Köln (ots) -
Nach dem spektakulären Ausbruch eines Häftlings aus der JVA Duisburg-Hamborn, fehlt vom Ausbrecher immer noch jede Spur. In der Aktuellen Stunde im WDR Fernsehen stand NRW-Justizminister Benjamin Limbach der Moderatorin Susanne Wieseler Rede und Antwort. Er sagte, ihm liegen keine Hinweise darauf vor, dass der enflohene Häftling aus der JVA Duisburg Hilfe von Bediensteten beim Ausbruch hatte. Ermittlungen zu dem Fall liefen unter Hochdruck, sagte Limbach in der Aktuelle Stunde. Die nun folgenden Zitate sind ab sofort zur Verwendung freigegeben.
Frage:
Aber Sie haben jetzt ja schon 2 Tage gehabt, also den Sonntag und den Montag. Da haben Sie nichts rausgefunden zu diesen Fragen bisher.
Benjamin Limbach:
"Doch, wir haben das Versteck gefunden, wo er anscheinend Werkzeug versteckt hat. Das Werkzeug hat er aber augenscheinlich mitgenommen. Wir haben es noch nicht gefunden. Wir befragen natürlich, wir ermitteln in der Anstalt wenige kurze Zeit nach dem Ausbruch ist ein Sicherheitsexperte meines Ministeriums vor Ort gewesen, um die Ermittlungen zu leiten, erste Maßnahmen zu treffen. Und das setzen wir heute fort."
Frage:
Welche theoretischen Möglichkeiten gibt es denn, so eine Metallsäge in ein Gefängnis einzuschleusen? Kommt da eine Drohne ans Fenster geflogen?
Benjamin Limbach:
"Also, wir reden ja hier über ein Gefängnis mitten in einer Innenstadt in Duisburg, das anders gebaut ist als jetzt andere Gefängnisse am Stadtrand, sozusagen keine Außenmauer hat. Wir werden das genau untersuchen müssen, auf welchem Weg das Sägematerial in die Anstalt gekommen ist. Da wir aber noch nicht wissen, was das für ein Werkzeug war, müssen wir das in Ruhe untersuchen. Aber da arbeiten wir mit Nachdruck dran."
Benjamin Limbach:
"Und wenn Sie sich die Zahlen angucken, das ist der erste Ausbruch seit 5 Jahren aus dem geschlossenen Strafvollzug, den wir in Nordrhein-Westfalen haben. Es hat in den letzten 40 Jahren nicht eine solche lange Phase ohne Ausbrüche gegeben wie jetzt. Jeder Ausbruch ist ärgerlich, dieser ist besonders ärgerlich. Es ist eine erhebliche kriminelle Energie notwendig gewesen, auch eine spezielle Kraft und Geschicklichkeit. Wir werden das aufklären, um so was zu verhindern."
Frage:
Kriminelle Energie bei dem Häftling, aber können Sie ausschließen, dass da auch Bedienstete im Boot waren, dass die gegen Geld da vielleicht Augen zugedrückt haben? Wäre ja nicht das erste Mal.
Benjamin Limbach:
"Also, nach unserer derzeitigen Berichtslage habe ich noch keinen Hinweis darauf, dass Bedienstete beteiligt waren. Aber natürlich werden wir konsequent aufklären und jede Möglichkeit untersuchen, wie der Gefangene an solches Material gekommen ist."
Frage:
Es scheint da ja also wirklich so einen Bestechlichkeitssumpf zu geben in NRW. Die Stichworte sind gefallen, Willich, Rheinbach, Euskirchen, überall war es möglich, Handys, Drogen oder Freigang gegen Geld zu bekommen. Warum gelingt es Ihnen nicht, das auszutrocknen?
Benjamin Limbach:
"Also, wir haben da ganz konkrete Verdachtsfälle, die müssen wir ermitteln, solange wird auch noch die Unschuldsvermutung gelten. Aber ganz entscheidend ist, die große Mehrheit unserer Bediensteten arbeitet vollkommen rechtstreu und mit einem großen Einsatz für die Sicherheit in unseren Gefängnissen und damit auch für die Sicherheit unserer Gesellschaft. Aber wir müssen jeden Verdachtsfall ernst nehmen und klar aufklären und wir haben auch klare Maßnahmen ergriffen, wie wir das in Zukunft verhindern wollen."
Frage:
Ich hör Ihnen zu und ich möchte Ihnen das gerne glauben, aber wir haben hier einen Strafverteidiger interviewt vor einigen Wochen, Burkhard Bennecken. Der hat gesagt, es ist nirgendwo einfacher an Drogen zu kommen als im Knast. Wer Geld hat, bekommt Drogen und Handys.
Benjamin Limbach:
"Also, das ist ein Problem, das wir immer haben, dass wir auch feststellen und auch berichten, dass wir Handys finden, dass wir Drogen finden. Aber unsere Maßnahmen zeigen auch, wir finden das, wir decken das auf mit unterschiedlichen Maßnahmen, mit Revisionen der Hafträume, die wöchentlich überprüft werden. Mit unseren Drogen- und Handyspürhunden, die wir im Einsatz haben, zwei davon auch heute in der JVA Duisburg-Hamborn und natürlich auch mit technischem Gerät wie unserem Drogenscanner in der JVA Rheinbach."
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Telefon: 0221 220 8787
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Original-Content von: WDR Newsroom, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/179961/6343152
Nach dem spektakulären Ausbruch eines Häftlings aus der JVA Duisburg-Hamborn, fehlt vom Ausbrecher immer noch jede Spur. In der Aktuellen Stunde im WDR Fernsehen stand NRW-Justizminister Benjamin Limbach der Moderatorin Susanne Wieseler Rede und Antwort. Er sagte, ihm liegen keine Hinweise darauf vor, dass der enflohene Häftling aus der JVA Duisburg Hilfe von Bediensteten beim Ausbruch hatte. Ermittlungen zu dem Fall liefen unter Hochdruck, sagte Limbach in der Aktuelle Stunde. Die nun folgenden Zitate sind ab sofort zur Verwendung freigegeben.
Frage:
Aber Sie haben jetzt ja schon 2 Tage gehabt, also den Sonntag und den Montag. Da haben Sie nichts rausgefunden zu diesen Fragen bisher.
Benjamin Limbach:
"Doch, wir haben das Versteck gefunden, wo er anscheinend Werkzeug versteckt hat. Das Werkzeug hat er aber augenscheinlich mitgenommen. Wir haben es noch nicht gefunden. Wir befragen natürlich, wir ermitteln in der Anstalt wenige kurze Zeit nach dem Ausbruch ist ein Sicherheitsexperte meines Ministeriums vor Ort gewesen, um die Ermittlungen zu leiten, erste Maßnahmen zu treffen. Und das setzen wir heute fort."
Frage:
Welche theoretischen Möglichkeiten gibt es denn, so eine Metallsäge in ein Gefängnis einzuschleusen? Kommt da eine Drohne ans Fenster geflogen?
Benjamin Limbach:
"Also, wir reden ja hier über ein Gefängnis mitten in einer Innenstadt in Duisburg, das anders gebaut ist als jetzt andere Gefängnisse am Stadtrand, sozusagen keine Außenmauer hat. Wir werden das genau untersuchen müssen, auf welchem Weg das Sägematerial in die Anstalt gekommen ist. Da wir aber noch nicht wissen, was das für ein Werkzeug war, müssen wir das in Ruhe untersuchen. Aber da arbeiten wir mit Nachdruck dran."
Benjamin Limbach:
"Und wenn Sie sich die Zahlen angucken, das ist der erste Ausbruch seit 5 Jahren aus dem geschlossenen Strafvollzug, den wir in Nordrhein-Westfalen haben. Es hat in den letzten 40 Jahren nicht eine solche lange Phase ohne Ausbrüche gegeben wie jetzt. Jeder Ausbruch ist ärgerlich, dieser ist besonders ärgerlich. Es ist eine erhebliche kriminelle Energie notwendig gewesen, auch eine spezielle Kraft und Geschicklichkeit. Wir werden das aufklären, um so was zu verhindern."
Frage:
Kriminelle Energie bei dem Häftling, aber können Sie ausschließen, dass da auch Bedienstete im Boot waren, dass die gegen Geld da vielleicht Augen zugedrückt haben? Wäre ja nicht das erste Mal.
Benjamin Limbach:
"Also, nach unserer derzeitigen Berichtslage habe ich noch keinen Hinweis darauf, dass Bedienstete beteiligt waren. Aber natürlich werden wir konsequent aufklären und jede Möglichkeit untersuchen, wie der Gefangene an solches Material gekommen ist."
Frage:
Es scheint da ja also wirklich so einen Bestechlichkeitssumpf zu geben in NRW. Die Stichworte sind gefallen, Willich, Rheinbach, Euskirchen, überall war es möglich, Handys, Drogen oder Freigang gegen Geld zu bekommen. Warum gelingt es Ihnen nicht, das auszutrocknen?
Benjamin Limbach:
"Also, wir haben da ganz konkrete Verdachtsfälle, die müssen wir ermitteln, solange wird auch noch die Unschuldsvermutung gelten. Aber ganz entscheidend ist, die große Mehrheit unserer Bediensteten arbeitet vollkommen rechtstreu und mit einem großen Einsatz für die Sicherheit in unseren Gefängnissen und damit auch für die Sicherheit unserer Gesellschaft. Aber wir müssen jeden Verdachtsfall ernst nehmen und klar aufklären und wir haben auch klare Maßnahmen ergriffen, wie wir das in Zukunft verhindern wollen."
Frage:
Ich hör Ihnen zu und ich möchte Ihnen das gerne glauben, aber wir haben hier einen Strafverteidiger interviewt vor einigen Wochen, Burkhard Bennecken. Der hat gesagt, es ist nirgendwo einfacher an Drogen zu kommen als im Knast. Wer Geld hat, bekommt Drogen und Handys.
Benjamin Limbach:
"Also, das ist ein Problem, das wir immer haben, dass wir auch feststellen und auch berichten, dass wir Handys finden, dass wir Drogen finden. Aber unsere Maßnahmen zeigen auch, wir finden das, wir decken das auf mit unterschiedlichen Maßnahmen, mit Revisionen der Hafträume, die wöchentlich überprüft werden. Mit unseren Drogen- und Handyspürhunden, die wir im Einsatz haben, zwei davon auch heute in der JVA Duisburg-Hamborn und natürlich auch mit technischem Gerät wie unserem Drogenscanner in der JVA Rheinbach."
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