DJ MARKT USA/Börsen vor Warsh-Auftritt kaum verändert gesehen
Die US-Börsen dürften kaum verändert in den letzten Handelstag der Woche starten. Die Futures auf die großen Aktienindizes treten vorbörslich mehr oder weniger auf der Stelle. Anleger warten gespannt auf die Rede des Fed-Chairmans Kevin Warsh auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. Sein Auftritt könnte zum Drahtseilakt werden, heißt es. Denn die Inflation liegt weit über dem Ziel von 2,0 Prozent, und die zuletzt auf Mehrdekadenhochs gestiegenen Marktzinsen an den Anleihemärkten beunruhigen die Anleger. Das US-Finanzministerium hat deshalb Käufe von Langläufern bekannt gegeben und stößt damit in ein Terrain vor, das eigentlich der Fed vorbehalten ist. Das könnte in Zukunft zu Spannungen führen. Am Anleihemarkt legt die Rendite zehnjähriger US-Anleihen um 1 Basispunkt zu auf 4,68 Prozent. Der Dollar tendiert kaum verändert.
Die Rede Warshs dürfte darauf abzielen, das Vertrauen in die Selbstverpflichtung der Fed zur Bekämpfung der Inflation wiederherzustellen und Bedenken zu zerstreuen, dass der Verzicht auf eine "Forward Guidance" die Stabilität untergrabe, erwartet Devisenstrategin Samarra Hammoud von CBA.
Konjunkturdaten dürften angesichts der Warsh-Rede etwas weniger Beachtung finden als sonst. Auf der Agenda stehen der August-Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago und der von der Uni Michigan ermittelte Index der Verbraucherstimmung in zweiter Lesung, ebenfalls für August. Zudem veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics die vorläufigen Ergebnisse einer Benchmarkrevision der Beschäftigtenzahlen für April 2025 bis März 2026. Erstmals seit drei Jahren könnte es eine Aufwärtsrevision geben.
Unternehmensseitig hat der Chipdesigner Marvell mit seinen Zahlen und dem Ausblick die Erwartungen des Markts zwar leicht übertroffen, doch hätten die "Flüsterschätzungen" noch höher gelegen, zumal nachdem Nvidia am Vortag die Latte sehr hoch gelegt habe, heißt es. Die Marvell-Aktie gibt vorbörslich um 8,2 Prozent nach. Der Kurs von Nvidia sinkt um 1 Prozent. Hier dürften Gewinne mitgenommen werden, nachdem die Aktie in Reaktion auf überraschend starke Zahlen und einen beeindruckenden Ausblick am Donnerstag einen Satz von 8,7 Prozent gemacht hatte.
Die Aktie von Paypal sackt um gut 13 Prozent ab. Einem Bericht von Bloomberg zufolge haben Advent International und der Zahlungsabwickler Stripe ihre Übernahmepläne für Paypal aufgegeben.
Für Gap geht es um fast 14 Prozent aufwärts. Der Textilkonzern hat mit Michael Francis, ehemals Leiter des Marketing beim Einzelhändler Target, einen erfahrenen Manager verpflichtet, der die schwächelnde Marke Old Navy wieder in die Spur bringen soll.
Am Ölmarkt tendieren die Preise wenig verändert. Das Barrel Brentöl kostet 89,75 Dollar. Stützend wirke, dass das Weiße Haus den Verhandlern mitgeteilt habe, die USA würden nicht zu den im Juni vereinbarten Bedingungen des Waffenstillstands mit dem Iran zurückkehren, schreibt das Wall Street Journal. Auf der anderen Seite gebe es aber Hinweise, dass es den Ölproduzenten am Persischen Golf gelinge, Öl durch die eigentlich blockierte Straße von Hormus zu exportieren, so die Analysten von ANZ unter Verweis auf Satellitenaufnahmen, die zeigten, dass Ölladungen aus Saudi-Arabien im Persischen Golf zunähmen.
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August 28, 2026 06:04 ET (10:04 GMT)
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