
© Foto: Chris Linnett auf Unsplash.
Die Anteile des Baustoffherstellers Heidelberg Materials standen in den vergangenen Monaten stark unter Druck. Jetzt hellt sich der Chart auf, während die Bewertung wieder fair ist.
Nach heftiger Korrektur jetzt bei Heidelberg Materials einsteigen?
Im vergangenen Jahr gehörte der Zementhersteller Heidelberg Materials zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex DAX, die Aktie konnte sich fast verdoppeln. Doch in diesem Jahr schwächelt das Papier des Unternehmens, das mit dem KI-Boom und dem deutschen Sondervermögen und den damit verbundenen Infrastrukturinvestitionen über gleich zwei Sonderkonjunkturen verfügt.
Nach einem monatelangen Abwärtstrend ist die magere Bilanz gegenüber dem Jahresauftakt ein Minus von rund 24 Prozent. Zeitweise waren die Verluste noch deutlich höher, nachdem die Aktie der Heidelberger Mitte August auf 155,50 Euro und damit den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash im April 2025 gefallen war.
Ursache für die andauernden Kursverluste war einerseits ein technisch heiß gelaufener Trend sowie andererseits eine zu hohe Unternehmensbewertung. Beides wurde inzwischen konsolidiert. Bei der Aktie liegt Heidelberg Materials jetzt sogar wieder unter der historischen Norm. Da es auch im Chart erste Anzeichen einer Stabilisierung gibt, deutet hier jetzt alles auf eine Einstiegschance hin.

Die Anzeichen für eine Trendwende verdichten sich
Übergeordnet befindet sich Heidelberg Materials in einem mehrjährigen Aufwärtstrend, der nach dem letzten Bärenmarkttief im Herbst 2022 begonnen hat. Gegenüber dem im Januar erreichten Allzeithoch bei 241,80 Euro liegt jedoch ein mittelfristiger Abwärtstrend vor. Der sorgte technisch für viel Ärger, denn die Aktie musste ihre gleitenden Durchschnitte aufgeben, in denen es außerdem mit einem Death Cross zu einem markanten Verkaufssignal gekommen ist.
Doch im Bereich von 160 bis 170 Euro ist die Aktie immer wieder auf Kaufinteresse gestoßen. Das spricht für einen Boden in diesem Preisbereich. In den vergangenen Tagen konnte Heidelberg Materials einen weiteren Erholungsversuch starten. Hierzu haben vor allem die anhaltenden bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren RSI und MACD beigetragen. Mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie ist der Aktie außerdem ein erstes prozyklisches Kaufsignal gelungen. Dieses könnte bereits in Kürze durch einen Vorzeichenwechsel im MACD, der damit wieder einen Aufwärtstrend der Aktie anzeigen würde, bestätigt werden. In diesem Fall würde Heidelberg Materials Aufwärtspotenzial bis in den Widerstandsbereich um 190 Euro freisetzen, wo die Entscheidung über die weitere mittel- und langfristige Kursentwicklung fallen würde.
Abwärtsrisiken bestehen im kurzfristig überhitzten RSI, der nach der jüngsten Erholung über den Schwellenwert von 70 Punkten geklettert ist, und im Unterschreiten der Unterstützung bei 160 Euro, was eine Bodenbildung hier vereiteln würde. Gegen dieses Szenario sprechen jedoch die Bodenbildung um RSI sowie die bullishen Divergenzen im MACD, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Stadien als Trendwendesignale interpretiert werden müssen.
Fazit: Auch die Bewertung rechtfertigt jetzt den Kauf der Aktie
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 13,3 und für 2027 von 11,7 zu Buche. Das entspricht in etwa beziehungsweise liegt unter dem 10-Jahres-Mittel von 13,1. Da die Unternehmensverschuldung mit 5,4 Milliarden Euro überschaubar ist, ergibt sich ein sehr günstiges EV/EBITDA-Verhältnis von 7,2, das damit wie das KGV unter den Branchenmittel von 16,0 und 8,5 liegt. Die Cashflow-Rendite liegt bei 6,6 Prozent, daraus wird nicht zuletzt eine Dividende mit einer Rendite von 2,3 Prozent finanziert. Damit bietet Heidelberg Materials auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau ein hochattraktives Gesamtpaket.
Anlegerinnen und Anleger sollten die Chance nutzen, welche sich durch den monatelangen Abverkauf der Aktie ergeben hat, und einsteigen. Risikoaverse Investoren sichern sich mit einem Stopp-Loss bei 160 Euro ab und steigen gegebenenfalls entweder etwas später noch einmal oder erst prozyklisch nach einem nachhaltigen Anstieg über 190 Euro ein.
Gastautor: Max Gross
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.
Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.
