Berlin/London (ots) -
- Sechs Monate Konflikt in der Golfregion erhöhen Ausgaben für humanitäre Hilfe weltweit
- Save the Children hat Zusatzkosten von schätzungsweise 13 Millionen US-Dollar
- Bundeshaushalt 2027: Kinderrechtsorganisation warnt vor weiteren Kürzungen von Hilfsgeldern
Sechs Monate nach Beginn des Konflikts in der Golfregion steigen weltweit die Kosten für humanitäre Hilfe. Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus haben die Ölpreise stark in die Höhe getrieben. Dadurch werden Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente ebenso teurer wie der Transport lebenswichtiger Hilfsgüter für Kinder und ihre Familien.
"Die Folgen des Konflikts treffen nicht nur Kinder in der Region, sondern wirken sich auch auf unsere Hilfe weltweit aus. Denn jeder Anstieg der Treibstoffpreise erhöht die Kosten für jeden Lkw, jede Lieferung und jede Kiste mit Hilfsgütern wie Medikamenten, Salben, Verbandsmaterial oder Spezialnahrung für Kinder. Diese Güter transportieren wir mit Schiffen, Flugzeugen und Lkw an verschiedene Orte weltweit. Wir müssen mehr Geld ausgeben, erreichen aber weniger Kinder", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland.
Seit dem 28. Februar, also innerhalb von sechs Monaten, sind Save the Children nach eigenen Berechnungen rund 13 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Beschaffungs- und Logistikkosten entstanden. Im Durchschnitt kostet es rund 8,86 US-Dollar, ein Kind einen Monat lang mit lebenswichtigen humanitären Hilfsgütern zu erreichen. Die entstandenen Mehrkosten entsprechen damit einen Monat Hilfe für rund1,5 Millionen Kinder. Ganz konkret hätte dieses Geld eingesetzt werden können für: Fünf Krankenhäuser mit jeweils 30 Betten in Somalia für ein Jahr oder die Ausstattung von 30 Operationssälen weltweit für komplizierte Geburten, einschließlich Kaiserschnitten oder den Betrieb von 47 Gesundheitszentren in Afghanistan für sechs Monate - oder die Wiederherstellung von 50 Schulen im Sudan.
Humanitäre Organisationen wie Save the Children planen ihre Budgets auf Basis von Inflationsprognosen und den erwarteten Kosten für Waren und Rohstoffe. Das Beschaffungsbudget von Save the Children für 2026 stand bereits fest, bevor der Konflikt begann. Damals wurde für 2026 mit einem Ölpreis von rund 60 US-Dollar pro Barrel gerechnet. Ende April stieg der Preis zeitweise auf 126 US-Dollar, derzeit liegt er bei rund 90 US-Dollar. "Jeder zusätzliche Dollar, den wir wegen steigender Ölpreise ausgeben müssen, fehlt Kindern, die lebensrettende Unterstützung benötigen. Angesichts der höheren Kosten und des wachsenden humanitären Bedarfs darf die Bundesregierung die Mittel für lebenswichtige humanitäre Hilfe nicht weiter kürzen", sagt Westphal.
Die staatliche Finanzierung aus Deutschland für humanitäre Hilfe steht massiv unter Druck. Trotz der zahlreichen globalen Krisen wurden die Mittel für humanitäre Hilfe seit 2022 um mehr als 70 Prozent gekürzt. Auch der Etat für Entwicklungszusammenarbeit ist seit 2022 um rund 30 Prozent gesunken.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6341471
- Sechs Monate Konflikt in der Golfregion erhöhen Ausgaben für humanitäre Hilfe weltweit
- Save the Children hat Zusatzkosten von schätzungsweise 13 Millionen US-Dollar
- Bundeshaushalt 2027: Kinderrechtsorganisation warnt vor weiteren Kürzungen von Hilfsgeldern
Sechs Monate nach Beginn des Konflikts in der Golfregion steigen weltweit die Kosten für humanitäre Hilfe. Unterbrechungen der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus haben die Ölpreise stark in die Höhe getrieben. Dadurch werden Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente ebenso teurer wie der Transport lebenswichtiger Hilfsgüter für Kinder und ihre Familien.
"Die Folgen des Konflikts treffen nicht nur Kinder in der Region, sondern wirken sich auch auf unsere Hilfe weltweit aus. Denn jeder Anstieg der Treibstoffpreise erhöht die Kosten für jeden Lkw, jede Lieferung und jede Kiste mit Hilfsgütern wie Medikamenten, Salben, Verbandsmaterial oder Spezialnahrung für Kinder. Diese Güter transportieren wir mit Schiffen, Flugzeugen und Lkw an verschiedene Orte weltweit. Wir müssen mehr Geld ausgeben, erreichen aber weniger Kinder", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland.
Seit dem 28. Februar, also innerhalb von sechs Monaten, sind Save the Children nach eigenen Berechnungen rund 13 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Beschaffungs- und Logistikkosten entstanden. Im Durchschnitt kostet es rund 8,86 US-Dollar, ein Kind einen Monat lang mit lebenswichtigen humanitären Hilfsgütern zu erreichen. Die entstandenen Mehrkosten entsprechen damit einen Monat Hilfe für rund1,5 Millionen Kinder. Ganz konkret hätte dieses Geld eingesetzt werden können für: Fünf Krankenhäuser mit jeweils 30 Betten in Somalia für ein Jahr oder die Ausstattung von 30 Operationssälen weltweit für komplizierte Geburten, einschließlich Kaiserschnitten oder den Betrieb von 47 Gesundheitszentren in Afghanistan für sechs Monate - oder die Wiederherstellung von 50 Schulen im Sudan.
Humanitäre Organisationen wie Save the Children planen ihre Budgets auf Basis von Inflationsprognosen und den erwarteten Kosten für Waren und Rohstoffe. Das Beschaffungsbudget von Save the Children für 2026 stand bereits fest, bevor der Konflikt begann. Damals wurde für 2026 mit einem Ölpreis von rund 60 US-Dollar pro Barrel gerechnet. Ende April stieg der Preis zeitweise auf 126 US-Dollar, derzeit liegt er bei rund 90 US-Dollar. "Jeder zusätzliche Dollar, den wir wegen steigender Ölpreise ausgeben müssen, fehlt Kindern, die lebensrettende Unterstützung benötigen. Angesichts der höheren Kosten und des wachsenden humanitären Bedarfs darf die Bundesregierung die Mittel für lebenswichtige humanitäre Hilfe nicht weiter kürzen", sagt Westphal.
Die staatliche Finanzierung aus Deutschland für humanitäre Hilfe steht massiv unter Druck. Trotz der zahlreichen globalen Krisen wurden die Mittel für humanitäre Hilfe seit 2022 um mehr als 70 Prozent gekürzt. Auch der Etat für Entwicklungszusammenarbeit ist seit 2022 um rund 30 Prozent gesunken.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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