 28, 2026 03:43 ET (07:43 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

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