DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesländer melden höhere Inflation im August
Der Inflationsdruck in Deutschland ist im August leicht gestiegen. In allen sechs Bundesländern, in denen Daten erhoben wurden, erhöhten sich die jährlichen Inflationsraten auf 2,6 bis 3,1 Prozent, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Im Vormonat hatten sie bei 2,7 bis 2,8 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise in den sechs Bundesländern um 0,1 bis 0,3 Prozent. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte, dass die Verbraucherpreise um 0,2 (Vormonat: 0,8) Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Die jährliche Inflationsrate soll der Prognose zufolge auf 2,9 (2,8) Prozent zulegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht die Daten um 14.00 Uhr.
EZB: Einfluss von US-Hyperscalern auf EU-Anleihemarkt genau beobachten
Die zunehmende Mittelaufnahme großer US-Tech-Konzerne am Anleihemarkt des Euroraums könnte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) anderen Unternehmen den Kreditzugang erschweren. Wie es in einem auf der EZB-Website veröffentlichten Beitrag heißt, seien derartige Effekte bisher begrenzt, doch müssten die Entwicklungen angesichts der schieren Größe des Kapitalbedarfs dieser Industrie genau beobachtet werden. In den USA hat die durch Künstliche Intelligenz (KI) getriebene Nachfrage nach langfristiger Finanzierung zum jüngsten Anstieg der langfristigen Realrenditen beigetragen. Im Euroraum sind nach EZB-Angaben bislang keine derartigen Effekte erkennbar, was auf geringere Emissionen großer Technologieunternehmen und widerstandsfähige Staatsanleihemärkte zurückzuführen sei.
SocGen: Fed startet im September Zinserhöhungszyklus
Societe-Generale-Volkswirt Jan Groen rechnet nach der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole damit, dass die Federal Reserve im September einen Zinserhöhungszyklus in Gang setzen wird. In einem Kommentar schreibt er: "Die hartnäckige zugrundeliegende Inflation und die zunehmend explizite Sorge der Fed angesichts der erhöhten Inflation deuten darauf hin, dass die Hürde für ein Festhalten am aktuellen Zinsniveau steigt. Wir prognostizieren nun Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im September und Dezember 2026, gefolgt von einem weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte im März 2027, wenngleich ein erhebliches Risiko besteht, dass diese letzte Erhöhung ausbleibt." Es sei klar, dass die USA ein Inflationsproblem hätten, das bereits vor dem Iran-Krieg und den Zollanhebungen von 2025 bestanden habe.
Gemeinsames Währungsziel von USA und Japan - Fokus bei G-20-Treffen
Japan dürfte beim bevorstehenden Treffen der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer den Einfluss der USA nutzen, um den Kursverfall des Yen über die Marke von 160 pro US-Dollar einzudämmen, meint Takahide Kiuchi, Ökonom am Nomura Research Institute. Japanische Vertreter könnten die enge Abstimmung mit US-Finanzminister Scott Bessent in Bezug auf die Währungsstabilität bekräftigen, um weitere gemeinsame Interventionen anzudeuten, sagt er. "Japan und die USA haben ein gemeinsames Interesse daran, die Stärke des Dollars und die Schwäche des Yen zu stoppen", sagt Kiuchi. Beide Nationen seien bereit, die G-20-Plattform zu nutzen, um die Währungsvolatilität in Schach zu halten, fügt er hinzu. Der Dollar wurde zuletzt bei rund 159,85 Yen gehandelt.
Ölpreise steigen - Spannungen zwischen USA und Iran eskalieren
Die Ölpreise steigen, da erneute Kämpfe zwischen den USA und dem Iran die Sorgen über die Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus wieder aufleben lassen. Der November-Kontrakt für Brent steigt um 3,4 Prozent auf 91,08 US-Dollar je Barrel, während der Oktober-Kontrakt für WTI um 3,3 Prozent auf 86,19 US-Dollar je Barrel zulegt. US-Streitkräfte haben iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak angegriffen, was Vergeltungsmaßnahmen aus Teheran und erneute Befürchtungen hinsichtlich der sicheren Durchfahrt auf der wichtigen Schifffahrtsroute am Golf auslöste. Die jüngsten Störungen hätten gezeigt, wie schnell die Unsicherheit rund um Hormus auf die Ölpreise durchschlagen könne, meinen die ING-Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey.
Indiens Wirtschaft wächst trotz Energieschock im Nahen Osten robust
Die indische Wirtschaft hat im Quartal von April bis Juni ein solides Wachstumstempo beibehalten und zeigte sich widerstandsfähig, obwohl der Nahost-Konflikt die Aussichten eintrübte. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den drei Monaten bis Ende Juni um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus am Montag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Dies steht einem revidierten Wachstum von 8,6 Prozent im Vorquartal gegenüber und übertraf die Median-Prognose von 7,5 Prozent in einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen.
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August 31, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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