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Es gab Zeiten, da war die Deutsche Bank an der Börse eher ein Trauerspiel als ein Erfolgsmodell. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die Aktie klettert von Hoch zu Hoch, die Gewinne sprudeln, und auch operativ tut sich etwas bei der größten deutschen Bank. Ein China-Mandat, eine KI-Kooperation mit Google und ein neues Milliarden-Rückkaufprogramm sorgen für Fantasie. Doch wie stabil ist dieser Aufschwung und was sagt der Chart aktuell? Wir haben für Sie genauer hingeschaut.
Rückenwind von allen Seiten
Die Deutsche Bank läuft rund. Erst holte sich das Institut das Mandat als RMB-Clearing-Bank für Europa, dann folgte die Partnerschaft mit Google Cloud rund um Gemini Enterprise für die Finanzbranche. Beides zusammen positioniert Frankfurt als wichtigen Knotenpunkt im Geschäft mit China und in der KI-gestützten Finanzwelt. Kein Wunder, dass Anleger aufmerksam werden. Solche Nachrichten kommen meist nicht alleine für sich, sondern sie fügen sich in ein größeres Bild. Und das Bild wird immer freundlicher. Die Bank hat im ersten Halbjahr 4,1 Milliarden Euro nach Steuern verdient, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein im 2. Quartal waren es 1,9 Milliarden Euro, der beste Wert der Firmengeschichte für dieses Quartal. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 11 Prozent, die Kostenquote sank auf 63 Prozent. Das sind Zahlen, die vor wenigen Jahren kaum jemand der Bank zugetraut hätte. Das alte Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro ist abgeschlossen, 35,7 Millionen Aktien wurden zu durchschnittlich 28 Euro eingesammelt. Kaum vorbei, ging es gleich weiter: Seit dem 25. August läuft ein neues Programm über 500 Millionen Euro, das bis Dezember laufen soll. Für 2026 peilt das Institut eine Ausschüttungsquote von 60 Prozent an. Auch im Hintergrund tut sich etwas. Bis 2028 will die Bank 600 Millionen Euro in Technik und Prozesse stecken und dabei die Zahl ihrer Kernbankensysteme von 15 auf nur noch 2 reduzieren. Das soll langfristig 300 Millionen Euro sparen. Zusätzlich hat die US-Notenbank Fed nach 9 Jahren eine Aufsichtsmaßnahme beendet. Dies ist ein weiteres Signal, dass die Altlasten der Bank Stück für Stück verschwinden.
Charttechnik
Der Chart spricht momentan eine klare Sprache und die sieht gut aus für die Deutsche Bank. Die Aktie notiert klar über ihrem 200er SMA und auch über dem 50er SMA. Damit auch ganz klar und deutlich im Aufwärtstrend, der bislang ungebrochen ist. Der RSI liegt zwar im oberen Bereich, wirkt dabei aber eher stabilisierend als überhitzt. Das spricht dafür, dass sogar noch Luft nach oben bleibt, auch wenn kurzfristige Rücksetzer jederzeit möglich sind. Solche Rücksetzer wären dann eher als Gelegenheit zum Nachkauf zu verstehen, weniger als Warnsignal.

Was tun?
Mit einem KGV von unter 10, selbst nach diesem Anstieg und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 ist die Aktie trotz der Rally noch nicht überteuert. Dazu kommt eine Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent, solide gedeckt durch wachsende Gewinne. Die fundamentale Basis stimmt, die Nachrichtenlage ist positiv, und die Charttechnik untermauert den Trend. Wer neu einsteigen möchte, könnte auf einen Rücksetzer warten und diesen für einen Einstieg nutzen. Stoppkurs aber nicht vergessen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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